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Uetze wartet auf 170 Flüchtlinge

Notunterkunft in früherer Schule Uetze wartet auf 170 Flüchtlinge

In der ehemaligen Stötzner-Schule in Uetze ist am Dienstag ein Erstaufnahmelager für Flüchtlinge eingerichtet worden. Im Schulgebäude sollen bis zu 170 Asylbewerber untergebracht werden, deren Ankunft für Mittwoch erwartet wird. Die Nachricht hat im Ort eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.

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Zahlreiche Fahrzeuge verschiedener Hilfsdienste sind an der Stötzner-Schule in Uetze angerückt.

Quelle: Böger

Uetze. Am Freitagabend sei die Anfrage des Landes nach einer Unterbringungsmöglichkeit an ihn herangetragen worden, berichtet Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg. Da die ehemalige Schule von der Gemeinde ohnehin als Notunterkunft für weitere ihr zugewiesene Flüchtlinge vorgesehen gewesen sei, habe er der Einrichtung eines Erstaufnahmelagers – es ist das fünfte in Niedersachsen und das erste in der Region Hannover – zugestimmt. Neben den politischen Gremien seien inzwischen auch die Anwohner in der Umgebung der Schule informiert worden. In einem in den umliegenden Straßen verteilten Flugblatt werden die Nachbarn um Hilfe gebeten ( Hier finden Sie das Flugblatt als PFD-Datei ). Die ist nach Angaben von Anne Wiechmann, Leiterin des Familienhauses, bereits in überwältigendem Maße angeboten worden.

Lotta (von links), Hanno und Lasse haben mit den übrigen Fuhsestrolchen und ihren Erzieherinnen Irena Borsette (links) und Beate Schön ein Willkommensschild für die Flüchtlinge gemalt.

Lotta (von links), Hanno und Lasse haben mit den übrigen Fuhsestrolchen und ihren Erzieherinnen Irena Borsette (links) und Beate Schön ein Willkommensschild für die Flüchtlinge gemalt.

Quelle: Böger

Bis zu 80 Helfer von Johannitern, Rotem Kreuz und Arbeiter-Samariter-Bund, unterstützt von Mitarbeitern der Gemeinde und von der Feuerwehr, räumten zunächst Tische und Stühle aus den früheren Klassenzimmern. Dann schleppten sie Betten und Schränke hinein. Außerdem mussten Kochmöglichkeiten installiert werden, da die Schulküche zur Versorgung von so vielen Menschen nicht ausreicht. Im Keller wurden derweil große Plastiktüten mit Decken, Bettzeug, Handtüchern und Hygieneartikel gefüllt – für jeden der erwarteten Flüchtlinge eine.

Die Samariter aus Langenhagen sind angerückt und beginnen jetzt mit dem Aufbau der Feldbetten.

Die Samariter aus Langenhagen sind angerückt und beginnen jetzt mit dem Aufbau der Feldbetten.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

„Und wir schildern den Weg zu den Toiletten in vielen Sprachen aus“, sagt Johanniter-Pressesprecherin Antje Heilmann und macht damit deutlich, dass bei der Organisation viele Details zu bedenken sind. Dazu zählt auch, in der Turnhalle einen Bereich mit Teppichboden auszulegen, um Muslimen Gebete zu ermöglichen. Das alles organisieren muss in diesem Fall nicht die Gemeinde, weil das Land Niedersachsen Betreiber des Lagers sein wird. Damit ist es für die Logistik ebenso zuständig wie für die medizinische und soziale Betreuung der Flüchtlinge, „aber wir helfen natürlich“, versichert Backeberg.
Bis 18 Uhr, so lautete der Auftrag, sollte die Einrichtung empfangsbereit sein, da ursprünglich noch am Dienstag  mit der Ankunft der Menschen gerechnet wurde. Doch kurz nach 17 Uhr wurde bekannt: Die Busse würden frühestens am Mittwoch eintreffen, hieß es. 

So können Sie helfen

Sie wollen Flüchtlingen in der Region Hannover helfen? Auf HAZ.de haben wir eine (ständig aktualisierte) Übersicht zusammengestellt, wo welche Dinge benötigt werden.  Hier geht es zur Aktionsseite "Hannover hilft".

 

Familienhaus koordiniert Hilfe

Die ehrenamtliche Hilfe wird im Familienhaus organisiert.Rund 50 Personen haben sich dort bereits als potenzielle Unterstützer registrieren lassen. Benötigt werden neben Dolmetschern auch Helfer, die die Flüchtlinge beim Einkaufen oder beim Arztbesuch begleiten können, sagt Leiterin Anne Wiechmann. Sie würden jedoch erst in einigen Tagen benötigt, betont Uetzes stellvertretende Verwaltungschefin Ursula Tesch. Zunächst würden die Neuankömmlinge von hauptamtlichen Kräften des Landes betreut. Informationen über Hilfsmöglichkeiten solle man sich in jedem Fall von der Internetseite der Gemeinde holen, da auf anderen Seiten – etwa bei Facebook – oft irreführende Angaben zu finden seien. Zuverlässige Auskunft gibt das Familienhaus unter Telefon (0 51 73) 33 15 90.

Von Thomas Böger

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