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Einbrecher verwüsten Martenshof

Uetze Einbrecher verwüsten Martenshof

Der Immobilienmakler und Projektentwickler Sebastian Fesser ist stinksauer. Einbrecher haben das Hauptgebäude des Martenshof in Uetze an der Schmiedestraße verwüstet. Sie haben sich an alten Baumaterialien bedient, die sie offenbar selbst gebrauchen können.

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Dieses Badezimmer ist vollkommen zerstört worden.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze. "Außentüren sind abgebaut worden", berichtet Fesser, der mit der Eigentümerin Annegret Rodwell und der Deutschen Bau- und Wohnwelten AG ein Konzept zur Umwandlung der alten Hofstelle in Bauplätze entwickelt hat. Sogar die Tür zum noch vorhandenen Plumpsklo wurde geklaut. Außerdem hätten die Einbrecher versucht, eine zugemauerte Tür einzuschlagen, seien dann aber auf anderem Wege ins Gebäude eingedrungen. Im Haus hätten sie Kupferleitungen von den Wänden gerissen und die Badezimmer zerstört. Sie ließen Toiletten, Badewannen, Duschwand, Waschbecken und Armaturen mitgehen.

"Den kompletten Brenner der Heizung haben sie ausgebaut", berichtet Fesser. Auf der Dachterrasse des Hauses seien Asbestplatten abgerissen worden. Fesser fand sie im Garten wieder. "Wir müssen beim Entfernen von Asbest Schutzkleidung tragen, weil das Zeug brandgefährlich ist", sagt der Makler.

Außerdem hat jemand auf dem Grundstück Autoteile und Ölkanister abgeladen, aus denen Altöl ausgelaufen sei. Der Gipfel der Dreistigkeit ist für Fesser, dass ein Teil des Daches abgedeckt wurde.

Laut Fesser ist der materielle Schaden nicht sehr hoch, weil die frühere Hofstelle abgerissen wird. Er sei so erzogen worden, dass man fremde Sachen nicht anrühre. Außerdem sei das Vorgehen der Einbrecher nicht ungefährlich gewesen. Wenn jemand zu Schaden gekommen wäre, hätte er möglicherweise deshalb Ärger bekommen.

"Wenn einer etwas haben will, kann er mich fragen", sagt der Makler. Dann könne derjenige unter Aufsicht die gewünschten Sachen ausbauen. Zum Beispiel habe jemand mit seinem Einverständnis die Verkleidung der Scheune mitnehmen dürfen.

Der Abrissarbeiten sollen am Montag, 18. Juli, beginnen. "Als Allererstes muss das Asbest entsorgt werden", kündigt Fesser an. Die asbesthaltigen Platten am Wohnhaus müsse das Abbruchunternehmen aus Sicherheitsgründen einzeln abnehmen. Während des Abrisses müsse die Schmiedestraße zeitweise gesperrt werden.

Die Hofgeschichte

Der Martenshof ist die alte Hofstelle 54. Sie wurde nach dem großen Uetzer Brand von 1863 an gleicher Stelle an der heutigen Schmiedestraße wieder aufgebaut. Andere Höfe wurden damals an den Dorfrand verlegt, um im Ortskern Platz zu schaffen. Die enge Bebauung war nämlich ein Grund dafür, dass sich das Feuer am 21. April 1863 in Windeseile ausbreitete und fast das ganze Dorf vernichtete. Die Jahreszahl 1863 an einem Hausbalken weist auf das Baujahr des Gebäudes hin, das in den nächsten Wochen abgerissen wird.

Der Martenshof heißt so, weil er mindestens seit 1851 - wahrscheinlich noch länger - im Besitz der Familie Martens ist. Der verstorbene Heimatforscher Ernst Hübke nennt in seinem Buch "Die Realgemeinde Uetze von 1851 bis 1991" folgende Besitzer: Heinrich (1851), Ernst Heinrich (1887), dann wieder einen Heinrich (1908), Gustav (1920) und Wilhelm (1950 und 1990) Martens. Bis auf Wilhelm Martens, der der Vater der heutigen Eigentümerin Annegret Rodwell ist, waren alle Schmied. Daher kommt der Straßenname Schmiedestraße.

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Fotostrecke Uetze: Einbrecher verwüsten Martenshof

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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