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Die große Liebe hält seit 60 Jahren

Uetze Die große Liebe hält seit 60 Jahren

Am Sonnabend, 6. Mai, feiern Annemarie und Otto Reichl diamantene Hochzeit. Bei Beiden war es die große Liebe auf den ersten Blick: Bereits einen Tag, nachdem sie sich 1956 in der Wohnung einer Bekannten kennengelernt hatten, machte der Zeitsoldat der Fotografin einen Heiratsantrag.

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Nach 60 gemeinsamen Jahren immer noch mächtig verliebt: Otto und Annemarie Reichl.

Quelle: Sandra Köhler

Dahrenhorst. "Du bist immer so allein, lass uns doch mal Essen gehen", hatte eine Kollegin vorgeschlagen. "Ich habe mir ein schickes Kostüm gekauft, und dann sind wir losgezogen",  erzählt Annemarie Reichl, als sei es gestern gewesen. Danach lud ihre Kollegin sie auf eine Tasse Tee ein. "Die Mutter war Holländerin. Und als wir ankamen, war die ganze Wohnung bereits voller Besuch", erzählt sie. Sie wollte sich verabschieden, ließ sich dann aber doch hereinbitten. Kaum hatte sie die Wohnung betreten, verschoss Amor seine Pfeile: "Es war der Knaller", erinnerte sich die 86-Jährige an die erste Begegnung mit ihrem späteren Ehemann.

Auch Otto hatte es erwischt. So sehr, dass er am nächsten Tag beim Rendezvous auf der Bank vor der Scharnhorst-Kaserne fragte: "Willst du mich heiraten? Wenn nicht, dann werden ich Froschmann." Schmunzelnd erinnert sich die in Werningerode  geborene Annemarie an diese sanfte Erpressung: "Froschmann - das bedeutete Mienensuchtaucher. Dass sei das doch sicherlich gefährlich, habe ich ihn gefragt. Als er sagte 'Ja, schon', habe ich geantwortet: Dann heirate ich dich lieber."

Bereut haben beide es nie. "Bei uns sind auch schon mal die Türen geknallt worden", sagt der aus dem Sudentenland stammende Otto: "Aber die Schatten haben uns noch mehr zusammengeschweißt." Fürchterlich verliebt sei er gewesen. Er habe es einfach darauf ankommen lassen müssen, sagt er über die Verlobung nach nur einem Tag.

Die Eltern der Frischverliebten wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. "Ich habe mich verlobt, du hast doch nichts dagegen?" - so erfuhr Ottos Mutter davon. Und seine Zukünftige erklärte ihrem skeptischen Vater am Telefon, sie wisse, was sie tue und sei volljährig. Besuche überzeugten die Eltern schließlich: "Du brauchst keinen Prinzen suchen, du hast ihn", habe ihre Mutter immer gesagt.

1957 wurde Hochzeit gefeiert. Nach drei Jahren wurde der erste, nach fünf Jahren der zweite Sohn geboren. Mithilfe des Stabsarztes bekam Otto eine Dienstwohnung in Garbsen. Er blieb bis zum Ende seiner achtjährigen Dienstzeit beim Sanitätsdienst der Bundeswehr. Wurde dann Krankenpfleger, übernahm später die Pflegedienstleitung bei der Stadt Hannover. "Das ist eine Arbeit, die man nicht des Geldes wegen tut", sagt er. Auch seine Frau fand Geschmack daran: Mit 39 schloss die Fotografin ihre Ausbildung zur Krankenschwester ab.

Tanzen, Singen, Reisen - das sind die Hobbys des Ehepaars. "Man muss gleich machen, was man möchte. Es nicht auf die lange Bank schieben", rät Otto. Er zehrt von Momenten wie dem Auftritt mit den Mainzer Hofsängern bei einer Kreuzfahrt. Seit 25 Jahren gehören Reichls dem Liederkranz Concordia an. "Wer nicht in einen Verein geht, findet ja keine Kontakte auf dem Dorf", sagt der 83-jährige.

Dank eines Sparvertrags erwarb das Paar das idyllische Häuschen, in dem es seit der Pensionierung Anfang der Neunziger Jahre lebt und sich sehr wohl fühlt. Auch wenn das Autofahren krankheitsbedingt nicht mehr klappt und vieles nicht mehr so schnell geht wie in jungen Jahren: Beide genießen ihr gemeinsames Leben in vollen Zügen.

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Otto und Annemarie Reichl als junges Ehepaar.

Quelle: Repro: Sandra Köhler

Von Sandra Köhler

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