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Bahn schafft Platz in Hannovers S-Bahnen

Umbau in Abteilen Bahn schafft Platz in Hannovers S-Bahnen

Mehr Raum für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen: Die Fahrzeuge der S-Bahn Hannover werden im Innenraum umgebaut; einige von ihnen auch im Türbereich. Klappsitze verschwinden. Dabei werden auch Hindernisse für Fahrgäste mit Rollstuhl oder Rollator beseitigt. Das kostet fast 2 Millionen Euro.

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Das Fahrradsymbol zeigt an, wo bei der S-Bahn das Mehrzweckabteil ist. Dort allerdings war es in der Vergangenheit häufig eng – das soll sich nun ändern.Foto: Eberstein

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Damit wollen Region, Land und Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe zum einen erreichen, dass die sogenannten Mehrzweckabteile vorrangig von denen genutzt werden, für die sie auch gedacht sind. Zum anderen lassen die drei Verkehrsträger an den Eingängen Stellen beseitigen, die vor allem für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator ein kaum zu überwindendes Hindernis darstellen. Das Gesamtpaket kostet fast 2 Millionen Euro. Die Region zahlt davon etwa die Hälfte.

Das Problem ist der Bahn schon lange bekannt

Relativ schnell zu bewerkstelligen ist der Umbau des Türbereichs an neun Fahrzeugen, die nicht wie die meisten S-Bahnen vom Land Niedersachsen, sondern vom Land Nordrhein-Westfalen angeschafft worden sind. Bei diesen Wagen klafft, wenn die Türen geöffnet sind, eine stufenbreite Lücke zwischen Fahrzeugboden und Bahnsteigkante. „In diesen Bereichen werden stählerne Kästen eingebaut und verschraubt, sodass die Lücken geschlossen sind“, erklärt Regions­sprecher Klaus Abelmann. Außerdem schafft die Bahn für 15 Fahrzeuge, bei denen der Spalt an den Türen breit ist, sogenannte mobile Klapprampen an. Diese werden bei Bedarf vom Zugpersonal eingesetzt. Sowohl Rampen als auch Metallkästen sollen von April an zur Verfügung stehen.

Aufwendiger ist der Umbau der Mehrzweckabteile, der alle 68 Fahrzeuge betrifft. Jedes von ihnen hat zwei davon, wobei eines kleiner ist, weil im selben Bereich der Toilettenraum untergebracht ist. Eigentlich sind die Abteile vor allem für Reisende mit Fahrrädern, Kinderwagen, Rollstühlen oder schwerem Gepäck gedacht. Für diese sind sie jedoch häufig blockiert, weil andere Fahrgäste die seitlich angebrachten Klappsitze ebenfalls schätzen und sich auch dann dort niederlassen, wenn in den anderen Abteilen gähnende Leere herrscht. Dieses Problem ist der Bahn seit Langem bekannt und hat ihr viel Kritik etwa von der Region, von Behindertenverbänden und von der Fahrradfahrerlobby eingetragen. Das wurde bisher ignoriert.

Wird sich tatsächlich etwas ändern?

Jetzt hat die Region Druck gemacht, und in den Abteilen wird sich tatsächlich etwas ändern. Um mehr Platz zu schaffen, werden die Klappsitze im Gang vor den Toilettenräumen abgebaut. „In den anderen, größeren Mehrzweckabteilen ersetzen wir eine Reihe Klappsitze durch eine Fahrradstange“, sagt Abelmann. Außerdem sollen deutlich sichtbare Markierungen und Schilder auch auf dem Fahrzeugboden angebracht werden, die auf die eigentlichen Zwecke der Abteile hinweisen. Bisher finden sich dort nur unscheinbare Vignetten.

Die Abteile sollen im Frühjahr umgebaut werden. Voraussetzung ist, dass die Regionspolitik dem Vorhaben zustimmt. Das allerdings gilt als sicher, weil sie die Verbesserungen selbst immer wieder eingefordert hatte.

So funktioniert die Fahrradmitnahme

Wer sein Fahrrad mit in die S-Bahn nehmen will, muss einige Regeln beachten, die so auch für die Regionalverkehrszüge der Deutschen Bahn, von Metronom und von Erixx gelten. Innerhalb des Tarifgebietes des Großraum Verkehrs Hannover (GVH) darf das Fahrrad ganztägig mitgenommen werden; allerdings besteht kein Anspruch, wenn die Züge überfüllt sind. In den frühen Zügen bis 8.30 Uhr sowie in der Stoßzeit zwischen 15 und 19 Uhr muss werktags für das Fahrrad ein zusätzliches Ein-Zonen-Ticket gelöst werden. Außerhalb dieser Zeit sowie sonnabends und sonntags fährt das Fahrrad ganztägig kostenlos mit. Fährt man mit Regionalzügen oder Intercitys über die GVH-Grenze hinaus, sind entsprechende Fahrradtickets erforderlich. Im Intercity muss spätestens am Tag vor der Reise reserviert werden, im ICE ist die Fahrradmitnahme verboten. Wer sein Fahrrad in die Stadtbahnen der Üstra schieben will, darf dies nur werktags zwischen 8.30 und 15 Uhr, ab 19 Uhr sowie sonnabends und sonntags ganztägig. Ein zusätzliches Ticket ist nicht erforderlich.

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