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Das Gelbe Haus lindert die Armut

Hänigsen Das Gelbe Haus lindert die Armut

Die Bekämpfung der Armut haben sich die 23 Mitarbeiterinnen des Gelben Hauses auf die Fahnen geschrieben. Der seit fünf Jahren bestehende kirchliche Secondhandladen ist eine Erfolgsgeschichte

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Stephanie Theiner (von links), Marainne Lefeld, Bärbel Ehrhardt, Sigrun Woitzik und witere ehrenamtliche Helferinnen verkaufen im Gelben Haus Kleidung für soziale Zwecke.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Weil das Geschäft alle Erwartungen übertroffen hat, konnte der Kreis derjenigen ausgeweitet werden, die Unterstützung erhalten. Die Kirchengemeinde hat den Secondhandladen in dem gelb gestrichenen Haus an der Brandstraße im Jahr 2010 eröffnet, um mit den Überschüssen armen Kindern zu helfen. Damals hatten die ehrenamtlichen Helferinnen gedacht, dass sie etwas mehr als die Miete einnehmen würden.

„Die Erwartungen sind übertroffen worden“, sagt Marianne Lefeld, eine der Initiatorinnen. Sowohl die Zahl der Kleiderspenden als auch die Nachfrage nach getragenen Kleidungsstücken stiegen schnell. Daher mietete die Kirchengemeinde nach einem Jahr auch noch die Räume im Obergeschoss. „Mit den zusätzlichen Räumen können wir unser Sortiment besser präsentieren“, erklärt Stephanie Theiner.

„Der Umsatz ist stark gestiegen“, berichtet Sigrun Woitzik. „Wir sind manchmal erstaunt, wie viel Geld in die Kasse gekommen ist“, fügt Bärbel Ehrhard hinzu. Denn die Kleidungsstücke kosteten nur 50 Cent bis 10 Euro, erläutert Woitzik. Dank der gestiegenen Einnahmen konnte das Gelbe Haus auch mehr Geld ausschütten. Nachdem anfangs Kinder und Jugendliche Zuschüsse für Unterrichtsmaterialien erhalten hatten, ermöglichte der Laden später auch Jungen und Mädchen aus bedürftigen Familien, an Freizeiten teilzunehmen.

Inzwischen bekämpft das Mitarbeiterteam nach Theiners Worten die Armut ganz allgemein. „Und das unbürokratisch“, betont sie. „Ganze Familien geraten in Not“, gibt Theiner zu bedenken. Aber auch die Altersarmut in der Gemeinde nehme zu, ergänzt Lefeld.

Daher habe das Gelbe Haus schon Waschmaschinen für Not leidende Familien gekauft, Stromrechnungen beglichen und das Wassergeld bezahlt, berichten die Helferinnen. „Wenn Flüchtlingsfamilien ankommen, kleiden wir sie ein, ohne dass sie etwas dafür bezahlen müssen“, nennt Ehrhard ein weiteres Beispiel für die Hilfe.

Wie von den Initiatorinnen erhofft hat sich das Gelbe Haus auch zu einem Treffpunkt für Menschen entwickelt. „Es kommen hin und wieder Kundinnen, nur um einen Klönschnack zu halten“, erzählt Theiner. Gelegentlich würden die Mitarbeiterinnen auch seelsorgerische Arbeit leisten. So schütteten Witwen ihr Herz aus, wenn sie die Sachen ihres kürzlich verstorbenen Lebenspartners abgeben, sagt Woitzik.

„Auch wenn die Arbeit manchmal anstrengend ist, macht sie nach wie vor Spaß“, sagt sie. „Wir sind eine super Truppe“, stimmt ihr Lefeld zu.

Fest beginnt mit Andacht

Das Mitarbeiterteam des Gelben Hauses feiert das fünfjährige Bestehen des Secondhandladens am Freitag. Das Fest beginnt um 18 Uhr mit einer Andacht auf dem Hof des Gelben Hauses. Anschließend gibt es einen Empfang. Außerdem laden die Mitarbeiterinnen nach der Andacht zum Moonlight-Shopping ein. Sie bieten dann alle Waren des Sortiments zum halben Preis an. Bei schlechtem Wetter wird die Feier ins Haus der Begegnung verlegt. Heute bleibt das Gelbe Haus aus organisatorischen Gründen geschlossen. Ansonsten ist es montags und donnerstags von 9 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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