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Zwei Straßen erhalten Legenden zur Historie

Springe Zwei Straßen erhalten Legenden zur Historie

Der Heimatverein hat Mitttwoch neue Erklärschilder am Dammtor und bei Octapharma angebracht. Sie zeigen, wie die Straßen zu ihrem Namen kamen. „Das Wissen würde sonst verloren gehen“, sagte Fritz Matthies, der Chef des Heimatvereins, bei der Enthüllung der kleinen Texttafeln.

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Benannt nach dem Inhaber von Octapharma: Fritz Matthies enthüllt die Legendentafel an der Wolfgang-Marguerre-Allee. Helmbrecht

Springe. Fritz Matthies ist heute im Auftrag der Geschichte unterwegs: Er steht am Straßenrand und enthüllt neue Legendentafeln unter den Straßenschildern. „Das Wissen würde sonst verloren gehen“, sagt der Chef des Heimatvereins Springe. Viele wüssten den Ursprung der Straßennamen nicht. Das möchte der Heimatverein ändern.

Seit vielen Jahren kümmern sich die Mitglieder um neue Legendenschilder. Mittwoch kamen zwei Neue dazu: Am historischen Dammtor, Ecke Echternstraße, enthüllte Matthies das neue Exemplar: „Einst befestigtes Tor in der Stadtmauer zum Dammfeld“ steht auf dem Schild geschrieben. Matthies weiß aber noch mehr. Ein Haus in derselben Straße erinnert noch an das ehemalige Tor. „Wer von Eldagsen kommend in die Stadt wollte, musste hier Einlass begehren“, so lautet der Text der Gedenktafel. Das Tor wurde 1767 abgebrochen. Für Matthies, dessen Verein die Hinweistafeln textet und finanziert, ist das Anbringen eine kleine Zeitreise. In dieser Straße wurde der heute 87-Jährige geboren und erlebte die Veränderungen hautnah mit. Als gelernter Architekt gestaltete er Springe maßgeblich mit. „Es hat sich viel verändert“, weiß der Springer. Besonders bedaure er, wie leichtsinnig alte Fachwerkhäuser oftmals abgerissen wurden. „Da hätte man noch sanieren können.“

Wo jetzt eine neue Wohnanlage steht, befanden sich früher eine Zimmerei und eine Werkstatt. Gemeinsam mit den Mitgliedern begibt sich Matthies auf die Spur der Mühlenhaller, bevor es weiter zum nächsten Schild geht. An der neuen Wolfgang-Marguerre-Allee wird haltgemacht. Was kaum einer weiß: Die Straße wurde nach dem Octapharma-Chef benannt. Seit 2006 hat die Firma ihren Sitz in Springe und seit gestern auch eine Legendentafel.

An viele andere Straßen sind bereits Erklärungen angebracht, etwa auf dem Tivoliplatz. Von 1858 bis 1980 war dort der Festplatz für Volks- und Schützenfeste, früher trafen sich dort Kriegsveteranen am Sedantag, der an die Kapitulation der französischen Armee am 2. September 1870 erinnerte.

Auch den Ursprung der Harmsmühlenstraße kennen wenige. Sie hat ihren Namen von Herrmann Mühle, der vor dem 16. Jahrhundert einen Lagerplatz an der Haller gehabt haben muss. „Vielen fallen die Schilder auf“, meint Matthies. Jetzt überlegt er, für die Millitisch-Trachenberger-Straße das nächste Schild zu schreiben.

von Saskia Helmbrecht

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