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Ersetal soll ein wildes Biotop werden

Uetze Ersetal soll ein wildes Biotop werden

Die Pläne der Region Hannover, das Ersetal als Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet auszuweisen, kommt weder bei der Gemeinde Uetze noch bei den betroffenen Grundeigentümern gut an.

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Auch ohne FFH-Schutz ist die Erse ein idyllisches Fleckchen Erde. Der Prangenhohl fließt in etwa 150 Metern Entfernung von der Brücke, von der aus dieses Bild aufgenommen ist, in die Erse.

Quelle: Wulf-Dettmer

Uetze. Die Gemeinde sieht vor allem den Hochwasserschutz für Uetze in Gefahr, wenn für die Erse die strengen FFH-Schutzbestimmungen anzuwenden sind. Die Region hat praktisch schon Fakten geschaffen, indem sie das Ersetal bei der Europäischen Union (EU) als FFH-Gebiet angemeldet hat. Damit die EU das anerkennt, muss die Regionsverwaltung die seit 1986 geltenden Schutzbestimmungen verschärfen, heißt es vonseiten der Gemeinde Uetze, Eigentümerin der Erse. Zudem solle das Landschaftsschutzgebiet vergrößert werden. Derzeit stehen 28,6 Hektar unter Schutz, künftig sollen es zusammen mit dem Schilfbruch und dem Fuhsetal, für die dann ebenfalls die strengen FFH-Auflagen gelten, 488 Hektar sein.

Diese Anpassung sieht so aus, dass auf beiden Seiten 20 Meter breite Uferstreifen weitgehend sich selbst überlassen bleiben. „Das ist in meinen Augen eine Enteignung“, sagt Carsten Schlachter. Dem Nebenerwerbsforstwirt gehören ein Wäldchen und eine Weide an der Erse. Mit diesen Auflagen könne er das Land jedoch weder verkaufen noch bewirtschaften. „Trotzdem bekommen wir Grundeigentümer keine Entschädigung“, kritisiert er die Pläne der Region.

Das Landvolk Hannover hat sich zum Sprecher der Flächeneigentümer entlang der Erse gemacht. Der Verband fordert unter anderem: „Die landschaftsverträgliche landwirtschaftliche Bodennutzung und Bewirtschaftung von Grundstücken nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis ist im gesamten Gebiet freizustellen.“ Darüber hinaus macht er Vordrucke für Stellungnahmen zum Herunterladen auf seiner Internetseite.

Die Gemeinde sieht in den Plänen eine Gefahr für Uetze. Die Erse ist gemeinsam mit dem Prangenhohl - ein jahrhundertealter künstlicher Graben von der Fuhse zur Erse - dessen Hochwasserversicherung. Wenn die Fuhse, die mitten durch Uetze fließt, viel Wasser führt, wird an der Eltzer Mühle das Wehr geöffnet, damit Wasser über den etwa 400 Meter langen Prangenhohl in die Erse fließen kann.

Der Hochwasserschutz der Fuhseanrainer funktioniert jedoch nur, wenn die Erse das Wasser schnell abtransportiert. Ein naturbelassener Wasserlauf kann dies jedoch kaum leisten. Die Kommune fordert deshalb, dass die Region ihren Entwurf für das FFH-Gebiet ergänzt: Auch künftig muss Totholz am und im Fluss entfernt und die Sohle des Ersebettes gemäht werden dürfen. Zudem sollen es Anliegern erlaubt sein, abbruchgefährdete Böschungen zu sichern.

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Von Redakteur Anette Wulf-Dettmer

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