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Zeissig baut Deutschen Pavillon für arabische Messe

Unternehmen aus Völksen Zeissig baut Deutschen Pavillon für arabische Messe

Ein Stück Völksen ist zurzeit in Saudi-Arabien zu sehen. Dort wird am Mittwoch das Festival "Janadriyah" eröffnet, an dem Deutschland als einziges Gastland teilnehmen darf. Und der imposante Pavillon kommt von der Firma Zeissig.

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Tradition trifft Moderne: So sieht Zeissigs Themenpavillon aus.

Völksen. Volkswagen, Lufthansa, Airbus, Siemens, Deutsche Bank - die Aussteller beim Janadriyah-Festival in Saudi-Arabien haben große Namen. Der Themenpavillon, in dem sie sich präsentieren, ist in Völksen entstanden.

Der Messebauer Zeissig hat das Konzept entworfen und die Ausstellungsfläche errichtet. Firmenchef Hartmut Zeissig wird bei der heutigen Festival-Eröffnung auf Außenminister Frank Walter Steinmeier und König Salman treffen.

Der Auftrag hat einen Wert von mehreren Millionen und eine stattliche Geschichte. Vor genau einem Jahr sollten bereits die erwarteten 300 000 Besucher durch die deutsche Themenhalle schlendern. Wenige Tage vor dem Start wurde die Großmesse jedoch abgesagt: König Abdullah war gerade verstorben, sein Nachfolger setzte andere Prioritäten.

„Es wäre Frevel, wenn wir unsere Arbeit nicht zeigen können“, sagte Zeissig damals. Sein Unternehmen hatte den Auftrag vom Auswärtigen Amt erhalten und sich ein komplettes Jahr auf den spektakulären Auftritt vorbereitet. Das Janadriyah-Festival ist eine innersaudische Großveranstaltung. Lediglich ein Gastland darf teilnehmen. Deutschland erhielt einige Zeit nach der Absage eine zweite Einladung.

Die Zeissig-Mitarbeiter packten die Stände im Februar 2015 ein, „nach Christo-Manier“, wie Zeissig umschreibt. „Ende Oktober waren wir wieder vor Ort und haben festgestellt: Es ist alles okay.“ Nur die Außenfassade und der Werbeshop wurden bei einem Unwetter beschädigt. Zeissig nahm es sportlich: „Wir haben die Chance zur Optimierung genutzt. Die Fassade ist überarbeitet worden und wirkt jetzt attraktiver.“

Die Besucher des Deutschland-Pavillons werden zu einer Zeitreise durch eine „typische deutsche Stadt“ eingeladen. Unter dem Motto „Innovation hat Tradition“ geht es um Brauchtum und zukunftsweisende Ideen. Der Rundgang beginnt an einem mittelalterlichen Stadttor und führt über einen Wassergraben ins Pavilloninnere. Dort sehen die Besucher Fachwerkhäuser, einen historischen Marktplatz mit einem Springbrunnen, moderne deutsche Architektur sowie einen Café-Bereich. Auf der Bühne vor der Halle lädt das Goethe-Institut zum kulturellen Rahmenprogramm ein.

20 000 Gäste werden laut Hochrechnungen täglich durch die Halle schlendern. „Eine Hausnummer“, staunt sogar der erfahrene Messebauer Hartmut Zeissig (61). Sicherheitspersonal muss dafür sorgen, dass sich höchstens 670 Personen zeitgleich im Gebäude befinden - egal, wie lang die Schlange ist.

Für deutsche Verhältnisse ungewohnt: Frauen dürfen nur an den ausgewiesenen Familientagen aufs Gelände, in Begleitung ihrer Männer. Zeissig weiß, dass er mit seinem Engagement in Saudi-Arabien nicht überall Begeisterungsstürme auslöst. Das Königreich wird wegen seiner Menschenrechtsverletzungen angeprangert. Zeissig stellt deshalb klar: „Unser Auftraggeber ist das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland und niemand anders.“

VON MARITA SCHEFFLER

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