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Avista-Chef kritisiert Verbrennung von Altöl

Uetze Avista-Chef kritisiert Verbrennung von Altöl

Detlev Bruhnke, Vorstand der Avista Oil AG aus Dollbergen, fordert, dass die Bundesregierung endlich durchsetzt, dass die Altöl-Aufbereitung Vorrang vor der Verbrennung dieses wertvollen Rohstoffs hat.

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Die Dollberger Raffinerie der Avista Oil AG ist die großte Altölaufbereitungsanlage in Europa.
 

Quelle: Foto: Schiller

Dollbergen. Weil die Vorgaben der aktuellen Altölverordnung von 2012 immer noch nicht vollständig umgesetzt würden, werde nach wie vor aufarbeitungsfähiges Altöl verbrannt und gehe für die Reraffination verloren, kritisiert Detlev Bruhnke, Vorstand der Dollberger Avista Oil AG und Präsident des Bundesverbandes Altöl (BVA). Laut BVA haben die Zement- und die Kalkindustrie im vorigen Jahr knapp 70.000 Tonnen Altöl verbrannt. Die Avista Oil AG betreibt in Dollbergen die größte Altölaufbereitungsanlage Europas.

Die Reraffination von Altöl müsse aus ökologischen Gründen sowie unter dem Aspekt der Resourceneffizienz grundsätzlich bevorzugt werden, sagt Bruhnke. Bestätigt sieht er sich in seiner Auffassung durch die aktualisierte Studie „Ökologische und energetische Bewertung der Aufarbeitung von Altölen zu Grundölen“, die das Ifeu Institut angefertigt hat. Sie unterstreiche, dass sich die Technik für die Altölaufbereitung seit 2005, damals erschien die erste Studie, große Fortschritte gemacht habe, schreibt Bruhnke in der neuesten Ausgabe der Avista-Onlinemagazins Oilenspiegel.

„Die Ergebnisse der Studie verstärken die bisherigen Schlussfolgerungen, dass Wiederaufbereitung zu Basisölen mit modernen Technologien die bevorzugte Option ist, Gebrauchtöle so lange wie möglich als hochgradiges Material innerhalb der Kreislaufwirtschaft  zu halten und nicht als Brennstoff einzusetzen“, fährt Bruhnke fort. Die Aufarbeitung schone Ressourcen und vermindere Umweltbelastungen.

Bei der konventionellen Produktion von Basisölen aus Rohöl sei das Krebsrisikopotenzial viel höher als bei der Reraffination. Außerdem verweist Bruhnke auf die  zwei bis zweieinhalbfache Einsparung an Kohlendioxidemissionen bei der Altölaufarbeitung gegenüber der Primärproduktion von Basisölen.

In den Neunzigerjahren hatte die Europäische Union die Bundesrepublik Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagt, die EU-Richtlinie zu Altölbeseitigung umzusetzen und dem Altölrecycling eindeutig Vorrang vor der Verbrennung einzuräumen. Der EuGH gab der EU-Kommission 1999 Recht. Eine neue Altölverordnung für Deutschland ließ allerdings danach noch einige Zeit auf sich warten – bis 2002. Die letzte Änderung der Verordnung ist 2012 in Kraft getreten.

Raffinerie ändert ihren Name

 Die Dollberger Raffinerie der Firmengruppe Avista Oil AG ist die größte Altölaufbereitungsanlage in Europa. Die Inputkapazität beläuft sich auf 120 000 Tonnen Gebrauchtöle. Derzeit firmiert die einstige Mineralöl-Raffinerie Dollbergen (MRD) unter dem Namen Avista Oil Refining & Trading Deutschland GmbH. Für den 15. Dezember ist eine Umfirmierung geplant. Der neue Firmenname der Raffinerie lautet dann Avista Oil Deutschland GmbH. Laut dem Avista-Onlinemagazin Oilenspiegel bedeutet die Umfirmierung eine Erleichterung für die Buchführung und für die Kunden: „In der Vergangenheit wurde Refining & Trading oftmals falsch geschrieben, weswegen Rechnungen nicht bearbeitet werden konnten. Der erhöhte Mehraufwand auf beiden Seiten dürfte demnach deutlich zurückgehen.“

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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