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Steine für den Kirchbau gebacken

Dachzeile Steine für den Kirchbau gebacken

Erstmals beteiligen sich die Uetzer Katholiken am Zwiebelfest. An ihrem Stand wollen sie am Wochenende die Chronik ihrer St.-Matthias-Kirche verkaufen, die vor 60 Jahren eingeweiht worden ist. .

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Die Uetzer Katholiken feiern 1955 die Grundsteinlegung der St.-Matthias-Kirche.

Quelle: privat

Uetze. Seit Februar hat die Uetzerin Dagmar Lindemann an der 44 Seiten dicken und reich bebilderten Chronik, die fünf Euro kosten soll, gearbeitet. Sie hat im Internet recherchiert und im Archiv des Bistums Hildesheim gestöbert. "In der Kirche ist gefragt worden, ob jemand Material für die Chronik hat", berichtet Lindemann. Sie hat außerdem auf Unterlagen des Pfarrbüros zurückgegriffen und ältere Gemeindemitglieder befragt. "Leider leben viele Zeitzeugen aus der Anfangszeit nicht mehr", bedauert Lindemann.

Bei ihren Recherchen hat sie eine Urkunde aufgetrieben, nach der im Altar die Reliquien der Märtyrer Donatus, Faustinus und Romanus eingeschlossen sind. "Das war uns in Uetze bisher nicht bekannt", sagt Lindemann.

Für Gemeindemitglied Carola Hoffmann sind die Jahre vor der Einweihung des Gotteshauses die interessanteste Zeit, die Lindemann schildert. "Der damalige Pfarrer Georg Jamitzky hat Bettelfahrten ins Bistum Trier unternommen, weil man erst nur eine Halle eines Fliegerhorsts aufstellen wollte" berichtet Lindemann. Jamitzky habe im Bistum Trier Spenden für den Kirchbau gesammelt. "Der Name St. Matthias stammt aus Trier, weil da der Apostel Matthias begraben ist", fügt Lindemann hinzu.

Die Uetzer Katholiken hätten zu Beginn der Fünfzigerjahre nicht viel besessen, gibt Hoffmann zu bedenken. Die Kirchengemeinde sei arm gewesen. Um Geld für den Kauf der Mauersteine zu sparen, hätten Gemeindemitglieder selbst die Steine aus Zement und Kies geformt, hat Lindemann von älteren Uetzern erfahren: "Sie haben gesagt, sie hätten die Steine gebacken."

"Pfarrer Jamitzky hat am Stammtisch das Grundstücksgeschäft geregelt. Der Kaufmann Karl Lüddecke habe das Grundstück an der Ecke Marienstraße/Katenser Weg vom Bauern Pahls gekauft und es dann der Gemeinde zur Verfügung gestellt", erzählt Hoffmann. Am 25. September 1955 feierten die Uetzer Katholiken die Grundsteinlegung der St.-Matthias-Kirche. Der Ehrendomherr und Probst von Hannover, Wilhelm Unverhau, weihte das Gotteshaus am 30. September 1956.

"Zum 25-jährigen Jubiläum ist die Kirche komplett umgestaltet worden", sagt Lindemann. Seitdem schmückt ein freskenähnliche Altarbild, das die Kreuzigung und die zwölf Apostel darstellt, die St.-Mattias-Kirche. 

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Pfarrer Martin Karras predigt beim diesjährigen Patronatsfest vor dem freskenähnlichen Altarbild, das seit dem 25-jährigen Jubiläum der St.-Matthias-Kirche das Gotteshaus schmückt.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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