Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Schüler reisen in die Vergangenheit

Uetze Schüler reisen in die Vergangenheit

Tafel, Landkarte und Federkiel statt Smartboard und Computer: Drittklässler der Grundschule am Katenser Weg haben in der Olen Dorpschaule von Peter Doms vom Heimatbund Uetze anschaulich erfahren, wie ihre Großeltern dereinst lernten.

Voriger Artikel
Hänigser Freibad meldet Besucherrekord
Nächster Artikel
Trockenheit erhöht die Brandgefahr

Tafel statt Smartboard:Peter Doms vom Heimatbund Uetze zeigt den Drittklässlern der Grundschule am Katenser Weg in der Olen Dorpschaule, wie ihre Großeltern gelernt haben.

Quelle: Sandra Köhler

Uetze. Ganz große Augen bekamen die Kinder, als Doms sie in die Ole Dorpschaule bat und sagte: "Das ist ein Klassenraum, in dem ungefähr 40 Kinder lernten." Zwar hatten sie mit ihrer Lehrerin Iris Grünberg den Besuch vorbereitet, indem sie ihre eigenen Großeltern zu deren Schulzeit befragt hatten. Doch ein altes Klassenzimmer mit Pulten, Federkielen und einer drehbaren Schiefertafel selbst zu erleben - das ist schon etwas anders.

"Obwohl die Klassen viel größer waren, war es nicht lauter als heute", erzählte Doms. Denn früher - und das beeindruckte die Kinder schwer - setzte es bei frechen Antworten oder anderen Verfehlungen auch schon mal Hiebe mit dem Rohrstock. "Musste man auch in der Ecke stehen?", wollte ein Schüler wissen. "Das konnte schon mal vorkommen, dass man in die Ecke oder vor die Tür musste", sagte der Heimatbund-Chef.

Ein Schulleiter und Küster oder Pastor für 300 Kinder: Das war Doms zufolge für die Lehrenden nur in Schichtarbeit zu machen. Auch dass die Lehrer früher nicht mit Geld bezahlt wurden, erklärte er den Kindern. "Die bekamen eine Wohnung mit Stall, wo sie Schweine halten konnten. Eine Wiese, zum Heu machen. Eine Weide, auf der sie Kühe halten konnten. Einen Bienenstock für die Honigproduktion. Ein Stück Wald oder Torf, wo sie Brennmaterial für den Winter machen konnten.

Und die, die nicht verheiratet waren, hatten es richtig gut: Die konnten dreimal am Tag zu einem Bauernhof gehen und bekamen dort eine Mahlzeit. "Wer verheiratet war, musste zuhause essen."

Auch den Rest der Heimatstube mit alten Kleidern und Werkzeugen, einem Kaufmannsladen und Ecken zu Berufen wie Böttcher oder Putzer (Friseur) bestaunten die Kinder begeistert. "Am besten waren die Bärenfallen, die Kleider und das Klassenzimmer", sagten sie nach ihrem Ausflug in die Vergangenheit.

Die Schule war sehr bald zu klein

Schulen habe es schon im 17. Jahrhundert in Uetze gegeben, sagt Doms.  Der großen Zahl der Schüler wegen und weil die dem Brand, dem vor rund 150 Jahren 100 Häuser zum Opfer fielen, sei 1892 die Ole Dorpschaule erreichtet worden: "Aber die war auch schnell zu klein." Also wurde flugs ein dritter Raum angebaut. Als auch das nicht reichte, entstand 1906 die benachbarte Stötznerschule. "Die hatte sechs Räume, hier waren drei. Und insgesamt gab es sieben Lehrer. Das war schon eine ganze Menge", sagt Doms. Irgendwann in den Sechzigerjahren sei dann die Grundschule am Katenser Weg dazugekommen.

doc6rfzv9x0pw69ymafd7y

Fotostrecke Uetze: Schüler reisen in die Vergangenheit

Zur Bildergalerie

Von Sandra Köhler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Die neuen Mitglieder des Gemeinderates Uetze

Die Bürger der Gemeinde Uetze haben bei der Kommunalwahl auch über ihren Gemeinderat abgestimmt. Die Mitglieder im Überblick.

doc6roq9rz3t7ridss9it7
Verwirrte Natur: Apfelbaum blüht im Herbst

Fotostrecke Uetze: Verwirrte Natur: Apfelbaum blüht im Herbst