Über Tage zeigten die Thermometer in der Woche vor Weihnachten tiefe Minusgrade an. Inzwischen sind die Temperaturen wieder gestiegen. Viele Schäden aber, die die Kälte hinterlassen hat, werden erst jetzt sichtbar. Die Feuerwehr ist während der Festtage erneut mehrmals ausgerückt, um geplatzte Leitungen zu flicken und Wasserschäden zu beheben. Außerdem beschäftigte eine Reihe von Sturmschäden die Feuerwehren in Stadt und Umland.
Allein die Feuerwehr Hannover registrierte während der Weihnachtstage 17 neue Wasserrohrbrüche. In den Tagen zuvor waren die Helfer bereits zu 40 Rohrbrüchen gerufen worden. In allen Fällen waren die Leitungen zunächst zugefroren und dann geplatzt.
Besonders schlimm traf es eine Familie in Kleefeld. Als sie am zweiten Weihnachtstag nach einem mehrwöchigen Urlaub in ihr Haus in der Spinozastraße zurückkehrte, stand die gesamte Altbauvilla unter Wasser. Als Ursache vermutet die Feuerwehr einen vermutlich bereits seit Tagen, wenn nicht seit Wochen defekten Wasserhahn im Obergeschoss. „Es ist gut möglich, dass auch in diesem Fall die Kälte der Leitung zusetzte und der Hahn deswegen brach“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Definitiv geklärt sei das aber noch nicht.
Die Feuerwehr drehte den Haupthahn zu und pumpte das Wasser aus dem Keller. Dennoch liefen auch Stunden später noch dicke Wassertropfen die Innenseiten der Fenster herunter. „Die Decke und alle Wände sind vollkommen durchnässt. Das Haus muss vermutlich entkernt werden“, sagte der Feuerwehrsprecher. Ein Baustatiker erklärte das Haus inzwischen für unbewohnbar. Zur Höhe des entstandenen Schadens lagen gestern noch keine Angaben vor. Der Altbau soll in den kommenden Tagen von Experten begutachtet werden, um einen Überblick über die Schäden an der Gebäudesubstanz zu bekommen.
Auch im Messebahnhof Laatzen musste die Feuerwehr während der Feiertage gleich zwei Wasserschäden beseitigen.Während der kalten Tage waren die Wasserleitungen in der Decke der Verteilerebene offenbar an mehreren Stellen gebrochen. An Heiligabend tropfte das Wasser aus der Decke direkt auf die Oberleitungen und Gleise. Teile des Bahnhofs wurden durch den Notfallmanager der Deutschen Bahn für den Zugverkehr gesperrt. Der Betriebsablauf der Bahn wurde dadurch in den frühen Morgenstunden kurz gestört. Am ersten Weihnachtstag tropfte das Wasser dann aus einem zweiten Leck. Wie groß der entstandene Schaden ist, und ob möglicherweise noch mehr Leitungen Schaden genommen haben, soll in den kommenden Tagen geklärt werden.
Neben den Wasserrohbrüchen haben Sturmböen mit einer Geschwindigkeit zwischen 80 und 100 Stundenkilometern die Feuerwehren in Stadt und Umland am ersten Weihnachtstag wiederholt auf den Plan gerufen. In Ronnenberg stürzten in den frühen Nachmittagstunden mehrere Bäume auf Gehwege und Straßen. Personen wurden dabei nicht verletzt. In Wennigsen fiel eine Tanne auf den Vorbau eines Wohnhauses. Dabei wurde das Dach beschädigt und vorerst mit einer Plane abgedeckt. In Empelde deckte der Sturm am Nachmittag das Dach einer Lagerhalle ab und löste die Dachhaut auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern von der Isolierung. Den entstandenen Schaden schätzt die Feuerwehr auf rund 50 000 Euro.
Im Stadtgebiet Hannover rückte die Feuerwehr lediglich wegen kleinerer Sturmschäden aus. An einem Hochhaus in der Hildesheimer Straße in Döhren hatte der Sturm die Verkleidung einer Fassade gelockert. Die Feuerwehr entfernte die Platten aus Sicherheitsgründen. Kurz darauf gab auch die Reklame eines Hotels in der Rendsburger Straße in Lahe dem Wind nach und drohte, auf die Straße zu stürzen. Im Stadtteil Mühlenberg beseitige die Feuerwehr am Abend einen umgefallenen Baum, und in der Südstadt sicherten die Einsatzkräfte ein Baugerüst.
vmd
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