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Integration: Uetze lernt von Schweden

Uetze Integration: Uetze lernt von Schweden

Das internationale Projekt "Time for inter-action" der Leader-Region Aller-Fuhse-Aue findet bundesweit Beachtung. Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg stellt es am Freitag, 13. Oktober, in Kiel dem Europaausschuss des Deutschen Städte- und Gemeindebundes vor.

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Claudia Ruhs (vorn links), Vorsitzende der Uetzer Landungsbrücke, und Tove Knebusch (vorn rechts), die in Dollbergen einen Flüchtlingshelferkreis aufgebaut hat,  informieren sich in Gnosjö über die berufliche Integration von Flüchtlingen.

Quelle: privat

Uetze. Bei "Time for inter-action" tauschen die Vertreter der drei Leader-Regionen Aller-Fuhse-Aue, Västra Småland (Schweden) und Oststeirisches Kernland (Österreich) ihre Erfahrungen bei der Flüchtlingsbetreuung aus, um voneinander zu lernen. Backeberg ist gerade erst von einer einwöchigen Konferenz aus dem schwedischen Gnosjö zurückgekehrt, wo sich 70 Teilnehmer aus den drei Regionen - darunter zwölf Akteure aus der Gemeinde Uetze - zum Thema "Berufliche Integration von Geflüchteten" getroffen haben.

Gudrun Viehweg, Regionalmanagerin der Region Aller-Fuhse-Aue, will die Ergebnisse des Treffens mit hiesigen Flüchtlingsinitiativen wie der Uetzer Landungsbrücke auswerten. Daraus soll ein Integrationsprojekt für die Region Aller-Fuhse-Aue entstehen.

Die Konferenzteilnehmer hätten festgestellt, dass die Herausforderungen bei der beruflichen Integration von Flüchtlingen in den drei Ländern ähnlich sind, berichtet Viehweg. "Die Situation ist aber von Land zu Land unterschiedlich, weil sich der rechtliche Rahmen sehr unterscheidet", betont Backeberg. So bekämen Geflüchtete in Österreich nur sehr schwer eine Arbeitserlaubnis.

"Der Schlüssel zur beruflichen Integration ist das Erlernen der Sprache des Landes", sagt Viehweg. Wer in Schweden als Flüchtling anerkannt sei, habe zwei Jahre Zeit, Schwedisch zu lernen. Er müsse 40 Stunden in der Woche am Unterricht teilnehmen und das auch nachweisen. Ansonsten werde ihm Geld gestrichen, berichten Viehweg und Backeberg. Da sei man in Schweden strenger als in Deutschland.

"Ganz, ganz wichtig ist, dass sie die Sprache weiter lernen müssen, wenn sie schon berufstätig sind", sagt Viehweg. Dann werde der Sprachunterricht in den Abend verlegt. "Da sind sie in Schweden sehr flexibel", hat die Regionalmanagerin erfahren.

Der Auftaktabend in Gnosjö war in einer Westernstadt, die eine Unternehmerfamilie betreibt. In den Gebäuden seien im Winterhalbjahr, wenn der Freizeitpark geschlossen ist, Geflüchtete untergebracht, erzählt Viehweg. Die Betreiberfamilie habe versucht, die dort Untergebrachten so zu qualifizieren, dass sie in dem Unternehmen, zum Beispiel in der Küche, arbeiten konnten.

Für Backeberg ist es "ein interessanter Ansatz", Flüchtlinge zu ermuntern, sich selbstständig zu machen. "Dazu werden Workshops angeboten", berichtet er. Dahinter stecke die Überlegung: Wenn jemand einen Betrieb aufmachen wolle, müsse er sich auf das Gastland einlassen.

Abschlusskonferenz in Österreich

Das Leader-Projekt "Time for inter-action" ist einmalig in Europa. Es gibt keine weiteren Leader-Regionen, die sich über die Flüchtlingsproblematik austauschen. Im Rahmen des Projekts gibt es drei mehrtägige Begegnungen. Das Treffen im schwedischen Gnosjö war der zweite Erfahrungsaustausch.

Im Mai waren Delegationen aus Västra Småland (Schweden) und dem Oststeirischen Kernland zu Gast in der Region Aller-Fuhse-Aue, zu der Uetze gehört. Die Gäste informierten sich unter anderem bei der Kunstspirale in Hänigsen, bei der Landungsbrücke und dem Verein Pro Regio in Uetze darüber, wie in der Gemeinde ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter Flüchtlinge betreuen. Die Abschlusskonferenz ist für Oktober 2018 in Österreich geplant.

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