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Jessie Urban schwärmt vom Zirkusleben

Uetze Jessie Urban schwärmt vom Zirkusleben

"Manege frei!" heißt es vier Tage lang in Uetze auf dem Hoopt. Dort gastiert der Circus Salino, ein kleines Familienunternehmen. Die 13 Familienmitglieder sind nicht nur in der Manege gefordert. "Bei uns ist man vom Stallausmister bis zum Artist alles", sagt der 28-jährige Juniorchef Jessie Urban.

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Jessie Urban ist nicht nur Clown und Messerwerfer. Er kümmert sich hinter den Kulissen auch um die Araberpferde Negro und Aragon.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Jessie Urban selbst will während der Vorstellungen als Clown Peppino gemeinsam mit seinem 16-jährigen Bruder Franjo, alias Banane, das Publikum zum Lachen bringen. Jessie, der erstmals als Zweijähriger mit seinem Vater in einer Clownsnummer im Zirkusrund gestanden hatte, tritt darüber hinaus mit seinem Bruder Dustin als Lasso schwingender Cowboy in einer Westernshow auf. Die meisten Zuschauer werden vermutlich den Atem anhalten, wenn er mit Messern auf Dustin wirft und sich die Klingen hautnah neben diesem in eine Holzwand bohren.

Jessie räumt ein, dass diese Nummer nicht ungefährlich ist: "Wenn ich meinen Partner verletze, ist das Künstlerpech." Aber Angst, dass etwas passiert, hätten beide nicht, betont der 28-Jährige. "Wir sind eingeübt und vertrauen einander." Er sei sich sicher, dass sein Bruder still halte, und dieser, dass er genau ziele.

"Wir treten aber nicht nur in der Arena auf, wir müssen auch hinter den Kulissen anpacken. Jeder springt da ein, wo gerade ein Helfer gebraucht wird", berichtet Jessie. Zum Beispiel putze er noch einmal die Kamele, Hunde und die anderen Tiere kurz vor deren Auftritt. Außerdem sattele er die Pferde und lege bei diesen das Zirkusgeschirr an. "Auf unsere Pferde sind wir besonders stolz. Wir haben holländische Friesen und ägyptische Araber", sagt der Juniorchef. Auch während der Pause kann er nicht die Hände in den Schoß legen. Dann beaufsichtigt er das Kamelreiten für die Besucher. Nicht nur Kinder steigen laut Jessie auf die Wüstenschiffe, sondern auch Erwachsene.

Nach den Worten seines Bruders Dustin sind die 30 Tiere "das Kapital" des Circus Salino. "Das Tier steht daher immer an erster Stelle", betont Jessie. Daher führe sein erster Weg nach der Morgentoilette und noch vor dem Frühstück stets in die Stallzelte, um die Tiere zu füttern. Die Gehege der Tiere werden laut Juniorchef täglich ausgemistet und neu gestreut.

Wenn der Circus Salino in der Nacht von Sonntag zu Montag den Standort wechselt, dauert der Arbeitstag häufig fast 24 Stunden. "Sofort nach der letzten Vorstellung bauen wir ab", berichtet der 28-Jährige. Nach der Ankunft auf dem neuen Platz baue die ganze Familie zuerst in aller Frühe die Zelte für die Tiere auf.

"Ein leichtes Leben haben wir nicht, aber ein schönes", sagt Jessie. Man dürfe das Artistendasein nicht als Job sehen. "Zirkus ist ein Leben", stellt er klar. Artisten kämen immer wieder an neue Orte, lernten viele und vor allem interessante Leute kennen. Außerdem brauche er das Leben in der Familie und mit den Tieren, schwärmt Jessie.

Das Einstudieren neuer Kunststücke macht dem Artisten besonders viel Spaß. "Wenn der neue Trick erstmals vor Publikum klappt und die Zuschauer applaudieren, ist das ein Gänsehautmoment", schwärmt Jessie. "Den Augenblick vergisst man nie", bestätigt sein Bruder Franjo.

Jessie verhehlt aber nicht, dass der Konkurrenzkampf groß ist. "Es gibt mehr Zirkusse in Deutschland als je zuvor - mehr als 300." Die Familien würden größer und teilten sich irgendwann. So entstünden neue Zirkus-Unternehmen.

Die erste Vorstellung findet am 23. März statt

Der Circus Salino will sein Programm mit Clownerien, Jonglagen, Tierdressuren, Feuerschluckern, Handstandakrobatik, Westernshow und Seiltänzern fünfmal auf dem Hoopt zeigen. Die erste Aufführung beginnt am Donnerstag, 23. März, um 15.30 Uhr im beheizten Zelt. Am Freitag, 24. März, fängt die Show zur gleichen Zeit an. An diesen beiden Tagen zahlen Erwachsene nur Kinderpreise. In den Vorstellungen am Sonnabend, 25. März, und Sonntag 26. März, jeweils ab 11 Uhr haben Väter freien Eintritt. Eine weitere Vorstellung ist für Sonnabend, 25. März, 14 Uhr, geplant. Der normale Eintrittspreis beträgt für Erwachsene zehn Euro, für Kinder acht Euro.

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Der 16 Jahre alte Franjo Urban führt seine Jonglierkünste in der Burgdorf HAZ-Redaktion vor. Er wird in den Vorstellungen mit seinem Bruder Jessie auch in einer Clownsnummer zu sehen sein.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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