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Nach Auseinandersetzung

Kampf der Reviere in Sarstedt


Die brutale Auseinandersetzung zwischen Jugendgangs in einer Stadtbahn der Üstra in Sarstedt am zweiten Weihnachtstag schreckt Polizei und Öffentlichkeit auf.
„Egal, wer ihr seid, wir sind stärker“: Auf dem Klei in Sarstedt machen die Jugendlichen sich die Dinge einfach.

„Egal, wer ihr seid, wir sind stärker“: Auf dem Klei in Sarstedt machen die Jugendlichen sich die Dinge einfach.

© Rainer Surrey

Mit Baseballschlägern, Schlagringen und Messern bewaffnet hat eine Bande von 20 bis 30 Personen am zweiten Weihnachtstag eine Stadtbahn der Üstra in Sarstedt gestürmt und eine Gruppe Jugendlicher offenbar gezielt angegriffen. Wie kam es dazu, was waren die Hintergründe? Eine Spurensuche in Sarstedt:

Nein, dabei gewesen ist natürlich niemand von ihnen. Sicher, man habe gehört von der Schlägerei in der Straßenbahn, so etwas spreche sich eben herum in Sarstedt, aber sie selbst, nein, sie seien nicht dort gewesen an jenem Abend. Unter den Kapuzen ihrer Pullover machen die Jungs aus dem Sarstedter Viertel „Auf dem Klei“ unschuldige Gesichter, die Hände stecken tief in den Taschen der weiten Jeans. Doch was sie so gehört haben, ist recht detailliert.

Seit am zweiten Weihnachtstag 20 bis 30 zum Teil bewaffnete junge Männer an der Sarstedter Wendeschleife eine Stadtbahn gestürmt und sich mit einer Gruppe von zehn bis 15 Kontrahenten eine brutale Schlacht in einem der Waggons geliefert haben, stellt man sich in der Kleinstadt viele Fragen. Etwa die nach der Jugendbande „Klai 4 Life“. Früher, sagt Polizeisprecher Frank Müller, sei die in Sarstedt sehr aktiv gewesen, „aber jetzt hatten wir sie nicht mehr so richtig auf dem Schirm“. Dabei bemüht sich die Gruppe nach Kräften um Aufmerksamkeit.

Im Internet kursieren Musikvideos mit deutschen Rap-Texten, in denen die Jugendlichen verschiedener Nationalitäten das Hohelied auf ihr „Getto“ singen – jene Siedlung dreigeschossiger Bauten, die bei bloßer Inaugenscheinnahme kaum den Eindruck einer deutschen Kleinstadtbronx macht. „Ganz egal, wer ihr seid, wir sind stärker“, rappen Mitglieder von „Klai 4 Life“. Am Tag, nachdem die Schlacht an der Wendeschleife publik geworden ist, zucken die Jungs vom Klei gelangweilt mit den Achseln und erklären ihre Sicht der Dinge. Dass es eben nun mal so ist, dass man als Sarstedter Probleme mit denen aus Laatzen hat.

Und mit denen aus Ricklingen und Linden. Und warum? „Tradition“, sagt einer der Älteren. Viel ist hineingeheimnist worden in den Vorfall vom Weihnachtstag, von Familienfehden ist die Rede und von Racheakten, von Konflikten unter Nationalitäten. Immerhin wurde bei den Auseinandersetzungen ein 18-Jähriger aus Hannover durch Messerstiche schwer verletzt, ein 25-jähriger Sarstedter erlitt leichtere Verletzungen.

