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Deshalb kämpft die Feuerwehr Bennigsen mit Fake News

Springe Deshalb kämpft die Feuerwehr Bennigsen mit Fake News

Hohn und Spott aus ganz Deutschland prasseln auf die Feuerwehr Bennigsen ein: Das neue Gerätehaus in Springe-Bennigsen ist angeblich zu klein gebaut – doch das stimmt gar nicht. Aber diese Falschmeldung lässt sich nicht aus der Welt schaffen und kostet die Feuerwehrmänner in dem Ort Zeit und Nerven.

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Groß genug: Das Feuerwehrgerätehaus in Bennigsen.

Springe. Eine gezielt gestreute Falschmeldung hält seit Wochen die Freiwillige Feuerwehr und das Rathaus in Springe in Atem. Mitte August war auf mehreren Internetseiten ein Text über das für eine Millionen Euro neu errichtete Feuerwehrhaus von Bennigsen veröffentlicht worden. In dem Bericht war die Rede davon, dass das Gebäude nicht die notwendigen Voraussetzungen erfülle und deshalb von der Feuerwehr nicht genutzt werden könne. Fotos, die die aufgestellten Behauptungen belegen sollten, wurden ebenfalls ins Netz gestellt. Der Tenor des Textes: Das neue Gerätehaus sei zu klein. Die Löschfahrzeuge passten nicht hinein, es sei nicht genug Platz, damit die Helfer sicher um die Fahrzeuge herum gehen könnten. Die Fotos zeigten ein mit Rollen von Feuerwehrschläuchen und Fahrzeugen vollgestellte Halle.

Seit der Veröffentlichung bekommt Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe regelmäßig Anrufe von Kollegen aus der gesamten Bundesrepublik. Der Inhalt ist immer der gleiche: „Sie fragen, ob wir zu blöd sind, ein neues Feuerwehrhaus zu bauen“, sagt der erfahrene Feuerwehrmann, der 36 Jahre lang im Dienst der hannoverschen Berufsfeuerwehr stand, bevor er den Posten in Springe annahm. Das neue Feuerwehrhaus erfülle, anders als in der Falschmeldung dargestellt, alle Voraussetzungen, sagt Springes Stadtbrandmeister. Das Gebäude sei zudem noch gar nicht fertig und deshalb auch noch nicht an die Feuerwehr übergeben worden. „Verzögerungen gab es lediglich bei Zufahrt zu dem Gebäude - die wird erst später als geplant befestigt, aber dieser Schritt ist mit allen Verantwortlichen so abgesprochen“, sagt Tschöpe. Die Fotos, die im Internet aufgetaucht waren, seien nach einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr entstanden. „Die Kameraden hatten die Schläuche und die Fahrzeuge lediglich für wenige Stunden in dem neuen Gerätehaus untergestellt - in dieser Zeit müssen die Fotos aufgenommen worden sein“, sagt Tschöpe.

Verfasser der umstrittenen Zeilen und der Urheber der Fotos ist Wolfgang Decius, der in seiner Freizeit als Reporter im Bereich Springe unterwegs ist und seine Texte auf verschiedenen Portalen veröffentlicht. „Drei Feuerwehrleute sind mit mir durch das Gebäude gegangen und haben mir alles gezeigt“, gibt Decius im Gespräch mit der HAZ zu. Die Tür zum Gerätehaus sei offen gewesen, weil Techniker dort gerade mit Arbeiten befasst waren. Die Stadt Springe prüft dennoch eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Verleumdung und sucht derzeit fieberhaft nach den drei Feuerwehrleuten, die die Falschmeldung mit ins Rollen gebracht hatten.

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