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Herrschaft wird Naturschutzgebiet

Uetze Herrschaft wird Naturschutzgebiet

Die Region Hannover will das Uetzer Waldgebiet Herrschaft als Naturschutzgebiet ausweisen. Derzeit bereitet die Regionsverwaltung nach Auskunft ihres Sprechers Klaus Abelmann eine Naturschutzverordnung für den Auwald vor.

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Die Fuhse schlängelt sich durch die Herrschaft.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Bislang gehört die 150 Hektar große Herrschaft zum Landschaftsschutzgebiet Schilfbruch. Die Europäische Union führt den Auwald in der Liste der besonders schützenswertes Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete). Weil die Landschaftsschutzverordnung nicht den strengen Anforderungen der FFH-Richtlinie entspricht, will die Regionsverwaltung das Waldgebiet nach Abelmanns Worten zu einem Naturschutzgebiet aufwerten.

"Wahrscheinlich wird das Verfahren im nächsten Jahr abgeschlossen", sagt der Regionssprecher. Einen konkreten Zeitplan gebe es aber noch nicht.

Dass 63 Hektar der Herrschaft ein Friedhofswald sind, ist laut Abelmann kein großes Hindernis bei der Ausweisung als Naturschutzgebiet. "Der Friedwald wird in der neuen Verordnung berücksichtigt", sagt er. Die Regionsverwaltung werde diesen Punkt eng mit den Landesforsten als Eigentümer des Waldgebiets abstimmen.

Ziel der Verordnung wird nach Abelmanns Angaben sein, den Charakter des Auwalds zu erhalten, durch den sich die Fuhse schlängelt. Die Fuhse überflute zwar nicht mehr die Herrschaft, sagt der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander. Aber Altarme des Flusses zögen sich noch immer als Senken durch den Wald.

Die mäandernde Fuhse bildet in dem Waldgebiet nach wie vor Prall- und Gleitufer aus. "Es ist der einzige Abschnitt der fast 100 Kilometer langen Fuhse, auf dem sie noch einen natürlichen Flusslauf hat", hebt Zander hervor. An dem Fluss treffe man zum Beispiel die Grüne Keiljungfer, eine seltene Libellenart, an. 

"Der Baumbestand des Eichen- und Hainbuchenwaldes ist besonders wertvoll", betont Zander. Die Eicheln der Eichen mit sehr geraden Stämmen eignen sich als Saatgut für neue Bäume. "Zum Teil kommen auch Erlen und Eschen vor", sagt der Naturschutzbeauftragte. Auf dem Waldboden wüchsen Große Sternmiere, Waldmeister und Geflügelte Braunwurz. Fast alle hiesigen Spechtarten lebten in dem Wald. "Einmal habe ich da auch den Wendehals festgestellt", berichtet Zander.

Ursprünglich wollte die Region die Herrschaft mit dem Landschaftsschutzgebiet Ersetal zusammenfassen. Die Erse ist ebenfalls FFH-Gebiet. Davon hat die Region wieder Abstand genommen. "Der Auwald ist ein besonderer Biotoptyp, der nicht zum Landschaftsschutzgebiet Ersetal passt", erläutert Abelmann. Für die Erse hat die Region erst kürzlich die Schutzbestimmungen verschärft.

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Senken ziehen sich durch den Auwald.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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