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Burgwedel wird zum Ebola-Zentrum

Massenproduktion von Impfstoff Burgwedel wird zum Ebola-Zentrum

Die weltweit erste Massenproduktion von Impfstoffen gegen das todbringende Ebola-Virus entsteht im Norden der Region Hannover. Der US-Pharmakonzern Merck & Co. investiert dafür zweistellige Millionenbeträge in seinen Standort Burgwedel. Bereits im kommenden Jahr soll die Herstellung des Impfstoffes beginnen.

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Bald soll ein Impfstoff vor dem Ebola-Virus schützen. Die erste Massenproduktion entsteht in Burgwedel.

Quelle: MSD

Burgwedel. „Für uns ist das eine Riesennummer“, sagte der Geschäftsführer der für die Fertigung verantwortlichen Konzerntochter Burgwedel Biotech, Fons Verhaegen, der HAZ. Während der Ebola-Epidemie in Westafrika, die erst Anfang 2016 für beendet erklärt wurde, hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO den Weg zur Beschleunigung der umfangreichen Tests für Impfstoffe freigemacht. Das Präparat von Merck & Co., das aufgrund der Namensgleichheit zum deutschen Merck-Konzern außerhalb Nordamerikas nur unter dem Namenskürzel MSD auftritt, stellte sich als das beste im Vergleich heraus.

So soll das Ebola-Zentrum in Burgwedel aussehen

So soll das Ebola-Zentrum in Burgwedel aussehen

Quelle: MSD

Klinische Studien mit mehr als 15.000 Probanden zeigten eine hundertprozentige Wirksamkeit. Sechs bis zehn Tage nach dem einmaligen Verabreichen einer Spritze waren die Menschen geschützt. Die Genfer Impfstoff-Allianz Gavi hat inzwischen fünf Millionen Dollar für die weitere Entwicklung zur Verfügung gestellt. Merck versicherte im Gegenzug, eine Notration des Impfstoffes schon jetzt vorzuhalten. Die Massenproduktion in Burgwedel werde außerdem lediglich kostendeckend arbeiten, hieß es. Gewinne soll der weltweit fünftgrößte Pharmakonzern damit nicht erwirtschaften.
Das Werk in Burgwedel werde künftig – wenn nötig – mehrere Millionen Dosen im Jahr herstellen können, sagte Verhaegen. Den Zuschlag bekam der Standort, der eigentlich auf Impfstoffe für Haus- und Nutztiere spezialisiert ist, weil er ohnehin mitten in der Expansion steckt. Denn es sollte schnell gehen. Ein Teil der Werkserweiterung in direkter Nähe zu Ikea an der A7 wird jetzt für das Ebola-Impfprojekt verwendet. Die für 2016 und 2017 veranschlagten Investitionen wachsen von 
36 auf 60 Millionen Euro. Die Belegschaft soll um gut 50 auf 200 Mitarbeiter wachsen. „Wir brauchen dringend erfahrene Fachkräfte“, meinte Verhaegen. Unter anderem suche man Laboranten, Pharma- und Chemikanten.

Ansteckungen in den USA und Spanien, ein Toter Patient in Deutschland: Ein Rückblick auf den Verlauf der Ebola-Epidemie in Westafrika und die Auswirkungen auf andere Länder:

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Weder die Beschäftigten noch Anlieger oder Behörden müssten sich um die Sicherheit der Produktion sorgen, betonte der Manager. „Es besteht keinerlei Risiko, sich anzustecken.“ Bei der Produktion werde nur ein stark abgeschwächter „Lebendimpfstoff“ verwendet, der keine Erkrankung auslösen könne. Auf diese Weise würden auch klassische Impfstoffe etwa gegen Masern, Windpocken oder Röteln produziert. Die Herstellung erfordere auch keine Hochsicherheitsbereiche. Produktionstechnisch sei das Ebola-Mittel ein Impfstoff wie jeder andere. Behörden und Anlieger hat der Konzern bereits über das Vorhaben informiert.

Was ist Ebola?

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst hämorrhagisches - mit Blutungen einhergehendes - Fieber aus. Je nach Ausbruch sterben daran nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 25 bis 90 Prozent der Patienten. Trotz intensiver Forschung ist derzeit weder eine Impfung noch ein Heilmittel auf dem Markt. 2014 entwickelt sich die Krankheit zu einer Epidemie, vor allem in Westafrika sind Menschen betroffen. Nach offiziellen Angaben wurden im Verlauf dieser Epidemie bisher einschließlich der Verdachtsfälle rund 9200 Erkrankungs- und 4500 Todesfälle identifiziert.

Von Lars Ruzic

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