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Vier Jahre Haft nach Schüssen auf Polizisten

Jäger verurteilt Vier Jahre Haft nach Schüssen auf Polizisten

Ein 51-Jähriger aus Lehrte feuerte auf einen Beamten des Sondereinsatzkommandos – und verfehlte den Polizisten nur knapp. Zuvor hatte er bereits Warnschüsse auf Spaziergänger abgegeben. Dafür musste Helgo P. sich nun vor Gericht verantworten.

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Helgo P. aus Lehrte erschreckte im Herbst 2015 mit einem Warnschuss bei Nacht zwei Spaziergänger vor seinem Haus fast zu Tode und feuerte Stunden später einen Schuss auf Polizisten ab, die sein Haus stürmten. 

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hildesheim/Lehrte. Er erschreckte mit einem Warnschuss bei Nacht zwei Spaziergänger vor seinem Haus fast zu Tode und feuerte Stunden später einen Schuss auf Polizisten ab, die sein Haus stürmten. Am Montag verurteilte das Schwurgericht Hildesheim Helgo P. wegen versuchten Totschlags und Bedrohung in zwei Fällen zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten.

Der 51-Jährige aus Lehrte habe in den frühen Morgenstunden des 10. Oktober 2015 nicht die Absicht gehabt, einen Beamten des Sondereinsatzkommandos (SEK) zu töten, sagte der Kammervorsitzende Peter Peschka, habe es aber „billigend in Kauf genommen“. Die Kugel aus einem Jagdgewehr durch eine Tür verfehlte einen Polizisten nur knapp, dieser spürte die Druckwelle an seinem Bein.

Der Täter war 2012 - nach der Trennung von seiner Frau - ins Haus seiner Mutter in Lehrte gezogen. Dort lebten er und die heute 73-Jährige, die unter Wahnvorstellungen leidet, gemeinsam von ihrer Rente. Soziale Kontakte hatten die beiden kaum, fielen den Nachbarn aber gelegentlich durch eigenwilliges Verhalten auf. So störten sich Mutter und Sohn an Autos, wenn diese - völlig legal - vor ihrem verwilderten Grundstück abgestellt wurden, klemmten Zettel unter die Scheibenwischer oder bewarfen die Fahrzeuge mit Ästen.

Richter Peschka schrieb Helgo P. in seiner Urteilsbegründung „Persönlichkeitsakzentuierungen“ zu, erklärte aber, dass dieser bei Abgabe der Schüsse voll schuldfähig war. Auch wenn der Jäger „schroff, misstrauisch und ängstlich“ sei, liege bei ihm doch keine psychische Erkrankung vor.

Das vor dem Haus parkende Paar, das P. am 9. Oktober gegen 22 Uhr mit einem völlig unvermittelten Schuss und dem Ruf „Dies ist die erste und die letzte Warnung“ verjagte, sei keinesfalls mit Einbrechern zu verwechseln gewesen, sagte Peschka. Auch die SEK-Beamten, die Stunden später das Haus stürmten, hätten sich mehrfach und lautstark als Polizisten zu erkennen gegeben; dass der Angeklagte hier erneut Einbrecher gesehen haben will, sei ebenfalls eine reine Schutzbehauptung. Im völlig vermüllten Haus des Waffennarren fanden die Ermittler 20 legale Schusswaffen sowie etliches illegale Waffenmaterial.

Staatsanwalt Wolfgang Scholz hatte dafür plädiert, den 51-Jährigen zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren zu verurteilen. P.s Verteidiger Dimitrios Kotios wollte die Bedrohung der Passanten mit einer Geldstrafe geahndet sehen, plädierte ansonsten - aufgrund einer von P. angenommenen Notwehrlage - auf Freispruch für seinen nicht vorbestraften Mandanten. Der Anwalt kündigte an, Revision einzulegen.

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