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Flüchtlingspaten sind mitfühlende Helfer

Uetze Flüchtlingspaten sind mitfühlende Helfer

Die Psychologin Katinka Grauert begleitet die Flüchtlingspaten des Vereins Landungsbrücke mit einem Supervisionsangebot. Die 28-Jährige bietet regelmäßige Treffen an, bei denen sich die Paten austauschen können.

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Katinka Grauert unterstützt die Flüchtlingspaten bei ihrer Arbeit.

Quelle: Joachim Dege

Uetze. Es ist nicht so, dass jeder, der hilfsbereit und gutherzig eine Flüchtlingspatenschaft übernimmt, anschließend auf die Couch eines Psychologen müsste. Es kann aber helfen, wenn man mal drüber reden kann, was man als Flüchtlingspate so erlebt. Und zwar mit einem, der einen in allen Belangen versteht.

So eine will Katinka Grauert sein. Die 28 Jahre alte Psychologin hat sich dem Verein Landungsbrücke angeschlossen und macht dort das, was sie qua Studium am besten kann: Sie bietet den Flüchtlingspaten, die weiß Gott nicht nur Nettigkeiten erleben mit ihren Schützlingen, eine Supervision an. Bei den Treffen an jedem ersten Donnerstag im Monat dürfen die Paten der Landungsbrücke Ballast abwerfen und im geschützten Raum ihre Erfahrungen teilen.

Grauert, die in Uetze wohnt, in einer Praxis in Lehrte heilpädagogisch mit Kindern arbeitet und später noch die Therapeutenausbildung draufsatteln will, bietet ihre Leistung ehrenamtlich an. Seit einem Jahr. Die Paten nähmen die Supervision gut an, sagt sie. Themen bei den Treffen seien etwa kulturelle Unterschiede, Fragen zum Umgang mit Frauen, zum ausgewogenen Verhältnis von Nähe und Distanz zwischen Pate und Schützling, zu Traumata, die Flüchtlinge mit sich herumschleppten. Grauerts Tipp: klare Spielregeln verabreden.

Traumata könnten ansteckend sein, sagt Grauert. Da sei ein Pate schnell überfordert. So habe die Landungsbrücke im Falle eines Mannes das Zentrum für traumatisierte Flüchtlinge in Hannover einschalten müssen. „Paten sind mitfühlende Helfer, aber keine Therapeuten“, sagt Grauert. Sie leisteten viel: Alltagsbegleitung, Hilfe beim Einstieg in den Beruf, Behördengänge, Lesen und Beantworten von Behördenschreiben, Suche nach Pratikumsplätzen, gemeinsame Freizeitaktivitäten.

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