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Rettungsaktion für alte Vogtei

Uetze Rettungsaktion für alte Vogtei

Das Vogtshaus, eines der ältesten Gebäude in Uetze, ist baufällig. Die Wassermühle Uetze KG will den Fachwerkbau an der Fuhse vor dem Abriss bewahren und lässt ihn deshalb soweit sanieren, dass die Bausubstanz nicht weiter verfällt.

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Das alte Vogteigebäude soll schon während des Dreißigjährigen Krieges an der Fuhse gestanden haben.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Uetze. Die Wassermühle Uetze KG betreibt die benachbarte betreute Wohnanlage Mühle Amme und hat das geschichtsträchtige Gebäude, an den sich ein Neubau anschließt, im vorigen Jahr übernommen. Zunächst wurde der alte Fachwerkteil entkernen.  "Da hat eigentlich alles noch ganz gut ausgesehen", erinnert sich Geschäftsführerin Claudia Stünkel. Die große Überraschung kam, als die hölzerne Verkleidung der Außenfassade entfernt wurde. "Ich war geschockt. Da haben wir gesehen, dass alles baufällig war."

Sie habe sich mit Manfred Kohler, dem Denkmalschützer der Region Hannover, beraten, berichtet Stünkel. Es habe zwei Optionen gegeben: Abriss oder Sanierung. "Wenn man es abreißt, ist es für alle Zeit weg", gibt Stünkel zu bedenken. Doch eine grundlegende Sanierung sei nicht nur zu teuer. "Ich habe im Moment auch kein Konzept für die Verwendung des Gebäudes", fügt sie hinzu.

"Das Einzige, was wir machen können, ist, dem Haus Zeit zu verschaffen", sagt die Geschäftsführerin. Dachdecker haben inzwischen das Dach abgedichtet, damit im Gebäude keine Feuchtigkeitsschäden entstehen. Zimmerer haben Schwellen des Fachwerks ausgetauscht. In diesen Tagen verkleiden Handwerker das Gebäude wieder mit Holz. Damit es im Gebäude trocken bleibt, müssen auch einige Fenster erneuert werden. Stünkel hofft, dass sich irgendwann ein Liebhaber alter Gebäude findet und das historische Fachwerkhaus grundlegend saniert.

"Das Vogtshaus soll das älteste Uetzer Haus sein. Aber ich habe dafür keine Belege", sagt Stünkel. In der 1898 erschienen Ortschronik schreibt Pastor Heinrich Lütkemann, dass das Vogtshaus, der Junkernhof und das Gasthaus Neuer Garten "schon den dreißigjährigen Krieg gesehen haben". Vogtshaus oder Vogteigebäude wird der Fachwerkbau genannt, weil es einmal Sitz des Uetzer Vogts war. Dieser war ein herrschaftlicher Beamter. Später war das Haus eine sogenannte Kötnerstelle, also ein Bauernhaus.

Um 1920 habe die Müllerfamilie Amme das Fachwerkhaus gekauft, innen umgestaltet und Wohnungen angebaut, berichtet Stünkel. "Die Ammes müssen auch den Dachstuhl verändert haben", sagt sie. In dem Gebäude seien damals Werkswohnungen für die Mühlenbetrieb entstanden.

Der zweigeschossige Anbau aus den Zwanzigern ist bewohnt. Ihn hat die Wassermühle Uetze KG als Wohnhaus verkauft.

Ausstellung geplant

Die betreute Wohnanlage Mühle Amme wird 2017 zehn Jahre bestehen. Aus diesem Anlass will die Geschäftsführerin Claudia Stünkel eine Ausstellung über die frühere Mühle und das Vogteigebäude zeigen. Sie sucht Zeitzeugen, die etwas über die Gebäude erzählen können, und Unterlagen wie Fotos, Urkunden und Rechnungen zur Ausstellung beisteuern können.

Für Montag, 21. November, 18 Uhr ist im Café Zur Alten Wassermühle, Mühlenstraße 9, ein Vorbereitungstreffen geplant. "Es sind alle eingeladen, die Lust haben, die Ausstellung mit vorzubereiten, oder Beiträge beisteuern können", sagt Stünkel. Wer kommen will, wird gebeten, sich vorher unter der Telefonnummer (05173) 925910 anzumelden.  

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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