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Hänigserin feiert 100. Geburtstag

Hänigsen Hänigserin feiert 100. Geburtstag

Annemarie Brückner ist nach zweieinhalb Jahren in Hänigsen quasi noch eine Neubürgerin. Gleichwohl ist der musikbegeisterte Seniorin am heutigen Freitag die öffentliche Aufmerksamkeit sicher. Die gebürtige Nordenerin feiert ihren 100. Geburtstag.

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Annemarie Brückner feiert am 14. Oktober ihren 100. Geburtstag. .

Quelle: Stefan Heinze

Hänigsen. In ihrem Geburtsort Norden war Brückner schon als junges Mädchen als gute Sängerin bekannt. Schließlich lief sie gern mit dem Leierkastenmann mit. Dann habe dessen Kasse sich gut gefüllt, berichtet Brückners Sohn, der 75-jährige Uwe Luttmann aus den Familienerinnerungen.

Zu diesem Schatz der Erinnerungen gehört auch die Episode aus der Böttchermeister-Werkstatt des Vaters Hinrich Müller. Dort gab die kleine Annemarie – von den Gesellen auf die Werkbank gesetzt – ihr erstes, in Zeiten elektronischer Kommunikation fast in Vergessenheit geratenes Lied zum Besten: „Trara, die Post ist da“. „Ich habe als Kind schon immer gesungen“ und „war ein fröhliches Kind“, erinnert sich die Seniorin. Beides gehört für sie untrennbar zusammen. Dass ihre Mutter Trientje sie in den schweren Jahren des Ersten Weltkriegs gebar, spielte da kaum eine Rolle.

Die Volksschule hat Brückner besucht, dann die Höhere Mädchenschule am Ort. Dass sie im Schulchor sang war quasi selbstverständlich. Später gehörte sie sogar dem Madrigalchor der Ludgeri-Kirchengemeinde an. Mit Freundinnen ließ sie sich im klassischen Gesang ausbilden und trat bei Hochzeiten auf. Unvergessen sind in der Familie ihre Auftritte mit Zarah-Leander-Liedern, die sie noch mit 96 Jahren darbieten konnte.

Der Wunsch Blumenbinderin zu werden oder gar Musik zu studieren, wurde Brückner vom Vater versagt. Berufstätigkeit für Frauen war damals kein Thema. Immerhin bekam sie Klavierunterricht, eine Besonderheit in der Familie mit vier Töchtern.

Doch auch die Musik konnte Brückner nicht vor den Schattenseiten der Weltgeschichte schützen. Von 1941 an war sie auf einmal allein vor die Herausforderung gestellt, ihre drei Kinder durchzubringen. Ihr Mann Otto Luttmann war in Russland gefallen. Gerade einmal sechs Jahre gemeinsame Jahre hatte das Ehepaar. Die Liebe zu den Kindern half ihr durch die schwere Zeit. Zehn Jahre später heiratete sie den  Kriminalbeamten Friedrich Brückner, der 1976 starb. 

In den vergangenen Jahren lebte die heutige Bewohnerin des Pflegewohnstiftes "An der Mühle" zunächst in der Nähe ihres Sohnes Otto in Wittmund, jetzt unweit von Otze, wo ihr Sohn  Uwe lebt. Mit dem trinkt sie zwei, drei Mal die Woche eine Tasse Ostfriesentee mit Kluntjes und Sahne. Dabei sagt sie noch immer gern Gedichte auf.

Für ihren heutigen Ehrentag hat sich ihr Umfeld einige Überraschungen überlegt. Musik gehört natürlich auch dazu.

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Annemarie Brückner - hier mit ihrem Sohn Uwe Luttmann - feiert am 14. Oktober ihren 100. Geburtstag.

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Quelle: Stefan Heinze
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