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Bauern in der Region ernten weniger Rüben

Burgdorf/Lehrte/Sehnde/Uetze Bauern in der Region ernten weniger Rüben

Die Zuckerrübenernte läuft auf vollen Touren. Die Landwirte in der Region Hannover rechnen mengenmäßig mit einer etwas mehr als durchschnittlichen Ernte. Die Kampagne aber wird kürzer als in den Vorjahren sein, weil die Bauern weniger Rüben angebaut haben.

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Die sogenannte Rübenmaus frisst sich durch eine Rübenmiete auf einem Feld zwischen Arpke und Schwüblingsen: Sie reinigt die süßen Wurzeln an Ort und Stelle und lädt auf einen Lastwagen.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Uetze. „Wir haben am 21. September angefangen und gehen davon aus, dass die Kampagne am 2. oder 3. Januar endet“, sagt der Wehminger Landwirt Heinrich Heineke. Sein Hülptinger Berufskollege Cord-Heinrich Schweer weist darauf hin, dass die Rübenkampagne in den vergangenen Jahren früher begonnen und später geendet habe. Um die Rekordernte von 2014 zu verarbeiten, wurde in den Fabriken 130 Tage lang Zucker gekocht, in der aktuellen Kampagne werden es voraussichtlich nur 105 Tage sein.

Grund für die kürzere Verarbeitungszeit ist der Rückgang der Anbaufläche um rund 10 Prozent. „Das hängt damit zusammen, dass Nordzucker keine neuen Verträge für die Ethanolproduktion abgeschlossen hat“, erläutert Heineke. Stattdessen wird der Konzern die in den Fabrikhallen lagernden Zuckerüberschüsse vor allem der Ernte 2014, die sich weder im Inland noch am Weltmarkt kostendeckend verkaufen lassen, zu Ethanol verarbeiten.

„Die Ernte scheint durchschnittlich bis gut zu werden“, sagt Schweer. Mit einem „guten durchschnittlichen Ertrag“ rechnet der Landwirt Bernd Gellermann aus Dedenhausen. Der Ertrag werde etwa 10 Prozent unter dem der Rekordernte des Vorjahres liegen, schätzt Heineke. Er kalkuliert mit 66 bis 67 Tonnen je Hektar.

Weil es ab Ende August geregnet hat, hätten die Rüben nach der Trockenheit im Juni und im Juli den Rückstand beim Wachstum aufgeholt, berichtet Heineke. „Das ging zulasten des Zuckergehalts.“ So negativ sieht es Gellermann nicht. An den sonnigen Tagen und den kühlen Nächten im Oktober hätten die Rüben Zucker gebildet. „Der Zuckergehalt ist noch kräftig gestiegen“, sagt Gellermann. Inzwischen liege der Zuckeranteil der Rübe bei 16 bis 17 Prozent.

2017 fällt die Rübenquote in der Europäischen Union weg. „Dann fallen auch die sicheren Preise“, berichtet Heineke. Ob sich der Wegfall der Quote auf die Anbaufläche auswirken wird, ist nach seiner Ansicht noch vollkommen offen. Das hänge von der Preisentwicklung in der EU und auf dem Weltmarkt ab. „Das sehe ich ganz genauso“, stimmt Gellermann zu.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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