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Der Handel fordert bestimmte Kartoffelsorten

Uetze Der Handel fordert bestimmte Kartoffelsorten

Die meisten Uetzer Landwirte können mit dem Verlauf der gerade zu Ende gegangenen Frühkartoffelsaison zufrieden sein. Nach einem sehr positiven Beginn sind die Erzeugerpreise jedoch gegen Saisonende gefallen.

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Der Uetzer Landwirt Andreas Strauß (rechts) und sein Vater Werner Strauß ernten Frühkartoffeln. Auf dem Roder sortieren sie Steine und kleine Knollen aus.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. "Es ist am Anfang gut gelaufen, weil Anfang Juni keine alte Ware mehr auf dem Markt war", sagt Wolfgang Wrede, Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Osthannover. Außerdem seien Importe aus Spanien und Ägypten verspätet und nur in kleinen Mengen auf den deutschen Markt gekommen. Die seien bald verkauft gewesen.

Nach den Worten des Uetzer Landwirts Heinrich Diederichs konnten hiesige Bauern ab dem 20. Juni den Handel mit Frühkartoffeln mit fester Schale beliefern. "Da waren wir fast allein auf dem Markt", erinnert sich sein Dedenhausener Berufskollege Bernd Gellermann. Denn die Bauern aus der Pfalz, mit denen die hiesigen Landwirte bei der Frühkartoffelproduktion in Konkurrenz stünden, hätten wegen des dortigen Regenwetters zu dem Zeitpunkt keine schalenfeste Ware roden können, erläutert er.

Laut Wrede fielen ab Mitte Juli die Erzeugerpreise. Diese hätten am Ende der Saison das Vorjahresniveau erreicht, das im normalen Bereich gelegen habe, berichtet der RWG-Geschäftsführer. Für den Preisverfall macht der Landvolk-Kreisvorsitzende Holger Hennies aus Schwüblingsen den Handel mit verantwortlich, der in den Supermärkten nicht nur regionale Kartoffeln angeboten habe. "Obwohl er sonst auf die Regionalität pocht", merkt er kritisch an.

Von einer "sehr schwierigen", aber doch für ihn "sehr positiven" Saison spricht Diederichs. "Man musste sich als Anbauer auf den Markt einstellen", betont er. Die Landwirte hätten zum richtigen Zeitpunkt die vom Handel geforderten Sorten - zum Beispiel Berber, Prinzess und Allianz - liefern müssen. Zudem hätten die Knollen reif und schalenfest sein müssen, betont Diederichs. Weil nicht jeder Landwirt die vom Handel gewünschten Sorten mit fester Schale zum vorgegebenen Zeitpunkt habe roden können, zögen vermutlich nicht alle ein positives Saisonfazit, gibt Hennies zu bedenken.

Der Preis fällt weiter

Die Landwirte im Raum Uetze haben sich wegen der dortigen sandigen Böden, die sich schnell erwärmen, auf den Frühkartoffelanbau spezialisiert. Offiziell ist die Frühkartoffelsaison am 10. August zu Ende. Die Uetzer Bauern ernten auch nach diesem Datum Knollen. Bundesweit beginnt jetzt erst die Hauptkartoffelernte.

Derzeit liegt der Erzeugerpreis bei 22 Euro je Doppelzentner. Der Dedenhausener Landwirt Bernd Gellermann rechnet damit, dass der Preisverfall anhält, der Mitte Juli eingesetzt hat. "Landwirte aus anderen Regionen bauen mehr Kartoffeln als früher an", erläutert er. Daher gelangten größere Menge auf den Markt, und der Preis gerate stark unter Druck. 

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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