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Architekt hat auf Turnhalle verzichtet

Uetze Architekt hat auf Turnhalle verzichtet

Die frühere Stötzner-Schule dient heute als Flüchtlingsunterkunft. Vor mehr als 100 Jahren wurde sie als Volksschule gebaut. Der Bauplan hängt in der Heimatstube in der Olen Dorpschaule. In loser Folge stellt der Anzeiger Exponate und Archivalien aus den Heimatstuben und Museen der Gemeinde Uetze vor.

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Der Heimatbund-Vorsitzende Peter Doms wirft einen Blick auf den Bauplan der Stötzner-Schule, der in der Heimatstube an einer Wand hängt.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Der Bauplan ist eines der neuesten Ausstellungsstücke des Heimatbunds. „Wir haben ihn von der Stötzner-Schule erhalten“, berichtet der Vorsitzende Peter Doms. Der Hildesheimer Architekt Werner Söchtig hat die „Zeichnung zu einem 6-klassigen Schulhaus nebst Abortgebäude für die Schulgemeinde Uetze“ im April 1905 angefertigt.

Ein Jahr zuvor hatte der Uetzer Zimmermeister Stellfeldt zwei Entwürfe vorgelegt, weil das bisherige Schulgebäude, die heutige Ole Dorpschaule, viel zu klein geworden war. Eine Skizze Stellfeldts sah den Anbau einer Turnhalle vor, die auch als Aula dienen sollte.

1906 begannen die Bauarbeiten nach Söchtigs Plan - ohne Turnhalle. Im Jahr darauf wurde der Backsteinbau mit den neugotischen Fenstern und einem Dachreiter fertig. „Sechs große Klassenräume, die drei der jetzigen Olen Dorpschaule und sieben Lehrkräfte schufen gute Bedingungen für einige Jahrzehnte“, kann man in der Ortschronik nachlesen.

Allerdings mussten die Schüler weiter im Freien turnen. Eine Turnhalle wurde erst 1927 errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg platzte das Schulgebäude aus allen Nähten. Daher erhielt es 1953 einen Anbau.

Die Geschichte der Stötzner-Schule reicht bis 1949 zurück. Damals richtete die Volksschule eine Hilfsschuleklasse ein. Aus der ging 1955 eine eigenständige Sonderschule hervor. Diese wurde 1978 nach dem Pädagogen Heinrich Ernst Stötzner (1832-1910) benannt. Bis 1987 musste sich die Stötzner-Schule Räume mit der Grund- und Hauptschule teilen. Diese zog von 1962 bis 1987 nach und nach in ihren Neubau am Katenser Weg um.

1987 kaufte der damalige Landkreis Hannover das Gebäude an der Nordmannstraße für 700 000 Mark von der Gemeinde. Nach Bildung der Region Hannover erhielt es die Gemeinde 2001 kostenlos zurück. Unter der Maßgabe, dass die Region wieder Eigentümerin wird, wenn das Bauwerk nicht mehr schulisch genutzt wird.

Dieser Fall ist mit der Auflösung der Stötzner-Schule im vorigen Sommer eingetreten. Noch ist das Gebäude im Eigentum der Gemeinde. „Wir befinden uns derzeit in einer Übergangsphase. Es muss geklärt werden, ob das Gebäude an die Region zurückfällt oder die Gemeinde es weiter nutzen kann, wenn es nicht mehr als Flüchtlingsnotunterkunft benötigt wird“, sagt Rathaussprecher Andreas Fitz.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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