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Das lange Warten auf die Busse

Uetze Das lange Warten auf die Busse

Stundenlang haben rund 90 Helfer am Mittwoch vergeblich auf das Eintreffen der eigentlich schon für Dienstagabend angekündigten Flüchtlinge in Uetze gewartet. Um 18 Uhr herrschte immer noch Unklarheit, ob die avisierten 160 Personen noch an diesem Tag kommen würden.

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Einsatzbesprechung unter freiem Himmel: Wer als Dolmetscher zur Verfügung steht, wird mit einer pinkfarbenen Weste gekennzeichnet.

Quelle: Böger

Uetze. Alle Betten sind aufgestellt, die Arbeitsplätze für Ärzte und Dolmetscher eingerichtet, die Küche ist betriebsbereit - aber kein Bus mit Flüchtlingen in Sicht. Für die rund 90 Helfer, die in der tags zuvor eilig in der Stötzner-Schule eingerichteten Notunterkunft auf ihren Einsatz warten, gibt es nichts zu tun. Sie vertreiben sich die Zeit mit Gesprächen und Spielen oder surfen mit ihren Smartphones im Internet.

Manche räumen ein, dass ihnen die unfreiwillige Untätigkeit auf die Nerven gehe, doch die meisten nehmen die Situation gelassen. „Katastrophenschützer kennen das Warten - das ist bei Einsätzen normal“, sagt Johanniter-Pressesprecherin Antje Heilmann. „Man muss eben Geduld haben“, meint Yilmaz Cif, der sich als ehrenamtlicher Dolmetscher zur Verfügung gestellt hat.

Uetzes stellvertretende Verwaltungschefin Ursula Tesch sieht die Helfer jedoch an der Grenze der Belastbarkeit. „Wir können das nicht mehr aufrechterhalten - entweder es gibt einen Einsatz, oder wir müssen für Ablösung sorgen“, erklärt sie. Die Entscheidung darüber war bis Redaktionsschluss noch nicht gefallen.

„Aktualität schlägt Planung“ - mit diesem Satz fasst Matthias Eichler, Sprecher im niedersächsischen Innenministerium, die Situation für die Helfer und Organisatoren zusammen. „Wir sind bei der Anreise und Ankunft der Flüchtlinge auf ganz viele Faktoren angewiesen, die wir nicht direkt beeinflussen können“, fügt er hinzu und nennt als Beispiele die Ruhezeiten der Busfahrer, Entscheidungswege in anderen Bundesländern oder schlicht Bedürfnisse der Flüchtlinge, die eine Abfahrt zu einem bestimmten Termin verhindern. Deshalb sei eine Abstimmung, beispielsweise per Handy oder E-Mail, auch organisatorisch nicht zu leisten. Damit für die Flüchtlinge alles vorbereitet sei, erhielten die Hilfsorganisationen einen Zeitpunkt genannt, bis wann die Einrichtung betriebsbereit sein müsse. „Das funktioniert hervorragend, auch weil die Lokalpolitiker und die Menschen vor Ort toll mitarbeiten“, sagt Eichler.

Er betont, dass die Stötzner-Schule als Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtungen eine Notunterkunft darstelle. Medizinische Untersuchungen wie Blutanalysen zum Impfstatus oder Röntgen seien dort nicht vorgesehen. Die würden erst später vorgenommen.

von Thomas Böger und Antje Bismark

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