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Flüchtlinge kicken bei den Friesen

Hänigsen Flüchtlinge kicken bei den Friesen

Integration durch Fußball und zwar über kommunale Grenzen hinweg: Wie das geht, zeigt der TSV Friesen Hänigsen. Drei in Burgdorf ansässige Flüchtlinge aus Eritrea haben bei den Friesen eine sportliche Heimat gefunden.

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Der stellvertretende Kreisvorsitzende des NFV Kreis Hannover-Land, Eberhard Wacker (Mitte), bedankt sich bei Werner Osterloh (links), dem Abteilungsleiter Fußball des TSV Friesen Hänigsen und dessen Stellvertreter Frank-Michael Voigt für seinen Einsatz in Sachen Integration.

Quelle: Köhler

Hänigsen. Sie nehmen regelmäßig am Training der Ersten und Zweiten Herren teil und sollen, wenn sie denn wollen, auch Spielerpässe bekommen, um für Punktspiele auflaufen zu können. Mit Trainingskleidung und Schuhen haben die Friesen sie mithilfe eines in Burgdorf ansässigen Sporthauses ausgerüstet.

Weil die jungen Männer bereits älter als 18 sind, konnten sie nicht auf städtischen Bolzplätzen kicken. So machte sich Christian Quade vom Jugendrotkreuz Burgdorf auf die Suche nach einem Verein - und wurde bei den Friesen fündig. Noch sorgt Quade mit einem Shuttle dafür, dass die jungen Männer auch zum Trainingsplatz kommen. Doch langfristig sollen sie zum Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln angeleitet werden. Auch das, sagt der stellvertretender Friesen-Spartenleiter Frank-Michael Voigt, diene schließlich der Integration.

„Es war ein echtes Erlebnis, die drei beim Training zu sehen“, schwärmt er: „Man hat ihnen angesehen, dass sie beim Kicken den Kopf frei bekommen von allem.“

Im Gegensatz zum SV Yurdumspor Lehrte, das mit dem Mandela-Team eine rein aus Flüchtlingen bestehende Mannschaft hat, wolle man bei den Friesen Deutsche und Flüchtlinge bewusst mischen, sagt Voigt: „Viel wichtiger als das Spiel auf dem Platz kann der Weg dorthin sein, wenn man sich zu anderen gemeinsamen Unternehmungen verabredet. Wenn so etwas selbstverständlich geworden ist, dann haben wir es geschafft.“

In Erwartung weiterer Flüchtlinge, die irgendwann auf dem ehemaligen Schachtgelände in Hänigsen-Riedel untergebracht werden und beim Verein ebenfalls willkommen seien, freuen Voigt und Fußball-Abteilungsleiter Walter Osterloh sich über einen Zuschuss von 500 Euro für ihr Projekt. Er stammt aus der bundesweiten Initiative von der DFB-Stiftung Egidius Braun „1: 0 für ein Willkommen“.

Überbringer war der stellvertretenden Kreisvorsitzende des NFV Hannover-Land, Eberhard Wacker.Neben den Friesen Hänigsen unterstützt die Stiftung auch den Heeßeler SV, den SV Ramlingen/Ehlershausen, die TSV Burgdorf, aber auch Neuwarmbüchen und Isernhagen, die sich mit unterschiedlichen Konzepten für die Integration von Flüchtlingen stark machen.

Von Sandra Köhler

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