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Die blaue Holzschule ist eine Rarität

Dollbergen Die blaue Holzschule ist eine Rarität

Die Region Hannover würde die Blaue Holzschule an der Alten Bahnhofstraße gern unter Denkmalschutz stellen. Das Gebäude, das nach dem Zweiten Weltkrieg als Behelfsschule errichtet wurde, „ist eine absolute Rarität in der Region Hannover“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann.

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Blaue Holzschule - so nennen die Dollberger die einstige Behelfsschule an der Alten Bahnhofstraße.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Dollbergen. Zwar wurden damals, als Tausende Flüchtlinge und Vertriebene im Umland von Hannover Zuflucht suchten, in vielen Dörfern zusätzliche Schulen gebaut. Doch die sind längst abgerissen worden. Die einzige, die noch steht, ist die in Dollbergen. Dem Denkmalpfleger der Region, Manfred Kohler, sei die Holzschule 2015 bei der Rundfahrt für den Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft aufgefallen, sagt Henning Rase, Vorsitzender des Heimatvereins Dollbergen. Seitdem stehe er in Kontakt mit Kohler.

„Der Heimatverein hat Interesse daran, die Holzschule zu erhalten. Aber es muss eine sinnvolle Nutzung möglich sein“, erklärt Rase. Seiner Ansicht nach ist das Gebäude auch unter dem Aspekt der Kulturgeschichte denkmalschutzwürdig. „Damals war es die gleiche Situation wie heute mit den Flüchtlingen“, sagt Rase. Wie wahr: Bis vor Kurzem war die zweistöckige Schule Teil der Flüchtlingsunterkunft an der Alten Bahnhofstraße.
Die Flüchtlinge, die im früheren Schützenheim und dem ehemaligen Feuerwehrhaus mehrere Wochen lang untergebracht waren, konnten sich im Kellergeschoss der blauen Schule – dort befinden sich intakte sanitäre Anlagen – duschen.

Die benachbarte Kindertagesstätte nutzt ein Klassenzimmer als Bewegungsraum für die Jungen und Mädchen. Sogar der Brandschutz in dem etwa 70 Jahre alten Holzbau ist gewährleistet. Das Dachgeschoss ist im Notfall über eine Außentreppe zu verlassen.

Nach dem Auszug der Flüchtlinge sei es jetzt an der Zeit mit der Gemeindeverwaltung und der Politik über das Gebäude zu sprechen, sagt Rase. Deshalb habe er mit Kohler telefoniert. Die Entscheidung, die Holzschule unter Denkmalschutz zu stellen, liegt laut Regionssprecher bei der Gemeinde. „Dafür ist kein Ratsbeschluss nötig.“ Gleichwohl könne der Bürgermeister den Rat natürlich einbeziehen.
Die SPD-Ortsratsfraktion hat sich des Themas bereits angenommen. Ortsbürgermeisterin Tove Knebusch hat für die nächste Sitzung am Dienstag, 28. März, 18 Uhr, im Sportheim den Antrag gestellt, den Bebauungsplan für die Alte Dorfstraße zu ändern. Dabei gehe es nicht darum, die blaue Holzschule, das Siedlerheim, das alte Spritzenhaus und das ehemalige Schützenheim abzureißen. Vielmehr „wird eine Nutzungsänderung der bestehenden Gebäude angestrebt“, heißt es in dem Antrag Knebuschs.

Die Idee: Das Ensemble könnte ein kulturelles Zentrum für die stetig wachsende Ortschaft werden. Deshalb plädiert Knebusch in ihrem Antrag dafür, dass die Änderungswünsche gemeinsam mit der Zukunftswerkstatt und den Vereinen, insbesondere dem Siedler- und dem Heimatverein, konkretisiert werden. Der Heimatverein sucht beispielsweise schon seit Längerem eine dauerhafte Bleibe. Zurzeit hat er seine Exponate und Materialien an fünf verschiedenen Orten in Dollbergen gelagert, berichtet Vorsitzender Rase.

Dollbergen hat vier denkmalgeschützte Anlagen

Das 2370 Einwohner große Dollbergen hat damit gute Chancen, sich demnächst eines weiteren denkmalgeschützten Gebäude rühmen zu können. Vier gibt es laut Regionssprecher Klaus Abelmann bereits im Ort:

das Gehöft der einstigen Kötnerstelle an der Alte Dorfstraße 41/42,

die Fachwerkkapelle am Kapellenweg,

der einstige Dorffriedhof am Pappelweg und

die Kappen-Holländermühle an der Bahnhofstraße 14-16.

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