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Bauern planen Lichterkette entlang Südlink-Trasse

Demonstration Bauern planen Lichterkette entlang Südlink-Trasse

Mit einer Lichter- und Fackelkette wollen die Landwirte niedersachsenweit am Montag, 15. Mai, demonstrieren, wie der geplante Korridor für die Mega-Stromtrasse Südlink die Landschaft und damit ihre Felder durchschneidet - wenn auch nur unterirdisch.

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Im Osten der Region sollen Erdkabel zum Einsatz kommen, wie sie etwa bei Raesfeld in Nordrhein-Westfalen verwendet wurden.

Quelle: Roland Weihrauch/dpa

„Verhindern wollen wir den Südlink nicht, aber wir fordern einen fairen Ausgleich sowie einen behutsamen Umgang mit den Feldern während der Bauarbeiten“, sagt Holger Hennies, Landvolkvorsitzender in der Region Hannover.

Zwar werden die voraussichtlich acht 320-kV-Gleichstromleitungen von der Nordseeküste bis nach Bayern und Baden-Württemberg unsichtbar in etwa 1,30 Meter Tiefe im Boden verlegt. Doch gerade das beunruhigt die Landwirte. Sie befürchten trotz aller gegenteiligen Beteuerung des Netzbetreibers und Bauherrn Tennet erhebliche Beeinträchtigungen bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen.

Um ihren Forderungen stärkeres Gewicht zu geben, haben sich die Landwirte jetzt unter dem Dach des Landvolks zu einer Arbeitsgemeinschaft (AG) Südlink Niedersachsen zusammengeschlossen. Diese AG organisiert auch den leuchtenden Protest am nächsten Montag. Ab 21.30 Uhr soll sich quer durchs Land - von Stade bis zur Thüringer Grenze - eine Lichterkette ziehen. „Überall wird die Aktion derzeit vorbereitet“, sagt Landvolksprecherin Gaby von der Brelie.

Die drei wichtigsten Forderungen aus dem Zehn-Punkte-Papier der AG Südlink nennt Holger Hennies: Die Bauplanung und die Bauarbeiten müssen von unabhängigen Fachleuten überwacht werden, damit mit dem Boden pfleglich umgegangen wird.

Die Grundeigentümer wollen keine einmalige Entschädigung, wie derzeit geplant, sondern jährliche Zahlungen ähnlich einer Pacht. „Kommunen lassen sich auch jährlich entschädigen“, sagt Hennies. Darüber hinaus soll sich die Höhe der Entschädigungszahlungen an den Konzessionsabgaben, die die Kommunen für den Betrieb von Stromleitungen verlangen, orientieren. Für die Landwirte sind laut Hennies derzeit 0,04 Cent pro kWh-Leistungskapazität im Gespräch, Konzessionsabgaben bewegen sich hingegen zwischen 0,61 und 2,39 Cent.

Hennies, der einen Betrieb in Uetze-Schwüblingsen bewirtschaftet, organisiert die Lichterkette - vor allem Traktoren mit Rundumleuchten - für den Abschnitt von Schwüblingsen durch die Feldmark von Oelerse und Röhrse im Landkreis Peine bis zur A 2. Denn die von Tennet favorisierte Trassenvariante verläuft östlich der Landeshauptstadt und so mit quer durch das Uetzer Gemeindegebiet und den Landkreis Peine.

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