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Das Heu kommt als Dünger zurück

Uetze Das Heu kommt als Dünger zurück

Auf einem Feld in Obershagen dreht seit Anfang der Woche schon ein Mähdrescher seine Runden. Doch Landwirt Florian Bethmann aus Weferlingsen drischt kein Korn, sondern erntet für den Biobauern Robert Hübner Grassamen.

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Krestjanin Morris schaut sich auf einem Anhänger die geernteten Grassamen an.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Obershagen. "Die Ernte geht an den Samengroßhandel Camena", sagt Hübners Mitarbeiter Krestjanin Morris. Die Firma lasse von Bauern zertifiziertes Saatgut produzieren, das sie dann verkaufe.

Für den Obershagener Biobetrieb hat die Vermehrung von Grassamen gleich mehrere Vorteile. "Es ist für uns interessant, weil wir keine Tiere haben", sagt der Agrarbetriebswirt. Das Heu, das nach dem Dreschen übrigbleibt, füttert Schafzüchter Michael Kage aus Obershagen an seine Tiere.  "Wir bekommen dann den Schafmist als organischen Dünger zurück. So schließt sich der Düngekreislauf", erläutert Morris.

"Gerade als Biobetrieb sind wir darauf angewiesen, viele verschiedene Früchte anzubauen, um den Krankheitsdruck für die einzelnen Kulturen gering zu halten", sagt er. Denn Pflanzenschutzmittel dürfen auf Biohöfen kaum eingesetzt werden. 

"Gras bietet zudem den Vorteil, dass es im Boden eine unheimlich große Wurzelmasse bildet", sagt Morris. Daraus entstehe Humus, der die Bodenfruchtbarkeit verbessere.

"Mit dem Grasanbau können wir auch die Arbeit auf dem Betrieb entzerren", erklärt Hübners Mitarbeiter. Die Ernte der Grassamen passe zeitlich gut in den jährlichen Arbeitsablauf auf dem Biobetrieb. Die Hauptarbeit habe in den vergangenen Wochen darin bestanden, auf den Schlägen mit Zuckerrüben, Kürbissen, Roter Bete und Körnermais zu hacken. Die Grassamen könne man vor der in den nächsten Tagen beginnenden Getreideernte dreschen.

Das Gras müsse mindestens einen Tag vor dem Dreschen gemäht werden, beschreibt Morris. Das müsse morgens geschehen, wenn noch Tau auf den Halmen liege. "Dann fallen die kleinen Körner nicht so schnell heraus." Auf dem Acker, der am Montag abgeerntet wurde, hatte Morris vor zweieinhalb Jahren sogenanntes Basissaatgut gesät. Dieses müsse besondere Qualitätsanforderungen erfüllen, um daraus zertifiziertes Saatgut zu erzeugen, betont er. Zwei Jahre hintereinander könne man auf dem Feld Samen ernten. "Im nächsten Jahr steht hier Getreide", kündigt Morris an. Bis der Acker gegen Ende des Jahres umgepflügt werde, könnten darauf noch Kages Schafe weiden. 

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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