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Endspurt bei der Ernte

Uetze/Burgdorf/Lehrte Endspurt bei der Ernte

Nur Wetterkapriolen oder doch schon Klimawandel? Die Landwirte gehören zu den Ersten, die die Veränderungen bemerken. Denn sie sind wie keine andere Wirtschaftsbranche vom Wetter abhängig. Die Witterung in diesem Jahr ist für die Bauern auf jeden Fall eine Herausforderung – eine Zwischenbilanz.

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Die Rübenmaus frisst sich in einen Zuckerrübenberg bei Katensen. Die speziell entwickelte Maschine reinigt die Rüben und verlädt sie auf die Transporter.d

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Uetze/Burgdorf/Lehrte. Punkt eins – die wochenlange Trockenheit: Gelitten haben vor allem Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben. Nicht nur die Erträge fallen etwas geringer aus, auch die Erntearbeit wird erschwert. Ohne ihre Beregnungskanonen wären die Landwirte längst aufgeschmissen. Doch alles kann der künstliche Regen auch nicht richten. Deshalb ist der ergiebige Landregen – 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter – am Wochenende sehr willkommen gewesen.

„Der Ackerboden war teilweise so trocken, dass die Schare der Kartoffelroder nicht in die Erde kamen“, berichtet Wolfgang Wrede, Geschäftsführer der Raiffeisengenossenschaft (RWG) Osthannover. „Wir haben den Regen dringend nötig gehabt.“ Die Kartoffelanbauer auf den leichten Sandböden hatten ein anderes Problem. „Die Rodeschare hatten Mühe, die Kartoffeln auf die Förderbänder zu heben, weil der Ackerboden so trocken war, dass alles durchrieselte“, sagt der Schwüblingser Landwirt Niels Kynast.

Punkt zwei: Der September war sehr warm. Zu warm, um die Kartoffeln einzulagern. Deshalb haben die Landwirte sie in den Dämmen auf den Äckern gelassen. Nach der Abkühlung werden die Kartoffeln jetzt mit Hochdruck gerodet. „In zehn Tagen werden die Ernte abgeschlossen und die Lager bei der Groka in Dollbergen voll sein“, sagt Wrede.

Laut Kynast haben die hochsommerlichen Temperaturen im September eine weitere negative Auswirkung. „Je wärmer es im Herbst ist, desto mehr Krankheiten treten bei den Zuckerrüben auf.“ Die Rotfäule werde zunehmend zum Problem in der Region. „Zwar kann man befallene Zuckerrüben noch ernten, aber sie müssen dann sofort verarbeitet werden. Noch ist kein Mittel dagegen entwickelt worden.“ Die Rotfäule habe sich von Südeuropa über Bayern nach Norddeutschland ausgebreitet.

Die Ernte der Zuckerrüben hat in diesen Tagen begonnen. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen erwartet Kynast im Großen und Ganzen gute Erträge, weil „wir die Rüben mit der Beregnung über Wasser gehalten haben“.

Auch die Maisernte ist noch nicht abgeschlossen. Die Erträge fallen sehr unterschiedlich aus. In etlichen Pflanzenbeständen sind wegen der Trockenheit die Körner in den Kolben kaum ausgereift. „Wir haben Glück gehabt, dass unser Mais noch reif geworden ist“, sagt der Immenser Landwirt Jörg Hattendorf. Allerdings habe er den Mais wegen der Trockenheit in diesem Jahr sehr früh geerntet. Normal sei Mitte Oktober. Hattendorf verfüttert den Mais an seine Milchkühe und Legehennen.

Einfache Regeln für alle Verkehrsteilnehmer

Alles, was die Bauern ernten, muss abtransportiert werden – ins Kartoffellager, ins Maissilo oder zur Zuckerfabrik. Die Folge: Viele schwere Treckergespanne sind auf den Straßen unterwegs. Um Unfälle zu vermeiden, empfiehlt die Polizei sowohl den Trecker- als auch den Autofahrern, ein paar einfache Regeln zu beherzigen:
1. Hinter einem langsamen Gefährt nicht die Nerven verlieren.
2. Autofahrer, die landwirtschaftliche Fahrzeuge überholen, dürfen außerhalb geschlossener Orte mit Hupe und Lichtsignalen auf sich aufmerksam machen.
3.  Autofahrer, die direkt hinter einem Gespann fahren, sollen ausreichend Platz lassen, sodass überholende Fahrzeuge bei Gegenverkehr einscheren können.
4.  Fahrer von Traktor- und Erntemaschinen sollen vor dem Abbiegen in den Rückspiegel schauen.

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Lastwagen um Lastwagen fährt vor und lässt sich mit den süßen Wurzeln beladen, um sie zur Zuckerfabrik in Clauen zu bringen.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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