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Wildkatzen sind im Deister zurück

Alvesrode Wildkatzen sind im Deister zurück

Die Zahl der Wildkatzen im Deister steigt wieder, ist sich Wildtierexperte Heiko Brede sicher. Er selbst hat eins der scheuen Tiere gesehen. Nun sollen sie gezählt werden.

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Scheu: Die Wildkatze ist nicht eindeutig an ihrer sogenannten Wildfarbe zu erkennen, weil dieses Fellmuster auch manche Hauskatzen tragen.

Quelle: privat

Springe. Es war kurz vor Weihnachten, Schnee bedeckte den Wald zwischen Saupark und Alvesrode, als Heiko Brede, beim Forstamt Saupark für Waldökologie und Naturschutz zuständig, zwischen den Bäumen eine Silhouette wahrnahm. Eine Wildkatze! Wie viele der scheuen Tiere es in Springe gibt, ist unklar. Klar scheint nur zu sein: Sie fühlen sich wieder wohl am Deister. Demnächst wollen Experten den Bestand genau erfassen.

„Das war schon fast wie ein Sechser im Lotto“, sagt Brede und lächelt. Immerhin gilt die europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) als extrem scheu. Dass sie bei helllichtem Tag auf einer Lichtung sitzt, ist deshalb sehr selten. „Die muss schon ordentlich Hunger gehabt haben“, mutmaßt der Wildtierexperte.

Lange Zeit war die Wildkatze im Deister praktisch ausgestorben: Zwischen 1870 und 1890 wurden die letzten Exemplare gesichtet - und womöglich auch gejagt. Das war damals noch erlaubt. Auch deshalb schrumpften die Bestände immer weiter, nur kleine Gruppen konnten sich im Harz und im Solling halten. Bereits 1934 wurde die Wildkatze unter Schutz gestellt. Und der Erfolg kam - aber brauchte Zeit: Vor 20 Jahren wurden erste Exemplare wieder im Osterwald gesichtet, heute sind sie bis zum Saupark und Hallerbruch vorgedrungen.

Der Bestand steigt - vermutlich. Das belegt allerdings nicht die steigende Zahl der Sichtungen. „Die Tiere sind scheu. Zudem kann man nie sicher sein, ob Wanderer wirklich eine Wildkatze oder eine Hauskatze gesehen haben, die auf den ersten Blick wie eine Wildkatze aussieht“, sagt Brede. Dass es viele Wildkatzen im Deister gibt, zeige sich eher daran, dass immer wieder Kadaver überfahrener Tiere entdeckt werden, besonders an der B 217. „Wenn ein totes Tier gefunden wird, das an eine Wildkatze erinnert, untersuchen wir es, ob es wirklich eine ist“, sagt Brede.

In dem Zusammenhang bittet der Wildtierexperte Autofahrer, die überfahrene Wildkatzen (oder Tiere, die so aussehen) sehen, sich an ihn unter Telefon (05152) 947615 zu wenden. Eine genaue Untersuchung der Zahl der Katzen ist bereits geplant: Mithilfe von Lebendfallen und Haarproben soll demnächst genau ermittelt werden, wie viele Tiere im Gebiet zwischen Wisentgehege, Hallerbruch und Saupark leben.

Von Ralf T. Mischer

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