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Heizenergie aus den Spreewaldseen?

Uetze Heizenergie aus den Spreewaldseen?

Im September will die Klimaschutzagentur der Region das Energiesparkonzept für die Siedlung an den Spreewaldseen fertig haben. Es wird Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, wie die Bewohner den Energiebedarf für ihre Immobilien senken können – zum Beispiel mit Wärmepumpen für Luft, Boden oder Wasser.

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Die Hausbesitzer am Entenschnabel im Spreewaldseengebiet zeigen laut Klimaschutzagentur bislang wenig Interesse an einer Energieberatung.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Dahrenhorst. Die Aufgabe ist nicht einfach: Die Siedlung auf den Inseln in den Spreewaldseen ist sehr naturnah angelegt. „Wegen der vielen Bäume ist die Nutzung von Sonnenenergie kaum möglich, und es gibt wenig freie Flächen für gemeinschaftlich nutzbare Blockheizkraftwerke“, sagt Christiane Dietrich von der Klimaschutzagentur der Region Hannover. Bislang wird ein Großteil der Häuser mit Nachtspeicheröfen, viele in Kombination mit Kaminen, beheizt.

„Doch die Nachtspeicheröfen sind nicht effizient“, sagt die Klimaschutzmanagerin der Region. Auch wenn in Uetze inzwischen Solaranlagen und Windräder mehr Strom produzierten, als die Bewohner und Unternehmen in der Gemeinde verbrauchten, „macht es keinen Sinn, Windenergie zu verheizen“. Denn die Region sei noch nicht stromautark. So habe es 2015 kaum nennenswerte Abschaltungen von Windrädern wegen Stromüberschusses gegeben, bezieht Dietrich sich auf Angaben des Netzbetreibers Avacon.

Das Konzept will Alternativen aufzeigen, die die neuesten technischen Entwicklungen berücksichtigen. Vorrang hat dabei die Energieproduktion vor Ort. „Wir können zum Beispiel die Umgebungswärme nutzen“, erklärt Dietrich. Dafür bieten sich Wärmepumpen an. Weil es an den Spreewaldseen Wasser im Überfluss gibt, hat die Klimaschutzagentur jetzt zusätzlich einen Ingenieur damit beauftragt, der untersuchen soll, ob das Wasser neben Luft und Boden als Wärmelieferant nutzbar ist.

„Der Einsatz von Wärmepumpen für die Gewinnung von Heizenergie braucht jedoch gut gedämmte Häuser“, betont Dietrich. Momentan gebe es an den Spreewaldseen aber nur wenige energetisch hochwertige Gebäude. Um zu sehen, welche Lösung für welche Häuser Sinn mache, seien die Beratungen der Architektin Heike König so wichtig.

17 Häuser hat König im Auftrag der Klimaschutzagentur untersucht. „Je mehr Hausbesitzer sich noch melden, desto detail- und passgenauer werden die Vorschläge des Konzepts“, sagt Dietrich. Noch könnten sich weitere Anwohner direkt bei der Architektin, Telefon (0 51 36) 8 29 45, melden. Vor allem auf der Insel Entenschnabel sei das Interesse bislang sehr gering.

Sieben unterschiedliche Haustypen hat König im Zuge ihrer Untersuchungen laut Dietrich bislang identifiziert. „Es wird nicht die eine Lösung geben, sondern eine Bandbreite von Vorschlägen für die Haustypen im Spreewaldseengebiet. Die Leute haben alle Freiheiten, sich zu entscheiden.“

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Von Redakteur Anette Wulf-Dettmer

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