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Dorfladen erhöht Wohnqualität

Eltze Dorfladen erhöht Wohnqualität

Falls in Eltze ein Dorfladen gegründet wird, haben es die Einwohner in der Hand, ob der Laden ein Erfolg wird. Chancen und Risiken eines solchen Geschäfts zeigte Günter Lühning bei einem Informationsabend auf.

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Aufmerksam hören die Besucher des Informationsabends den Ausführungen des Sprechers des Netzwerks Dorfladen, Günter Lühning, zu.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. Mittlerweile gibt es mehr als 200 Dorfläden in Deutschland, die Einwohner als Antwort auf das bundesweite Ladensterben auf dem Lande gegründet haben. „Nicht alle laufen gut“, berichtete Lühning, der Vorstandsmitglied des wirtschaftlichen Vereins Dorfladen Otersen bei Verden ist. Deshalb sollte zunächst ein Dorfladenberater eine Machbarkeitsstudie anfertigen. Entscheidend dafür, ob solch ein Geschäft eine reelle Chance hat, sind laut Lühning die Einwohnerzahl und die Entfernung zum nächsten Supermarkt.

Aber auch der Berater könne keine Erfolgsgarantie geben. „Jeden Tag wird mit den Füßen der Einwohner über den Dorfladen abgestimmt“, stellte er klar. „Ich habe nicht das Patentrezept für Eltze. Das müssen Sie selber finden.“ Auf keinen Fall dürfe man eine Handelskette kopieren. Der Laden müsse sein eigenes Gesicht bekommen. Es stärke das Wir-Gefühl, wenn viele Einwohner Geschäftsanteile erwerben. Das Geld werde für Ladeneinrichtung und Warenbestand benötigt. „Sie können keine Rendite versprechen“, stellte Lühning klar. Vielmehr verlören die Anteile an Wert, wenn der Laden Verluste mache. Damit müsse man gerade anfangs rechnen. Auf der anderen Seite gewinne das Dorf mit dem Geschäft an Wohnqualität für alle Generationen. Die Dorfläden seien Treffpunkte. Deshalb hätten die meisten ein Café oder eine Café-Ecke.

„Ich kann nur davon abraten, mit ehrenamtlichen Verkäuferinnen den Laden zu betreiben. Das geht nicht gut“, empfahl Lühning. Ehrenamtlich könnten Einwohner dagegen aber in der Geschäftsführung, beim Einrichten des Ladens oder beim Auffüllen der Regale arbeiten. Der Referent riet dazu, in Eltze mit den Bäckern und dem örtlichen Hofladen zusammenzuarbeiten. „Gemeinsam ist besser als gegeneinander. Unterstützen Sie die Bäcker und den Hofladen, solange es sie gibt“, sagte Lühning. Die Ideenwerkstatt will den Vortrag beim nächsten Treffen am Mittwoch, 17. Februar, ab 19 Uhr im Haus der Kirche auswerten.

Eltze hat noch drei Bäcker

Im Gegensatz zu den Einwohnern vieler anderer Dörfer können die Eltzer noch in ihrem Heimatort einkaufen. Dort backen die Bäckerei Claus und die Erse-Bäckerei Brot, Brötchen und Kuchen. Die Bäckerei Siepert aus Eddesse verkauft in ihrem Eltzer Laden nicht nur Backwaren, sondern auch Wurst und Fleisch. Mit landwirtschaftlichen Produkten können sich die Einwohner im Hofladen Claus eindecken. Der Landwirt Hennig Hellemann bietet Erdbeeren zum Selbstpflücken und Fleisch von Charolais-Rindern an. Freitags kommt ein Verkaufswagen der Hänigser Fleischerei Hoppe nach Eltze. Außerdem gibt es im Dorf den Kiosk Sackmann.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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