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Willi Schmotz wird Ehrenvorsitzender

Uetze Willi Schmotz wird Ehrenvorsitzender

Der Vorstand der Hänigser SPD will den langjährigen Vorsitzenden der SPD-Ratsfraktion, Willi Schmotz, am Freitag zum Ehrenvorsitzenden ernennen. "Dagegen habe ich mich lange gewehrt", sagt Schmotz. Aber seinen Einwand, dass es andere eher verdient hätten, habe man nicht gelten lassen

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Willi Schmotz bewahrt immer noch sein erstes SPD-Parteibuch auf, das 1969 ausgestellt wurde.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Hänigsen. Als junger Mann hatte der Hänigser keine politischen Ambitionen: "Wir hatten nach dem Krieg von der Politik die Schnauze voll", sagt Schmotz. Seine Erfahrungen als Soldat während des Zweiten Weltkriegs hatten ihn geprägt. "Ich war ein Gegner der Wiederbewaffnung", erinnert sich der 90-Jährige.

Später wurde er Anhänger der Entspannungs- und Ostpolitik Willy Brandts und Herbert Wehners. Deshalb trat er am 1. Oktober 1969 in die SPD ein. Drei Jahre später zog er in den Rat der damals selbstständigen Gemeinde Hänigsen ein. Die Diskussion über die Gebietsreform bestimmte damals die politische Debatte.  "Die Mehrheit der Hänigser tendierte nach Burgdorf", erinnert sich Schmotz. Hänigsen wurde aber 1974 Ortschaft der neuen Gemeinde Uetze.

1974 übernahm Schmotz den Vorsitz der SPD-Fraktion, die er bis 22 Jahre lang leitete. Ihm merkte man an, dass ihm die Rededuelle mit den CDU-Fraktionschefs, insbesondere mit dem Hänigser Theodor Hansch, Spaß machten. Seine Wortbeiträge würzte er häufig mit einer Prise Ironie.

Das erste Großprojekt nach der Gebietsreform war die Erweiterung des Schulzentrums für 28 Millionen Mark bauen. Um das Projekt in mehreren Etappen zu verwirklichen, musste sich die Gemeinde Uetze enorm verschulden. "Das waren Relationen, die wir vorher nicht kannten", sagt der Sozialdemokrat. Vor der Gebietsreform hätten Hänigsen und Uetze jeweils nur rund 600000 Mark Schulden gehabt.

Obwohl Schmotz' Metier nicht die Umweltpolitik war, schlug ihn seine Fraktion 2001 zur Überraschung vieler als Vorsitzenden des Umweltausschusses vor. Der Hänigser identifizierte sich schnell mit seiner neuen Aufgabe und arbeitete eng mit dem Naturschutzbeauftragten Erhard Zander zusammen. 2004 sorgte er für einen Paukenschlag: Aus Protest, dass die Hauptschule im Eichenhain am Schulzentrum gebaut werden sollte, legte er den Vorsitz nieder. Ein Jahr später schied der Hänigser, der von 1986 bis 1991 aus Kreistagsabgeordneter war, aus dem Rat aus.

Die Sorgen des Veterans

Die Kommunalpolitik verfolgt Schmotz noch heute. Kritsch sieht er, dass es in Niedersachsen nicht mehr an der Spitze der Städte und gemeinden ein hauptamtlicher Gemeindedirektor und ein ehrenamtlicher Bürgermeister stehen. Mit der Einführung des hauptamtlichen Bürgermeisters sei der Rat weitgehend entmachtet worden. "Die Machtverschiebung zugunsten des Bürgermeisters halte ich für demokratiegefährdent", sagt der Hänigser.

Sorgen bereitet ihm auch der hohe Schuldenstand der Gemeinde. "Wer soll denn die bezahlen?" fragt er.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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