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Tatort-Dreh im Dauerregen mit 96 Komparsen

Dollbergen Tatort-Dreh im Dauerregen mit 96 Komparsen

Großkampftag am Tatort-Set mitten in Dollbergen. 96 Komparsen aus dem Dorf und den umliegenden Ortschaften haben von Montagnachmittag bis Dienstag früh mit Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz Szenen für den neuen Tatort „Böser Boden“ geprobt und gespielt – bei Dauerregen und Kälte.

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Selfie mit den Nachbarinnen des Frischemarktes, dem Drehort des Tatorts: Wotan Wilke Möhring mit Annegret Schrader (links) und Ulrike Ruth.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Dollbergen. „Die Akribie der Regie, die uns immer wieder sagte, wo wir stehen und wie wir uns bewegen sollen, sowie die Geduld der Hauptdarsteller hat uns Respekt abgenötigt“, berichtete Komparsin Heike Siebert von der gleichnamigen Bäckerei in Eddesse gestern Morgen.

„Die Schauspieler waren super drauf“, sagte Karin von Salzen aus Dollbergen. Auch das Ehepaar Naderi (Hadi Khanjanpour und Sahin Eryilmaz), das die Dorfbewohner – gespielt von den Komparsen – in ihrem Zorn über die Verschmutzung ihres See bedrängten, habe mit ihnen gelacht, obwohl es hart zur Sache gegangen sei.

Die sehr gute Organisation der Komparseneinsätze wurde allseits gelobt. Das griechische Restaurant von Vicki und Marko war der Stützpunkt der Komparsen. Dort gab es Getränke und später auch warmes Essen. Vor allem konnten sich die Laiendarsteller im Restaurant immer wieder aufwärmen. Denn die Dreharbeiten in der regnerischen Novembernacht waren kein Zuckerschlecken. „TV-Schauspieler ist kein Traumjob, sondern ein richtiger Knochenjob“, zieht Siebert, die elf Stunden im Einsatz war, ihre ganz persönliche Bilanz nach den Dreharbeiten: „Die Glamour-Welt ist geerdet worden.“

Sebastian Marsch hat vor allem überrascht, „wie viele Menschen im Hintergrund bei einer TV-Produktion mitarbeiten“. Der junge Mann aus Peine-Stederdorf ist Mitarbeiter der Altölraffinerie in Dollbergen, in der ebenfalls für Tatort mit dem Ermittler Team Falke und Grosz gedreht wurde.

Zu den 96 Komparsen zählte Rainer Richter, Mitglied des Dollberger Ortsrats. Er habe beim Casting-Termin vor vier Wochen keine Zeit gehabt und sich deshalb über das Internet beworben. Kurzfristig habe er Bescheid bekommen, dass er mitspielen könne. „Ich bin sozusagen nachnommiert worden“, sagte der Kommunalpolitiker, der sich als absoluten Tatort-Fan bezeichnet, schmunzelnd. Für seinen Auftritt wurde Richter eindrucksvoll geschminkt: Ein Hautausschlag überzog seine rechte Gesichtshälfte und die Hände – als Ausdruck für die Vergiftung der Dorfbewohner.

Auch René Kischer und Ines Hänel aus Dollbergen sowie Milena Amann aus Uetze gehörten zu den „erkrankten Einwohner“. Die Maskerbildner hatten ihren Wohnwagen am TSV-Sportheim, in dem die Komparsen sich umzogen, aufgestellt.

Je mehr Komparsen im Einsatz waren, desto öfter mussten die Szenen geprobt werden. Schließlich wurde Möhring doch etwas ungeduldig: „Reißt euch mal zusammen, sonst stehen wir übermorgen noch hier“, blaffte er die Komparsen an. Doch die ließen sich davon kaum beeindrucken. Als Möhring sich kurz darauf sechs Mal verhaspelte, konterte ein Dollberger: „Mensch, reiß dich mal zusammen, sonst stehen wir noch übermorgen hier.“ Gegen 3 Uhr fiel schließlich die letzte Klappe und die Statisten durften nach Hause. Die meisten mussten schließlich am Dienstag wieder arbeiten.

Fracking: Mutungsrechte liegen auf den Feldern

Als Drehort wurde Dollbergen laut Locationscout Nadine Freitag vor allem deshalb ausgewählt, weil die moderne Altölraffinerie eine gute Kulisse abgibt.Dabei hätte die Wahl auch ohne Weiteres wegen des Krimi-Themas „Fracking“ auf den Ort fallen können. Denn auf vielen Feldern rund um Dollbergen – von Hänigsen bis in den Nordkreis Peine und in den Celler Kreis – liegen sogenannte Mutungsrechte. Das heißt, die Eigentümer erhalten von Explorationsfirmen wie Exxon Mobil und Wintershall einen kleinen Obulus dafür, dass sie damit einverstanden sind, dass auf ihrem Land nach Erdöl oder Erdgas gebohrt wird.

Der Tatort „Böser Boden“ dreht sich um die Folge des Einsatzes von Fracking bei der Erdgasgewinnung. Chemikalien gelangen in einen See und vergiftet ein ganzes Dorf.

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Fotostrecke Uetze: Tatort-Dreh im Dauerregen

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