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„Wir wollen an alle verkaufen“

Springe „Wir wollen an alle verkaufen“

Die Idee war da. Uwe Lampe wollte vor über einem Jahr ein Bürgerkaufhaus in Springe einrichten. „Wir haben da ein großes Fass aufgemacht“, räumt Lampe ein. Das Problem sind nach wie vor die hohen, bürokratischen Hürden.

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Die ersten Möbel stehen bereits im ehemaligen Plus-Markt am Niederntor. Initiator Uwe Lampe sucht nach Lösungen. Archiv

Springe. Das Problem: Eine Gesetzesverschärfung des Bundesfinanzministeriums. Der damals gegründete Trägerverein für das Kaufhaus wird nur dann als gemeinnützig anerkannt, wenn nachweislich zwei Drittel der Kunden bedürftig sind. „Genau das wollen wir gerade nicht, wir wollen an alle verkaufen“, sagt Lampe. Er wollte mit der Einrichtung alle Bürger ansprechen.“ Die Konsequenz: Der Verein musste sich auflösen. „In dieser Form, wie wir es bisher vorhatten, können wir das Bürgerkaufhaus nicht mehr auf die Beine stellen.“ Der ursprüngliche Plan, die Einrichtung nur über Ehrenamtliche zu führen, lässt sich nicht mehr realisieren. Hätte es die Gesetzesänderung nicht gegeben, da ist er sich sicher, hätte er heute einen anderen Stand der Dinge verkünden können.

Jetzt möchte Lampe einen neuen Weg gehen. Er versucht, einen gemeinnützigen Verein mit ins Boot zu holen, der dann die Einrichtung übernimmt. „Es ist besser, wenn es ein Verein übernimmt, der schon Erfahrungen in diesem Bereich hat“, sagt Lampe. Vor mehr als einem Jahr hat Lampe nicht damit gerechnet, dass es solche Hürden geben wird. „Wir hatten einen Raum, den wir renoviert haben, wir hatten die ersten Mitarbeiter und Ehrenamtliche“, so Lampe. Als er vor zehn Jahren die Tafel in Springe gegründet hat, seien die Voraussetzungen im Vergleich deutlich schlechter gewesen. „Da hatten wir nicht mal einen Raum.“

Lampe hält - trotz aller Schwierigkeiten - an dem Bürgerkaufhaus fest. Es gäbe weiterhin Gespräche mit der Stadt. „Wir begleiten das Projekt wohlwollend, aber verlangen von den Initiatoren selbst, aktiv zu bleiben. Wir als Stadt können kein Bürgerkaufhaus aktiv betreiben“, betont Gerd-Dieter Walter. Generell begrüßt die Stadt aber weiterhin die Pläne von Lampe. An einer Kooperation mit dem städtischen Möbellager an der Hamelner Straße soll weiter festgehalten werden. „Die Absicht, die Einrichtungen zusammenzulegen, bleibt. Aber das ist ein Thema, das zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert werden muss. Jetzt geht es darum zu prüfen, welche Änderungen zum Beispiel in der Satzung gemacht werden müssen“, erklärt Walter. „Mit dem Bürgerkaufhaus wird das Möbellager entbehrlich. Es wäre eine Win-Win-Situation, denn dadurch würde die Stadt erhebliche Kosten sparen“, ergänzt Lampe.

Gleichzeitig verdichtet sich aber die Nachfrage: „Viele kommen zu uns und wollen Spenden abgeben“, sagt Lampe. Er ist davon überzeugt, dass die Einrichtung gewollt wird. „Auch mit dem Standort im ehemaligen Plus-Markt lagen wir goldrichtig. Die Räume haben wir ja schon gemietet.“ Alles habe gepasst - bis zu der Gesetzesänderung. Lampe möchte sich aber nicht geschlagen geben und hofft, eine schnelle Lösung zu finden. „Niemandem ist daran gelegen, noch länger zu warten. Eine Entscheidung zu einem passenden Betreiber sollte noch in diesem Jahr getroffen werden.“ Dass der soziale Laden eine große Bereicherung für Springe wäre, steht für ihn außer Frage.

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