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Zwei Volksbank-Filialen weniger

Springe/Gestorf Zwei Volksbank-Filialen weniger

Nach der Sparkasse Hannover schraubt nun auch die heimische Volksbank am Filialnetz: Noch in diesem Jahr sollen die Niederlassungen in Gestorf (1. Mai) und an der Bernauer Straße in der Kernstadt (1. Oktober) schließen. Letztere bleibt immerhin als SB-Center mit Automaten bestehen.

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Am Freitag haben der Bankenvorstand mit Reiner Lockhausen aus Springe (von links), Henning Deneke-Jöhrens und Volker Böckmann die Veränderungen vorgestellt und erläutert, wie die Volksbank trotzdem kundennah bleiben will.

Quelle: Zett

Springe. Die Volksbank stellte die Pläne gestern öffentlich vor, zuvor waren schon Mitarbeiter und Vertreter informiert worden. Die Kunden habe man persönlich angeschrieben, so Vorstandschef Henning Deneke-Jöhrens bei einer Pressekonferenz in Hildesheim.

Die Schließungen der heimischen Filialen sind Teil eines größeren Umstrukturierungspakets: Insgesamt werden 21 Standorte im Geschäftsbereich der Volksbank Hildesheim-Pattensen-Lehrte entweder geschlossen oder in SB-Filialen umgewandelt. Neben den beiden Filialen im Stadtgebiet sind unter anderem auch die Standorte Bredenbeck (wird zum SB-Center) sowie Hiddestorf und Jeinsen (werden geschlossen) betroffen. Als Grund führt das Unternehmen in erster Linie verändertes Kundenverhalten an: Immer mehr Nutzer betreiben ihre Bankgeschäfte von zu Hause aus.

Leicht gemacht habe man sich die Entscheidung nicht, betonte Deneke-Jöhrens. Zunächst habe die Bank intern alle Zweigstellen genau nach Zahlen und weichen Faktoren wie dem Umfeld analysiert. Dabei hätten auch Faktoren wie die tatsächliche Nutzung durch die Kunden eine Rolle gespielt. Und der Vorstandschef betont auch: Andere Banken mit einer ähnlichen Bilanzgröße betrieben teils nur die Hälfte der Filialen.

Um die Bargeldversorgung in den betroffenen Orten trotzdem sicherzustellen, will die Volksbank ihren Kunden unter anderem die Möglichkeit schaffen, Geld telefonisch zu bestellen: Summen von bis zu 500 Euro pro Tag sollen dann gegen Gebühr mit Paketdienstboten im versicherten Briefumschlag zugestellt werden. Außerdem soll es auch in kleineren Geschäften die Möglichkeit geben, sich an der Kasse Geld direkt vom Konto auszahlen zu lassen. Möglich ist das bislang unter anderem im E-Center an der Osttangente.

Ändern sollen sich indes auch die Öffnungszeiten der Filialen: Die Hauptstelle in Springe ist künftig bis zu zwei Stunden weniger am Tag geöffnet, Eldagsen, Bennigsen und Völksen verlieren gar bis zu dreieinhalb Stunden. Für Termine stehen die Mitarbeiter aber weiterhin in der Kernzeit von 8 bis 20 Uhr zur Verfügung.

Entlassen werden soll im Zuge der Umstrukturierungen niemand: Bis Ende 2020 gibt der Vorstand den Mitarbeitern gar die Garantie, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll. „Wenn es uns gelingt, die geleistete Arbeitszeit genug zu verkürzen, dann müssen wir gar keine Stellen abbauen“, sagte Deneke-Jöhrens. Alternativ könnten einige der 515 Mitarbeiter über Altersteilzeit-Regelungen oder Aufhebungsverträge ausscheiden.

Der Vorstand zog unter dem Strich „trotz schwieriger Rahmenbedingungen“ eine positive Bilanz, sagte Deneke-Jöhrens. Dass etwa die Kundenanlagen erneut um 59 Millionen Euro auf 1,79 Milliarden Euro stiegen, spiegele „das hohe Sicherheitsbedürfnis der Mitglieder und Kunden und das Vertrauen in unsere Bank wider“. Ein großes Problem sei die anhaltende Niedrigzinsphase. Durch die strikte Politik der Europäischen Zentralbank drohe der heimischen Volksbank über die nächsten Jahre ein Millionenloch. Man setze darauf, dass auch der Druck durch die Bürger größer werde: „Die leiden ja auch darunter.“

Die Bilanz in Kürze

Unter dem Strich ist die Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen zufrieden mit ihren Zahlen: So erhöhte sie ihre Bilanzsumme im vergangenen Jahr von 2,159 auf 2,219 Milliarden Euro. Auch die Kundenkredite wuchsen von 1,095 auf 1,124 Milliarden Euro. Bei den Mitglieder- und Kundenzahlen macht sich die Fusion von Hildesheim mit Lehrte-Pattensen-Springe in der Statistik bemerkbar: Man habe zahlreiche Doppelkunden und -mitglieder aus den Listen getilgt. Ergebnis: Die Kundenzahl sank um knapp 5000 auf 115.414, bei den Mitgliedern sind es jetzt mit 64.457 gut 2000 weniger.

Von Christian Zett

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