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Zuhörer genießen Klänge voller Poesie

Wittenburg Zuhörer genießen Klänge voller Poesie

40 Besucher waren am Sonnabend in die Klosterkirche zu Wittenburg gekommen, um „die Magie der portugiesischen Gitarre“ zu erleben. Sie hörten dabei Klänge voller Schönheit, Witz und Poesie.

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Melancholische Klänge: Oliver Jaeger (links) und Jan Dijker.

Quelle: Huppert

Wittenburg. Der Niederländer Jan Dijker und der aus dem Bergischen Land stammende Gitarrist und Bandoneonspieler Oliver Jaeger stellten ihr gut 70-minütiges Konzertprogramm im Rahmen des Wittenburger Kultursommers vor. Die Nüchternheit, Kühle und Strenge des Kirchenraumes der Klosterkirche zu Wittenburg und die teils schwungvollen, teils melancholischen Gitarrenklänge des Duos Fado Instrumental standen dabei in einem merkwürdigen Gegensatz.

Die Konzertbesucher konnten Kompositionen von Antonio Chainho oder José Manuel Neto genießen, deren Querverbindungen zu anderen Musikstilen Oliver Jaeger in einer ebenso unterhaltsamen wie einfühlsamen Moderation veranschaulichte. Wie etwa jenen Titel von José Alfonso, der sich gegen die bis 1974 in Portugal herrschende Diktatur Antionio de Oliverira Salazars wendet. „Ein Dübel ist stark, die Wand, die ihn hält aber stärker“, philosophiert Jaeger, und entschlüsselt die Stellen des Textes, die aufgrund der damaligen Zensur Andeutungen bleiben mussten.

Jan Dijkers dickbäuchige portugiesische Gitarre lässt die schrillen Stimme einer afrikanischen Frau erklingen, Jaegers spanische Gitarre gibt einen dunklen melancholischen Ton dazu.

Beide Musiker kommen mit dem langen Nachhall im Kirchenschiff sehr gut zurecht, spielen bewusst leise und langsam. Die vorgetragenen Fado-Lieder werden durch Elemente aus dem Jazz zu einer akustischen Traumreise zusammengefügt. Als Besonderheit kombinieren die beiden Musiker auch ihre brillanten Eigenkompositionen mit den Klängen des Bandoeons. „Das hat jemand aus dem Sauerland erfunden“, weiß Jaeger zu berichten. Schnell stellt sich auch das typische portugiesische Lebensgefühl der „Saudade“ ein, jenem unverwechselbaren portugiesischen Weltschmerz zwischen Melancholie, Fernweh und Sehnsucht. „Nur Portugiesen können dieses Gefühl kennen“, so Oliver Jaeger, „weil nur sie dieses Wort besitzen, um es wirklich beim Namen zu nennen.“ Und so schwingt ein Hauch der Suche nach dem Verlorenen an diesem Sonnabendnachmittag durch die Klosterkirche bei einem Konzert, bei dem man gut eine Stunde lang „die Seele baumeln“ lassen konnte.

Am 11. September endet der diesjährige Wittenburger Kultursommer.

Von Christoph Huppert

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