Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Barsinghausens Kita-Pläne sorgen für Wirbel

Kinder-Betreuung Barsinghausens Kita-Pläne sorgen für Wirbel

Wegen der hohen Kosten hat die Stadt Barsinghausen einen Vertrag mit der Region über die Betreuung der Kinder zum 31. Juli gekündigt. Der Wunstorfer Bürgermeister Eberhardt hält das für einen Fehler - und sorgt sich vor einem Dominoeffekt.

Voriger Artikel
Erste Aktionen für Sommereinsatz stehen fest
Nächster Artikel
Kein Durchatmen im Kita-Streik

3,5 Millionen Euro investiert die Stadt Barsinghausen pro Jahr für Kitas. Das ist ein Anteil von fast sieben Prozent am gesamten Haushaltsvolumen der Stadt.

Quelle: dpa/Symbolfoto

Hannover. Die Pläne der Stadt Barsinghausen, die Verantwortung für die Betreuung von Kindern in Kindergärten und Krippen abzugeben, stoßen in der Region auf breite Ablehnung. „Ich bin erschüttert, dass über so etwas überhaupt nachgedacht wird“, sagt der Wunstorfer Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt, der auch den Vorsitz in der Bürgermeisterrunde der Region führt. Das Rathaus von Barsinghausen habe die ganze Angelegenheit nicht zu Ende gedacht, meint er. Denn zum einen müsste die Regionsumlage steigen, zum anderen würde sich die Leistung für die Bürger erheblich verschlechtern.

Wie berichtet, hat die Stadt Barsinghausen den Vertrag mit der Region über die Betreuung der Kinder zum 31. Juli dieses Jahres gekündigt. Sie beklagt, dass die jährlichen Aufwendungen für die Kitas in Höhe von 3,5 Millionen Euro einen Anteil von fast sieben Prozent an ihrem gesamten Haushaltsvolumen ausmachen.

"Anmeldeschlange bis zum Maschsee"

Laut Sozialgesetzbuch sind die Landkreise für die Kinderbetreuung zuständig. Es ist jedoch allgemein üblich, diese Aufgabe per Vertrag den Kommunen zu überlassen. Geben die Städte die Verantwortung zurück, ist die Region für die Kita-Platzvergabe, die Instandhaltung der Gebäude und im Falle kommunaler Kitas für den gesamten Betrieb zuständig. In Kitas freier Träger würde sich vermutlich nicht viel ändern.

Sollte Barsinghausen Ernst machen, könnten auch andere Regionskommunen dem Beispiel folgen, fürchtet Eberhardt. Dann werde auch die Region handeln und möglicherweise allen Kommunen die Aufgabe der Kinderbetreuung entziehen, meint der CDU-Politiker. „Wenn dann das Regionshaus die Kita-Plätze für alle Kommunen vergibt, reicht die Anmeldeschlange mindestens bis zum Maschsee“, sagt Eberhardt.

Barsinghausens Erster Stadtrat Georg Robra weiß, dass seine Initiative eine Provokation ist – und so ist er auch gemeint. Er glaubt nicht, dass es im Stadtrat eine Mehrheit für den Vorschlag geben wird. „Aber eine überfällige Diskussion wird endlich geführt.“

Auch die Finanzexpertin der Regions-Grünen, Doris Klawunde, sieht keine andere Möglichkeit, als die Kita-Angelegenheiten direkt in den jeweiligen Kommunen zu regeln. Außerdem solle die Region mitteilen, welche Kita-Kosten in welcher Höhe sie in den Städten und in den Gemeinden erstattet. „Die frühkindliche Bildung muss da organisiert werden, wo sie anfällt“, sagt CDU-Fraktionschef Bernward Schlossarek. Deshalb müsse die Regionsumlage gesenkt werden, verlangt Schlossarek. Seine SPD-Kollegin Silke Gardlo meint, es sei ein Grundgedanke der Region, möglichst viele Aufgaben an die Städte und Gemeinden abzugeben. Auch sie hat die Sorge, dass andere Kommunen dem Beispiel folgen könnten.

Von Mathias Klein und Jörg Rocktäschel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Region
Fotowettbewerb: HAZ-Leser fotografieren den Sommer

Beim Fotowettbewerb "Festgehalten" im Sommer 2016 senden HAZ-Leser ihre schönsten Fotos aus Hannover.

Wann und wo gibt es Floh- und Trödelmärkte sowie Basare in Hannover und der Region? Wir haben eine Übersicht zusammengestellt.

An welchen Tagen kann in Hannover und der Region 2016 sonntags eingekauft werden? Eine Übersicht der Verkaufsoffenen Sonntage haben wir hier für Sie zusammengestellt.