Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Gemeinde koffert Schadstoffe aus

Uetze Gemeinde koffert Schadstoffe aus

Die Vergangenheit holt die Gemeinde Uetze ein. Auf dem Grillplatz in Dollbergen, der Bullenkoppel, treten an fünf Stellen belastete Rückstände aus der Ölraffination an die Erdoberfläche. Die Kommune will nun an diesen Stellen den Boden auskoffern. Der Grillplatz war früher einmal eine Deponie.

Voriger Artikel
Schnelles Internet fürs Spreewaldseengebiet
Nächster Artikel
Ein Eisvogel wohnt in der Vitrine

Peter Schillhofer schaut sich eine der Stellen auf der Bullenkoppel an, an der eine teerartige Masse an die Oberfläche tritt.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Dollbergen. Die Region Hannover listet die Bullenkoppel in ihrem Altlastenkataster auf. "Der Grillplatz ist früher für die Deponierung von Raffinierierückständen genutzt worden", berichtet Uetzes Umweltsachbearbeiter Peter Schillhofer. In einem Betonbecken hätten die Gasolin und die Firma Haberland säureharzhaltige Abfälle aus der Ölverarbeitung eingelagert. "Das war damals vollkommen legal", stellt Schillhofer klar.

In den Sechzigerjahren habe man die Deponierung der Raffinerieabfälle eingestellt. Die damalige Gemeinde Dollbergen habe dann dort bis 1972 eine Hausmülldeponie betrieben. Danach habe man das Gelände mit viel Boden aufgefüllt.

Im vorderen Bereich an der Ackersbergstraße quillt an fünf Stellen immer wieder eine teerartige Masse an die Oberfläche. Diese ist mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlewasserstoffen (PAK) belastet. Viele PAK-Verbindungen gelten als krebserregend. "Die PAK-Belastung ist auch schon lange bekannt", sagt Schillhofer. Gutachter hatten den Grillplatz 2004 untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass ein Kilogramm Trockenmasse fünf bis sechs Milligramm PAK enthält.

Die Gemeinde werde jetzt tätig, weil das niedersächsische Umweltministerium am 24. August die PAK-Grenzwerte verschärft habe, berichtet Schillhofer. "Der Grillplatz fällt in die Kategorie Park- und Freizeitanalgen, für die der Grenzwert jetzt ein Milligramm je Kilogramm Trockensubstanz beträgt". sagt der Angestellte.

Die Region Hannover habe vorgeschlagen, die Stellen 35 bis 50 Zentimeter tief auszukoffern und dann mit einem Mineralgemisch aufzufüllen. Ziel sei, weitere Austritte der Rückstände zu verhindern. Nach den Worten des Umweltsachbearbeiters wird das noch vor dem Winter geschehen.

Die Gemeinde hat Remondis mit der Entsorgung beauftragt. Die Firma wird das ausgekofferte Material untersuchen. Dann wird sich laut Schillhofer entscheiden, ob es woanders deponiert oder verbrannt wird.

Die Alternative zum Auskoffern wäre die Sperrung der Bullenkoppel. Schillhofer: "Das Gelände darf weiter als Grillplatz genutzt werden."

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

doc6sn592v6lp414q8pidf0
Rauchzeichen ziehen übers Land

Fotostrecke Uetze: Rauchzeichen ziehen übers Land