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Drei Regionskliniken schließen - eine wird gebaut

Klinikum Region Hannover Drei Regionskliniken schließen - eine wird gebaut

Das Klinikum Region Hannover (KRH) baut in den kommenden Jahren massiv um: Geplant ist der Bau eines neuen Hauses im Osten der Region. Wie aus Kreisen des Aufsichtsrates verlautete, soll die neue Klinik mit etwa 400 bis 500 Betten die bisherigen Krankenhäuser in Großburgwedel und Lehrte ersetzen. Springe soll mittelfristig in eine Praxisklinik umgewandelt werden.

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Das Krankenhaus in Großburgwedel soll wie die Klinik in Lehrte durch eine neue Klinik ersetzt werden.

Quelle: Archiv/Symbolfoto

Hannover. Das finanziell klamme Klinikum Region Hannover (KRH) macht ernst mit der Konsolidierung des Konzerns: Die Geschäftsführung um Barbara Schulte plant die Schließung dreier kleinerer Kliniken und gleichzeitig den Bau eines neuen, großen Krankenhauses im Osten der Region. Zur Begründung heißt es aus Kreisen des Aufsichtsrates, Kliniken mit einer Bettenzahl unter 400 seien nicht mehr wirtschaftlich zu führen. Zu dem regionseigenen Klinikum gehören derzeit zwölf Krankenhäuser in Stadt und Umland. Die Umstrukturierungspläne der Geschäftsführung tragen den Namen „Medizinstrategie 2020“. Der Aufsichtsrat des Klinikums und die Regionsversammlung müssen noch zustimmen.

Wie aus Kreisen des Aufsichtsrates verlautet, soll die neue Klinik mit etwa 400 bis 500 Betten die bisherigen Krankenhäuser in Großburgwedel und Lehrte ersetzen. Sie könnte nach sechs bis acht Jahren Planungs- und Bauphase in Betrieb gehen. Auf einen Standort haben sich die Planer um die KRH-Geschäftsführung offenbar noch nicht festgelegt. Im Gespräch sind Burgdorf sowie ein Standort zwischen Isernhagen H.B. und Großburgwedel. Keine Zukunft soll nach den Plänen der Klinikumsleitung das Krankenhaus in Springe haben. Es soll in das Klinikum Robert Koch in Gehrden „integriert“ werden. Als Ersatz wird nach den derzeitigen Planungen eine sogenannte Praxisklinik ohne stationäre Behandlung entstehen. Dort würden niedergelassene Ärzte in Zusammenarbeit mit der Klinik eine Notfallversorgung sicherstellen. Ein Fachmann schätzt, dass der Umbau in Gehrden sowie der Neubau im Osten der Region etwa 200 bis 300 Millionen Euro kosten würde.

Die Geschäftsleitung des Klinikums wollte sich zu den Plänen gestern nicht äußern. Regionspräsident Hauke Jagau, gleichzeitig Vorsitzender des Klinikum-Aufsichtsrates, verwies darauf, dass man Stillschweigen zu Detailfragen vereinbart habe. Ziel sei eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe Gesundheitsversorgung, sagte er lediglich. In Planung sei ein „großes Maßnahmenpaket, das dazu führen soll, dass das Klinikum wettbewerbsfähig ist“.

Die Kliniken des Klinikums Region Hannover im Bilder-Überblick.

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Mit dem Klinikneubau im Osten der Region will die kommunale Klinikgruppe offenbar an die erfolgreiche Zusammenlegung der KRH-Standorte Siloah und Oststadt-Heidehaus anknüpfen. Eine neue Klinik mit 400 bis 500 Betten in zeitgemäßer Architektur mit verbesserten betrieblichen Abläufen könne wirtschaftlicher und medizinisch hochwertiger betrieben werden, als zwei verhältnismäßig kleine Standorte, heißt es. Großburgwedel verfügt über rund 240 Betten, das Lehrter Klinikum über 170. Ein neuer Standort etwa in Isernhagen hätte den Vorteil, dass die neue Klinik für die Wedemark besser zu erreichen wäre.

2013 hatte das KRH ein Jahresdefizit von 20 Millionen Euro verzeichnet. Seit Jahren ringt die Klinikgruppe um das Erreichen der sogenannten schwarzen Null. Inwiefern das Land den Bau einer neuen Klinik bezuschussen wird, ist unklar. Schließlich war erst im vergangenen Jahr mit 140 Millionen Euro für das Klinikum Siloah der Löwenanteil der gesamten Landesförderung in die Region Hannover geflossen.

Von Veronika Thomas und Martin Lauber

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