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Kukuk heißt Kaffee und Kuchen und Kunst

Uetze Kukuk heißt Kaffee und Kuchen und Kunst

Hinter dem Kürzel Kukuk verbergen sich die Zutaten für einen erfolgreichen Tag im Dorftreff samt Kunstspirale: Den es steht für Kaffee und Kuchen und Kunst, wie Christine Späthe, Leiterin der Kunstspirale und des Dorftreffs, sagt. Am Sonnabend war wieder Kukuk-Zeit.

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Sonja Avemaria-Wrede (v.l.), Karin Unnasch-Schneller und Franziska Schillet verkaufen Bücher zum Kilopreis für den guten Zweck.

Quelle: Tomma Petersen

Hänigsen. Stimmen dringen vom Café des Dorftreffs bis nach draußen auf den kleinen Hof. An den Tischen sitzen mehrere Dorfbewohner und klönen. Über das Wetter, die Vergangenheit und sämtliche Neuigkeiten. In dem historischen Gebäude der Kunstspirale befindet sich neben dem Dorftreff noch die Gemeindebücherei und die Werkstatt der Kunstspirale. Dort bieten Handwerker, Künstler und Mitglieder des Dorftreffs an diesem Nachmittag ihre Arbeiten zum Verkauf an. 

Dabei hängt die Duftmischung aus Holz, Lavendel und Tinte in der Luft der Werkstatt. Über hölzerne Fingerkreisel und Einmachgläsern bis hin zu bedruckten Servietten, Büchern oder genähten Kirschkornkissen hat der Kukuk alles zu bieten. "Wir verkaufen Bücher nach Gewicht. Ein Kilo kostet fünf Euro und das Geld kommt jedes Jahr einem sozialen Projekt zugute", sagt Franziska Schillert Vorsitzende vom Ortsverein der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. 

An einer alten Handdruckmaschine steht Buchdrucker Fred Benecke, der Bilder, Umschläge und Servietten mit seinen Boston-Tiegel-Pressen bedruckt. "In solchen Pressen haben Widerständler in der Nazizeit ihre Flugblätter gedruckt", erzählt Benecke, der sich kurz darauf daran macht, im Dorftreff bei einem Tässchen Kaffee noch nett zu klönen. 

"Es wäre einfach richtig schlimm, wenn der Dorftreff wegbrechen würde", sagt Späthe. Daran, dass am Jahresende die Betriebserlaubnis abläuft, mag noch keiner denken. "Durch den Dorftreff ist das Haus wieder ein lebendiger Ort geworden. Wir arbeiten mit den angrenzenden Häusern sehr vernetzt." Alle Altersgruppen seien hier vertreten. "Es gibt einen Babytreff, Demenzsprechstunden und eine Generationenwerkstatt", sagt sie. 

Für viele Dorfbewohner ist der Treff am Mittelweg nicht mehr wegzudenken. "Ich wäre heute alleine Zuhause gewesen, aber so komme ich unter Leute, kann mich nett unterhalten und etwas erleben. Das gefällt mir und ist sehr wichtig", sagt Marianne Passoke. Die 89-Jährige Porzellanmalerin hat für Kunst etwas übrig, kommt aber auch sonst gerne in den Dorftreff. "Der Treff bedeutet uns einfach eine Menge, wie wichtig er ist, kann man gar nicht beschreiben", sagt Passoke. 

Über den nächsten Handwerker- und Kunstmarkt hat man sich noch keine Gedanken gemacht. "Plötzlich wird einem bewusst, dass es ihn und den Dorftreff in dieser Form nicht mehr geben wird, wenn wir keine Fördermittel bekommen", sagt Späthe. Wie es dann weitergehe, stehe noch in den Sternen. 

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Von Tomma Petersen

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