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Zweifel und Zuversicht

Springe Zweifel und Zuversicht

Ist das die Bestandsgarantie für die Notfallambulanz? Die Koalition aus SPD und CDU in der Regionsfraktion hat im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass die Notfallambulanz dauerhaft erhalten bleibt. Die SPD hat dem Vertrag bereits ihren Segen erteilt, die CDU entscheidet auf ihrem Parteitag am Sonnabend über das Papier.

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Laut Koalitionsvertrag soll die Notfallambulanz dauerhaft in Springe bleiben. Mischer

Springe. Der Regionsabgeordnete Eberhard Brezski (SPD) bewertet den Vertrag erst einmal als ein positives Signal: „Per se finde ich den Koalitionsvertrag sehr gut, es gibt eine zuverlässige Mehrheit. Letztlich ist er - wie jeder Koalitionsvertrag - ein Kompromiss, aber einer, mit dem ich sehr gut leben kann“, so Brezski. Wesentlich für Springe sei die Etablierung der Notfallambulanz. „Da muss jetzt ratz, fatz der Runde Tisch zusammenkommen, damit eine medizinische Nachfolgelösung für das Klinikum final beschlossen und geklärt werden kann. Er gehe auch davon aus, dass die Krankenkassen dabei keine Steine in den Weg legen werden.

Bürgermeister Christian Springfeld begrüßt den Beschluss im Koalitionsvertrag, betont aber auch, dass er von einem Verbleib der Ambulanz ohnehin ausgegangen sei: „Das war ja das, was wir offiziell immer von der Region gehört haben.“ Nun sieht er aber auch die Klinikum Region Hannover (KRH) in der Pflicht, den Standort in Springe so attraktiv zu machen, dass er auch intensiv genutzt wird. Etwa durch die Schaffung chirurgischer Kapazitäten vor Ort. „Je weniger Patienten die Ambulanz nutzen, je weniger rechnet sie sich“, sagt er.

Grünen-Ratsfrau Elke Thielmann-Dittert mag nicht so recht an das Bekenntnis zur Notfallambulanz glauben - auch, wenn es schriftlich im Vertrag steht: SPD-Unterbezirkschef Matthias Miersch habe immerhin die Schließung des Krankenhauses 2014 „ohne Alternative“ gesehen. Und mit dem Schließungsbeschluss der damaligen Koalitionäre sei bereits schon einmal ein Koalitionsvertrag gebrochen worden. „Immerhin war darin der Erhalt aller Klinikstandorte vereinbart worden.“ Dittert: „Warum sollten wir darauf vertrauen, dass es diesmal anders läuft? Zumindest eine Sorte Wendehälse, die SPD, sitzt auch jetzt wieder mit am Tisch.“ Der neue Koalitionär, die CDU, habe 2014 „zwar lamentiert, aber keine eigenen Vorschläge für eine andere Entwicklung eingebracht“. Thielmann-Dittert saß damals übrigens für die Grünen in der Regionsversammlung und hatte während der Abstimmung über die Krankenhausschließung für den Erhalt des Klinikums - und damit gegen ihre Partei - gestimmt.

Gabriela Kohlenberg lobt das Papier: „Für mich ist das ein vernünftig ausgehandelter Koalitionsvertrag. Mir war wichtig, dass die Etablierung der Notfallambulanz geklärt wird - und das ist geschehen.“

„Das Klinikum Region Hannover wird um den Jahreswechsel das Konzept der Notfallaufnahme am Standort Springe sehr genau überprüfen“, sagte gestern Steffen Ellerhoff, Sprecher der KRH. Die dann erhobenen Daten würden zunächst in den Gremien des Konzerns beraten, mit dem Gesellschafter erörtert und auch vor Ort präsentiert. „In die Überlegungen zur zukünftigen Ausgestaltung der Notfallambulanz werden wir uns selbstverständlich einbringen. Klar ist, dass wir etwaige Beschlüsse unseres Gesellschafters, der Region Hannover, umsetzen werden“, ergänzt Ellerhof mit Blick auf den Koalitionsvertrag.

FDP-Chef Klaus Nagel begrüßt den Koalitionsvertrag. „Viele Punkte darin decken sich mit unserem Wahlprogramm“, stellt er fest. Und betont auch, dass den geschriebenen Worten auch Taten folgen müssen. Der dauerhafte Erhalt der Notfallambulanz sei nichts Neues. „Das wurde bereits am 27. Juli beim Runden Tisch festgeschrieben“, so Nagel. Dass die Region jetzt auch „Werbung machen möchte“ für die Ambulanz findet Nagel zwar gut, allerdings hätte das längst passieren müssen. „Nach über einem Jahr wurde da nichts gemacht, es liegen bis heute keine Broschüren aus, obwohl das schon lange im Gespräch war.“ Wichtig ist Nagel jetzt, die Zahlen der Notfallambulanz zu sehen. „Die werden notwendig werden, wenn es um einen Verlängerungsantrag geht“, sagt Nagel. Denn: Die Einrichtung ist für zwei Jahre genehmigt, ein Jahr vor Ablauf müsse ein Antrag auf Verlängerung gestellt werden. „Ich weiß nicht, ob das schon passiert ist.“

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