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Die Mautsparstrecke wird geflickt

Uetze Die Mautsparstrecke wird geflickt

Es ist gerade einmal dreieinhalb Jahre her, dass die Region die Seitenräume der Kreisstraße 125 von Schwüblingsen bis zur Bundesstraße 188 aufwendig saniert hat, da muss die Straßenmeisterei die Rasensteinborde schon wieder flicken. Schuld ist der Schwerlastverkehr, der die Strecke nutzt, um Maut zu sparen oder einen Stau auf der Autobahn 2 zu umfahren.

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Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei aus Burgwedel gleichen die schlimmsten Schäden im Seitenbereich, der sich mehrere Zentimeter abgesenkt hat aus. Wulf-Dettmer

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Uetze. Die Fahrbahn der K 125 auf diesem Teilstück, das fast nur durch Wald führt, ist gerade einmal 5,50 Meter breit - und damit zu schmal für ständigen Schwerlastverkehr: Wenn sich zwei Lastwagen begegnen, müssen sie beide auf den nur mit kleinen Rasensteinen gepflasterten Seitenraum der Straße ausweichen. Das bestätigt der Vorarbeiter der Straßenmeisterei Burgwedel, der die K 125 seit vergangener Woche mit zwei Kollegen flickt.

Unter dem Gewicht der Sattelzüge habe sich der Seitenbereich abgesenkt, es seien tiefe Rillen und Löcher entstanden, die inzwischen die Sicherheit der Personenwagen mit ihren schmaleren Rädern gefährdeten, sagt der Vorarbeiter: Wenn jemand in eine der Rillen gerät, könne er leicht die Kontrolle über sein Fahrzeug verlieren. Deshalb verfüllen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei der Region derzeit die gröbsten Reifenfallen. Heute wollen sie fertig werden.

Seit Einführung der Maut nutzten immer mehr Lastwagen die Straße durch den Wald, um Geld zu sparen, so die Erfahrung des Vorarbeiters. „Das können wir bestätigen“, sagt Schwüblingsens Ortsbürgermeister Eike Dralle. „Auch bei Staus auf der A 2 - also fast jeden Montag - brechen die Lastwagen durchs Dorf.“ Die Strecke durch den Beerbusch und das Burgdorfer Holz ist auch in Dralles Augen problematisch - denn auch wenn sich Lastwagen und Auto begegnen, wird es eng: „Nur wenn sich beide viel Mühe geben und sehr langsam fahren, bleiben sie mit allen Rädern auf der Fahrbahn.“

„Als ich Kind war, war die K 125 zwischen Sievershausen und dem Abzweig nach Arpke sogar jahrelang für Lastwagen gesperrt gewesen“, erinnert sich Dralle. Es sei das gleiche Problem gewesen wie heute zwischen Schwüblingsen und dem Kreisel.

„Die K 125 ist grundsätzlich für den öffentlichen Verkehr freigegeben“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann auf Nachfrage. Bei der Zustandsbeurteilung in 2014 habe sie die Note Drei erhalten. Das sei kein schlechter Zustand, „erst ab Note 3,5 muss was getan werden“, sagt der Sprecher. Die nächste Überprüfung des Straßenzustands ist laut Abelmann im Jahr 2019.

Für Lastwagen sperren

Die Waldstrecke der Kreisstraße 125 sollte für Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt werden. Das bringt nur Vorteile: Die Region muss die Straße weniger oft flicken, das spart Geld. Die Sicherheit der Autofahrer erhöht sich. Die Natur wird geschont, denn die Straße durchschneidet einen herrlichen, großen Wald mit vielen Wildtieren. Nicht zuletzt würde verhindert, dass dem Staat Mautgebühren entgehen. Die schmale K 125 sollte wieder eine Straße für die Menschen in den umliegenden Ortschaften werden. Und keine Ausweichstrecke zum Mautsparen für Lastwagen.

Von Anette Wulf-Dettmer

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Von Redakteur Anette Wulf-Dettmer

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