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Blitzer ertappen weniger Raser

Uetze Blitzer ertappen weniger Raser

Die Blitzer in Altmerdingsen erfüllen ihre Funktion. Seit die Geschwindigkeitsmessanlage an der Ortsdurchfahrt im August 2013 in Betrieb gegangen ist, hat sich die Verkehrssicherheit erhöht. Zu diesem Ergebnis kommt Jürgen Koch, Leiter der unteren Verkehrsbehörde im Uetzer Rathaus.

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Gertrud und Friedrich Niemann schätzen die bessere Verkehrssicherheit, die der Blitzer bringt.

Quelle: Schiller

Altmerdingsen. Seine Einschätzung macht Koch an Prozentzahlen fest. 2013 fuhr noch 0,97 Prozent aller gemessenen Fahrzeuge auf der Bundesstraße 188 zu schnell durch den Ort. 2014 ging der Wert auf 0,54 Prozent zurück. „Aktuell liegen wir bei 0,36 Prozent“, sagt Koch. Dass es trotzdem immer noch etliche Raser gibt, machen die absoluten Zahlen deutlich. 2014 hielten sich von 2,8 Millionen Fahrern rund 150.000 nicht an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern pro Stunde. In diesem Jahr registrierte die Anlage 2,5 Millionen Fahrzeuge und 8900 Verstöße.

„Bei den Zahlen dieses Jahres muss man die Baustellen berücksichtigen“, betont Koch. Als die Bushaltestellen an der Ortsdurchfahrt erneuert wurden, habe der Baustellenengpass als Geschwindigkeitsbremse gewirkt. Das Verkehrsaufkommen sei gegenüber 2014 geringer, weil der Verkehr während der Fahrbahnsanierung der B 188 zwischen der Kötjemühle und dem Kreuzkrug großräumig umgeleitet worden war. Laut Koch misst die Anlage nur noch selten Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern. Das ist für ihn auch ein Beleg dafür, dass sich die Verkehrssicherheit erhöht hat.

Die Regionsverwaltung stellt die Verwarn- und Bußgeldbescheide aus. „Wir bekommen 40 Prozent der Einnahmen“, sagt Koch. Die Investitionskosten von 105 000 Euro für beide Starenkästen hatte die Gemeinde bereits nach nicht einmal einem Jahr wieder in der Kasse. Nach Kochs Angaben flossen 2013 etwas mehr als 100.000 Euro in die Gemeindekasse. 2014 waren es 200.000 Euro. „Ich schätze, dass die Summe 2015 zwischen 110.000 und 120 000 Euro liegen wird“, sagt der Beamte. Die Abrechnung für das vierte Quartal liegt noch nicht vor.

Koch macht darauf aufmerksam, dass mit der Auswertung der Aufzeichnungen der Messanlage Zeit verbunden ist. „Das Abholen der Daten ist noch das Wenigste“, stellt er klar. Besonders zeitaufwendig seien die Gerichtstermine einschließlich Hin- und Rückfahrt. 2014 war Koch bei 37 Gerichtsverhandlungen Zeuge.

Ortskundige bremsen rechtzeitig ab

Heilfroh über die Starenkästen in Altmerdingsen sind Gertrud und Friedrich Niemann. Sie wohnen direkt an der Ortsdurchfahrt. „Ohne Blitzer und Ampel wäre es hier wie auf der Autobahn“, sagt Gertrud Niemann. „Es ist ruhiger geworden“, berichten beide. Jetzt führen die meisten Autos mit etwa gleicher Geschwindigkeit durch den Ort, erläutert Gertrud Niemann. Vor der Installation der Blitzer seien die Autos unterschiedlich schnell gewesen. Deshalb habe sich früher die Geräuschkulisse ständig verändert, erinnert sich die ehemalige Ortsbürgermeisterin.

Nach Einschätzung des Ehepaares hat sich inzwischen ?herumgesprochen, dass eine Geschwindigkeitsmessanlage in Altmerdingsen installiert ist. „Jetzt werden nur noch Ortsfremde geblitzt“, vermutet Gertrud Niemann. Oft hätten die Autos ausländische Kennzeichen. Friedrich Niemann hat beobachtet, dass viele Autofahrer vor den Starenkästen „kräftig abbremsen und dahinter wieder Vollgas geben“. Weil aber grundsätzlich langsamer gefahren werde, könnten Autofahrer die Bundesstraße 188 an der Kreuzung Kreuzweg/Hängiser Kirchweg sicherer überqueren, sagt er.

Durchfahrten sind länger

Über Raser vor ihrer Haustür klagen auch Einwohner aus Abbeile und Riedel. Sie fordern, an ihren Ortsdurchfahrten ebenfalls Starenkästen aufzustellen. Bisher wurde ihre Forderung nicht erhört. „Es ist in beiden Ortsdurchfahrten eine etwas andere Situation als in Altmerdingsen“, sagt Jürgen Koch, Leiter der unteren Straßenverkehrsbehörde im Uetzer Rathaus. Weil die Altmerdingser Durchfahrt kürzer sei, konzentrierten sich dort die Tempoverstöße auf eine Stelle. „Und zwar auf den Messpunkt“, betont Koch.

Wenn die Standorte der stationären Geschwindigkeitsmessanalgen in Abbeile und Riedel bekannt seien, würden Autofahrer zwar an den Stellen das Tempolimit einhalten, aber davor und danach aufs Gaspedal treten, gibt der Beamte zu bedenken. Deshalb würden Mitarbeiter der Gemeinde Wennigsen im Auftrag der Gemeinde Uetze in beiden Ortsteilen die Geschwindigkeit überwachen. Sie könnten sich mit dem mobilen Messgerät an verschiedenen Punkten postieren. Laut Koch werden in Abbeile und Riedel nicht so häufig Tempoverstöße gemessen wie in Altmerdingsen.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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