Glaubt man den Jugendlichen auf dem Klei, dann gibt es eine einfache Erklärung für den brutalen Kampf: „Wir sind von hier, die sind von woanders. Wenn die hierherkommen und Ärger machen, bekommen sie auf die Schnauze.“ Erhellenderes kann die Sarstedter Kripo auch noch nicht sagen. Warum es zu der Auseinandersetzung gekommen ist, sei unklar, sagt Sprecher Frank Müller. „Bislang sind keine weiteren Hinweise von Zeugen bei uns eingegangen.“ Bestätigen kann man immerhin, dass es sich bei dem Vorfall offenbar um Streitigkeiten zwischen zwei Jugendgruppen handelt. Unklar ist noch, inwieweit „Klai 4 Life“ verwickelt ist. In jedem Fall ermittelt die Polizei jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung und mehrfachen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Bei der Sarstedter Stadtverwaltung dagegen ist die Feindschaft zwischen den Jugendlichen aus der Stadt und denen aus Laatzen beziehungsweise Linden hinlänglich bekannt. „Es ist kein Geheimnis, dass es da immer wieder zu Streitigkeiten kommt“, sagt eine Mitarbeiterin. Dass es zu einer Verschärfung des Konflikts kommen könnte, sei allerdings nicht erkennbar gewesen. Auch die Polizeidirektion Hannover hat in jüngster Zeit keinerlei gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Jugendgangs notiert. „Nach unserer Kenntnis sind zuletzt vor anderthalb Jahren Jugendliche aus Laatzen und Linden aneinandergeraten“, sagte Polizeisprecherin Petra Holzhausen.

Glaubt man den Schilderungen der meist türkischen Sarstedter Jungs, muss man nach dem jeweils aktuellen Anlass für eine Auseinandersetzung nicht allzu tief schürfen. Man hat eben Ärger miteinander. „Kann sein, dass einer von unseren mit einem Mädel von denen was angefangen hat“, sagt einer. „Oder man hat gegeneinander Fußball gespielt und von damals noch was auszutragen.“ Dieses Mal, so sagt ein Teenager, seien sich Sarstedter auf der einen sowie Laatzener und Lindener auf der anderen Seite an Heiligabend bei einem türkischen Konzert in Hannover über den Weg gelaufen.

Man hat sich gegenseitig provoziert und dann vereinbart, die Sache später auszutragen. „Mancher hat eine Telefonnummer von einem der Gegenseite“, sagt einer. „Dann schreiben die eine SMS, wann sie hier sind, und wir nehmen sie an der Schleife in Empfang.“ Bis vor gut einem Jahr sei die Lage ein wenig ruhiger gewesen, dann aber hätten sich zwei in die Haare bekommen. Einer von denen und einer vom Klei. „Seitdem gibt es wieder öfter Ärger“, sagen sie. Dann schlagen die Kinder vom Klei die Kragen wieder hoch und ziehen weiter durch ihr Viertel. Richtung Spielplatz, wo die ganz Kleinen schon jetzt mit Böllern herumspielen.

Hin und wieder hallt ein Knall von den Wänden der Flachdachbauten wider, und wer vorbeigeht, auf den legen die Sechsjährigen mit ihren Zeigefingern an und schließen fachmännisch ein Auge. „Klack klack, bumm“, sagt einer und lädt wieder durch. „Komm mit zehn deiner Leute, und ich bring ’ne Armee“, rappt „Klai 4 Life“ im Internet pathetisch. „Das ist unser Revier, das ist unser Hood. Wir sterben jung und ehrenvoll den Soldatentod.“

von Felix Harbart und Tobias Morchner

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  • Armes Deutschland Ampeah – 12.01.10
    Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen: www.haz.de/nutzungsbedingungen.
  • Nicht zu fassen... Hannoveraner – 30.12.09
    Herr Morchner schafft es aber auch immer wieder eine gewisse Stimmung gegen Gruppen oder gegen Ausländer zu erschaffen.

    Schon mal daran gedacht, dass deutsche Jugendliche den selben Müll machen? Es ist immer leicht zu sagen die bösen Ausländer sind schuld, es liegt an jedem selbet wie er mit anderen umgeht, egal welche Nation, wer anderen Gewalt antut gehört für mich sofort weg gesperrt. In Deutschland passiert sowas aber nicht, die Strafen sind zu niedrig, deswegen gibt es immer mehr Gewalt.
  • Politisch so gewollt Deutscher – 30.12.09
    Ist alles politisch so gewollt. Ghettobildung, Ausländerüberfremdung und Umvolkung fordern nun ihren Tribut.
    Es wird nicht mehr lange dauern, dann geht es in der BRD zu wie in der Bronx.
    Und der Deutsche schaut dumm aus der Wäsche und kann nicht glauben, was das etablierte Parteiensystem ihm eingebrockt hat.

