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Nach Bombenräumung kehrt der Alltag zurück

Dollbergen Nach Bombenräumung kehrt der Alltag zurück

Nach der aufregenden Nacht mit der Bombenentschärfung und Evakuierung der Einwohner ist am Dienstagmorgen in Dollbergen wieder der Alltag eingekehrt. Nur der Stau der Tankzüge vor dem Werkstor der Altölraffinerie erinnerte daran, dass sich der Ort für rund zehn Stunden im Ausnahmezustand befand.

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Am Morgen nach der Bombenentschärfung: Nur der hellere Boden im Vordergrund erinnert am Dienstag daran, wo die Bombe auf dem Feld neben der Altölraffinerie gelegen hat.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Dollbergen. Der Stau war eine Folge der Evakuierung in einem Radius von einem Kilometer um die Fundstelle der 150-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. „Die Raffinerie hat deshalb am Montag ab 18 Uhr kein Altöl mehr angenommen“, sagt Marc Thomalla von Avista. „Normalerweise könne bis 20 Uhr angeliefert werden. Gegen Mittag hatte sich der Stau – zeitweise verstopften bis zu 16 Tankzüge die Anfahrtsstraße zur Raffinerie – schließlich aufgelöst.

Die Produktion habe zu keiner Zeit stillgestanden, berichtet Thomalla. In Rücksprache mit dem Sprengmeister sei die Produktion mit verminderter Belegschaft weitergelaufen. Nur die Verwaltung sei nicht mehr besetzt gewesen.

Ab 21 Uhr waren Feuerwehrleute von Haus zu Haus gegangen, um die Menschen aus ihren Wohnungen zu evakuieren. Nach Auskunft des Ortsbrandmeisters Thomas Rolle mussten sie nur in Ausnahmefällen Polizisten hinzuziehen, die die Bewohner dann aufforderten, den Sperrbereich zu verlassen. Laut der Ersten Gemeinderätin Ursula Tesch waren 802 Einwohner von der Evakuierungsaktion betroffen. 68 hätten sich nach Uetze ins Schulzentrum begeben. In der Turnhalle hatten Gemeindemitarbeiter für sie Feldbetten aufgestellt und Kinderspielzeug besorgt. Für Essen und Getränke sorgte das Mensateam.

„Sehr viele haben sich auch selbst organisiert“, sagt Tesch. So sei eine größere Gruppe nach Peine in ein Schnellrestaurant gefahren. Sie habe dann irgendwann im Rathaus nachgefragt, ob sie wieder nach Hause könnte. Um 23.24 Uhr gab die Polizei nach einem letzten Kontrollgang durch die Straßen grünes Licht für die Bombenentschärfung. „Diese wurde um 23.40 Uhr erfolgreich abgeschlossen“, berichtet Thomas Bleicher, Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen.

Die Bombe war bei Bodenuntersuchungen auf der geplanten Erweiterungsfläche für Avista gefunden worden. Die Sondierung ist noch nicht beendet.

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Auf der Zufahrtsstraße zur Altölraffinerie stauen sich die Tankfahrzeuge, weil sie am Montagabend ihre Ladung nicht mehr löschen konnten.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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