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Kita Buddelkiste feiert 25. Geburtstag

Uetze Kita Buddelkiste feiert 25. Geburtstag

Seit Jahren wandelt sich die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder - die Geschichte der Kita Buddelkiste dokumentiert, wie sich die Wünsche und Anforderungen der Eltern verändern. Denn die Einrichtung besteht seit 25 Jahren, und hat immer wieder auf neue Situationen reagiert.

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Seit 25 Jahren betreut die Buddelkiste die Jungen und Mädchen aus Uetze - diesen Geburtstag haben Kinder, Erzieher, Eltern und Ehemalige mit einem Fest gefeiert.

Quelle: privat

Uetze. Vor einem Vierteljahrhundert bezogen jene Uetzer Jungen und Mädchen den Neubau an der Eichendorffstraße, die bis dahin im Hexenhaus in den Kindergarten gingen. "Das Gebäude war aber zu klein, und deshalb baute die Gemeine neu", sagt Christine Franke, die die Einrichtung seit 1996 leitet. Damals betreute ihr Team 150 Kinder zwischen drei und sechs Jahren in vier Gruppen vormittags von 8 bis 12 Uhr und in zwei Gruppen von 12.30 bis 16.30 Uhr. "Schon damals gab es für 25 Kinder das Ganztagsangebot, das wurde aber nie voll ausgenutzt", weiß Franke aus Erfahrung und verweist auf den Geist der Zeit: "Die Familien hatten sich damals auf die Situation mit den kurzen Angeboten eingestellt."

Darin sieht Franke einen wesentlichen Unterschied zwischen dem dörflichen Uetze und Städten wie Hannover, wo sie bis zu ihrem Wechsel gearbeitet hatte. "Dort forderten die Eltern eine ganztägige Betreuung viel eher ein", erinnert sie sich. Der erste Wandel kam zur Jahrtausendwende, als die ersten Familien aus dem Ganztagsbereich einen Hort für ihre Grundschulkinder benötigten. "Weil wir am Nachmittag freie Plätze hatten, nahmen wir zehn Kinder auf", sagt Franke - der Grundstein für den Hort in Uetze war gelegt. Er wurde mit dem Aus des Schulkindergartens ausgebaut, so dass 20 Grundschüler einen Platz erhalten konnten.

Zum Kita-Jahr 2003/2004 stand die nächste Veränderung ins Haus, die den gesellschaftlichen Wandel widerspiegelt: "Immer mehr Familien benötigten längere Betreuungszeiten, so dass wir die zweite Ganztagsgruppe öffneten", sagt Franke und fügt hinzu, etwa ein Jahrzehnt später habe Uetze auf die nächste Nachfrage reagiert und eine Krippengruppe für Ein- bis Dreijährige eingerichtet. Derzeit gibt es in der Buddelkiste zwei Ganztagsgruppen für die Kita und eine für die Krippe von 7 bis 17 Uhr sowie eine Gruppe vormittags von 7 bis 13 Uhr. Sie werden von 16 pädagogischen Mitarbeitern betreut, ergänzt wird das Team von einer Raumpflegerin und einer Küchenhilfe.

Für den Ausbau der Betreuung sieht Franke gleich mehrere Gründe: gut ausgebildete Frauen, die nicht über einen längeren Zeitraum aus dem Beruf aussteigen können, die Notwendigkeit eines zweiten Einkommens oder auch Alleinerziehende. "Sie brauchen Verlässlichkeit", weiß die Kita-Leiterin aus Erfahrung und ergänzt, Rat und Verwaltung seien - wenn möglich - stets den Elternwünschen gefolgt. 

Gleichwohl sieht die Pädagogin auch die Auswirkungen auf die Familien, die der Wandel mit sich bringt. "Eltern geben ihre Kinder immer früher und immer länger in die Betreuung, das verursacht bei vielen ein schlechtes Gewissen", hat sie beobachtet. Hinzu komme eine Verunsicherung, ob das eigene Kind auch ausreichend gefordert und gefördert werde. "Der Leistungsdruck ist gestiegen", sagt auch Tamara Möller, Leiterin des Teams Kita, Familien und Senioren. "Eltern habe große Angst, dass ihr Kind etwas verpassen könnte", fügt sie hinzu. "Aber", ergänzt Franke, "kein Kind kommt hier zu kurz."

Um Eltern die Ängste zu nehmen, führten die Mitarbeiter viele Gespräche. "Es ist wichtig, mit jeder Familie im Dialog zu bleiben, damit jede Familie die Unterstützung bekommt, die sie benötigt", sagt sie. Dazu beitragen soll eine zusätzliche Mitarbeiterin zur Sprachvermittlung, denn die Kita Buddelkiste profitiert vom Bundesprogramm Sprachkita. Auch darin liegt ein Unterschied zum Gründungsjahr: Heute stammt jedes dritte Kind aus einer Migrationsfamilie.

Die Suche nach Nachwuchs

Wenn Kita-Leiterin Christine Franke in die Zukunft blickt, dann wünscht sie sich vor allem eines: einen besseren Personalschlüssel. "Seit 1991 gibt es immer wieder Initiativen, um das zu schaffen - bislang aber erfolglos." Wenn zwei Erzieher sich um 25 Kita-Kinder kümmern, dann funktioniere der Bildungsauftrag nicht, jedes Kind individuell zu fördern.

Gleichwohl sehen Franke und Teamleiterin Tamara Möller ein Problem: "Uns fehlt der Nachwuchs", sagt Möller. Ihren Angaben zufolge versucht Uetze mit guten Arbeitsbedingungen, einer Beteiligung am Ausbildungsprogramm und eigener Ausbildung zu reagieren. So sei ein Vorteil, dass sich fast alle Kitas in kommunaler Trägerschaft befänden: "Wenn jemand seine Stundenzahl erhöhen möchte, dann können wir sehr schnell ein passendes Angebot unterbreiten", nennt sie ein Beispiel. Franke verweist darauf, dass es inzwischen auch eine berufsbegleitende Ausbildung gebe: "Eine Sozialassistentin ist mit einer halben Stelle beschäftigt und kann sich dennoch als Erzieherin qualifizieren, ohne auf das komplette Einkommen verzichten zu müssen."

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