    Falsch gewählt und dem falschen System gehuldigt wird die Anwort sein.
  • Kopschütteln Laatzener – 30.12.09
    Sowas sollte die Rotzlöffel mal in Ihren Heimatländern abziehen.
    Die würde in das tiefste Kellerloch gesperrt werden.

    Aber wen wundert es? Nur weil es unseren Politikern in diesem Fall nicht gelungen ist die Sache rechtzeitig herunterzuspielen, oder zu vertuschen?

    Ich bin in einem der sozialen Brennpunkte groß geworden und weiß wie die Uhren dort ticken.
    Allerdings waren früher die Regeln ein paar andere. An Waffen war nicht zu denken.

    Der einzige Weg den möchtegern Gangstern die Flausen auszutreiben ist ein ganz einfacher.
    Die Jungs von beiden Gruppen werden in Gewahrsam genommen und dann gemeinsam in eine Turnhalle gesperrt. Und dann gibt man denen eine Woche, ohne Kontakt nach aussen Zeit um ein gemiensames Projekt auf die Beine zu stellen.

    Sollte das auch nicht helfen, dann halt Briefmarke auf den allerwertesten und ab nach Hause.
    Und das ganze muss Publik gemacht werden! Damit sich andere Bengel gar nicht erst so nen Unsinn ausdenken!

    Dieses Verhalten ist kein Einzefall, sondern mittlerweile in vielen Städten und Stadteilen der Normalfall!!!
    Unsere Politiker und deren Kinder müssen mal raus aus Ihren kleinen behüteten Vorstädten und Privatschulen und sich das wahre Leben anschauen!!!
    Und ich empfinde das öffentliche Diskutieren solcher Probleme weder als Rassistisch, noch als Volksverhetzend.
    Wir reden hier nicht von Ethnien oder Völkern, sondern wir reden von ganz normalen Straftätern. Ob die grü, gelb, blau, orange oder lilagestreift sind ist völlig egal.

    Wenn diese Entwicklung nicht gestoppt wird, dann wird es bald ganze Stadtteile geben, in denen sogar die Polizei resignieren muss.
    Ich bin sogar der Meinung, dass sie dieses bereits in einigen Ecken von Laatzen längst getan haben. (Wer will es ihnen verdenken? Ich möchte nicht wegen ein paar möchtegern "Gangstern" mein Leben aufs Spiel setzen)
  • @ bildung Lehrer Lempel – 30.12.09
    Was nutzen mehr Schulen, Lehrer, Geld für Eltern, bunteres Leben, wenn die Menschen, die dringend etwas für ihre Zukunft tun müssen, nämlich Lernen, Lernen, Lernen kein Interesse haben. Das geht schon in der Grundschule los, Türken und Russen haben überwiegend kein Interesse an Schule und/oder Deutsch, Kinder von Asiaten sind dagegen richtig bildungsgeil. Die Probleme sind hausgemacht, und zwar vom jeweiligen Elternhaus. Die Eltern haben häufig auch kein Interesse an Bildung und ihnen fehlt der Horizont für ein besseres Leben ihrer Kinder, kommen meist nicht einmal zum Elternabend oder den Sprechtagen. Nur wenn es schulisch schief geht, kommen sie und machen den Lehrern Vorwürfe! Noch Fragen?
    Ich habe die Schnauze so was von voll von dieser Einstellung und dann noch mehr Geld für Schule, Lehrer etc. fordern...frech.
  • Jugendgewalt Besorgter Vater – 30.12.09
    Die zugewanderte Gewalt und Kriminalität kommt auch in den Kleinstädten an.

    Die ach so toleranten und multikultischwangeren Realitätsverweigerer werden jetzt auch von dem Problem eingeholt und einfach umziehen hilft nicht mehr.

    Dieses Problem wird uns stärker und stärker beschäftigen. Für Gutmenschengeschwätz habe zumindest ich nur noch Verachtung über, denn ich mache mir ernsthaft Sorgen um Tochter und Sohn.
  • Kommentarlöschung Dummer Michel – 30.12.09
    Wenn jetzt noch meine Kommentare gelöscht werden, macht das die ganze Sache nicht besser.

    Ich bestehe weiterhin auf meine Meinungsfreiheit.

    Bitte den Kommentar wieder freischalten.

  • ....und es ändert sich .... nix!! Dummer Michel – 30.12.09
    ...und wieder mal der dumme Michel.

    Es werden weiterhin die gleichen Parteien gewählt, die eben diese sozialen Zustände erst möglich gemacht haben.

    ...Mensch Ihr Hannoveraner, wählt doch wenigstens die Tierschutzpartei das nächste Mal, oder die bibeltreuen Christen, selbst die sind noch besser....

    Übrigens hat mir noch keiner auf meine Frage geantwortet, ob ein "vielfacher Einzelfall" ein Oximoron ist. Denn wir haben ja so schön viele "Einzelfälle" hier. Mal gibt´s ne Massenschlägerei in der Bahn, mal fliegt ein Laden in die Luft. Mal sehen, was als nächstes kommt.

    Auf ein schönes Leben in Hannover. Prost!
  • bemerkenswerte Sichtweise Grit Klönchen – 30.12.09
    „Wir sind von hier, die sind von woanders. Wenn die hierherkommen und Ärger machen, bekommen sie auf die Schnauze.“

    Dies sagen Migranten, die in Deutschland leben. Hätschelkinder der jahrelang verfehlten Multi-Kulti Politik, die unserem Land über kurz oder lang Verhältnisse wie in Bosnien oder Kosovo bescheren werden. Ein Deutscher könnte dies zurecht sagen, würde aber als Nazi beschimpft werden.
  • Polizistentraum Jörg Allner – 30.12.09
    Was kann es aus Sicht der Strafverfolgungsbehörde schöneres geben, als Straftäter, die sich im Netz, also öffentlich, zu erkennen geben und sich selbst bezichtigen? Welcher Staatsanwalt oder Polizist hätte noch vor 10 Jahren zu hoffen gewagt, dass sich Straftäter dareinst bei ihren Delikten selbst filmen und vieles, was zu ihrer Ergreifung und Aburteilung nötig ist, via Web höchstpersönlich abliefern?
  • @ js matte b. – 30.12.09
    du hast es erkannt, genauso unsinnig wie man seine vermeintliche und herbeigesponnene "volkszugehörigkeit" dazu benutzt sich gegenüber anderen gruppen, zudem stets minderheiten aufzuspielen, agieren diese kids.

    diese ghetto-pfeifen machen doch haargenau das selbe, was hunderte, bzw. tausende hooligans jedes wochenende machen. sich aufgrund irgendeiner zugehörigkeit auf die rübe zu hauen
  • ... JS – 30.12.09
    "Wir sind von hier, die sind von woanders."

    Diese Worte in nur leicht verändertem Bezug von einem Deutschen - und wir hätten wieder ein Naziproblem.
  • Konflikte vorprogrammiert Lindener – 30.12.09
    "Wir sind von hier, die sind von woanders."

    Mit solchen Parolen kann und wird es immer wieder Ärger geben.
    Wer nichts hat auf dass er eigenständig stolz sein kann oder was er selbstständig erreicht hat, beruft sich eben auf solch konstruierte Kollektive wie Banden, Stadtteile oder auch Nationen.

    In der oben genannten Parole steckt der Ausdruck jahrtausende langer Konflikte und Kriege.

    Man sollte den Leuten etwas geben was ihnen Sinn bereitet. Schule, Ausbildung und Perspektive.
    Wer für sich und oder gar seine Familie sorgen muss, verliert schnell das Interesse sich für solche alberne Sachen gegenseitig zu bekämpfen
  • südländisches Temperament pit – 30.12.09
    Claudia Roth übernehmen Sie!! Für alle anderen ist das nichts Neues .. gähn ..
  • bildung bildung – 30.12.09
    baut mehr schulen stellt mehr leherer ein . geibt eletern mehr geld . macht das leben bunter
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