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Frostnächte rauben Bauern den Schlaf

Uetze Frostnächte rauben Bauern den Schlaf

Der späte Frost bereitet den Landwirten schlaflose Nächte. Und das nicht nur, weil sie sich um ihre Frühkartoffeln auf den Äckern sorgen. Vielmehr sind die Bauern die ganze Nacht unterwegs, um die Frostschutzberegnungen am Laufe zu halten.

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Ein Kartoffelacker nach einer langen Frostnacht, auf den Blättern hat sich Eis gebildet.

Quelle: Fricke

Uetze/Schwüblingsen/Dedenhausen. Die Bauern setzen für die Frostschutzberegnung nicht ihre großen Regenkanonen ein, mit denen sie in trockenen Sommern ihre Felder wässern, sondern verlegen unzählige Rohre mit kleinen Regnern.

Das Prinzip: Das Wasser schützt die Pflanzen vor dem Erfrieren, weil beim Prozess des Frierens Wärme freigesetzt wird. Das funktioniert aber nur, wenn das Wasser ständig auf den Acker rieselt, solange die Temperatur unter dem Gefrierpunkt liegt. Und genau dies ist die Herausforderung in diesen Tagen. „In zwei Nächten sank die Temperatur unter minus fünf Grad und das gleich für sieben bis acht Stunden“, sagt Holger Hennies, Landvolkvorsitzender in der Region Hannover. In anderen Jahren fror es nur morgens für zwei, drei Stunden.

Hennies, der Frühkartoffeln in Schwüblingsen anbaut, hat derzeit sechs Beregnungsanlagen laufen. „Jede Stunde will ich jeden Regner einmal sehen“, beschreibt er seinen nächtlichen Dauerlauf. Denn es könne passieren, dass die Regner einfrieren oder die Kupplungen, die die Rohre miteinander verbinden, aufgehen.

Das ist auch die Sorge von Hennies‘ Schwüblingser Berufskollege Carsten Fricke, der sich ebenfalls die Nächte um die Ohren schlägt, um seine Frühkartoffeln über die ungewöhnlich lange und intensive Frostperiode zu bringen. In der Nacht zu heute und Donnerstag dürfte es laut Fricke erneut bitterkalt werden. Deshalb lässt er die Folien auch noch über den Kartoffelreihen. „Sie müssten eigentlich runter, weil der Wind die Planen bewegt, sodass Blätter und Stengel abbrechen.“

Doch bei allem Einsatz – die Schäden auf den Kartoffeläckern sind bereits unübersehbar. „Das ist schon ein extremes Jahr“, sagt Bernd Gellermann aus Dedenhausen. Die Pflanzen haben sich im wärmsten März aller Zeiten gut entwickelt und wenn dann solch eine Frostperiode kommt, „ist das eine sehr ungünstige Konstellation“, sagt Hennies.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass mir in den vergangenen 45  Jahren schon einmal Kartoffeln trotz Beregnung erfroren sind“, sagt Gellermann, der auf 100 Hektar frühe Kartoffelsorten anbaut. In der ersten Frostnacht sei die Temperatur innerhalb von 20 Minuten von plus 1,5 auf minus 1,5 Grad gesunken, und das mitten im April, berichtet er. „Wir hatten zwei Schläge, auf denen die Pflanzenreihen am 10. April geschlossen waren, sodass wir die Folie runternehmen mussten. Jetzt sieht es dort ganz, ganz traurig aus.“

Getroffen hat es alle Kartoffelanbauer. Felder ohne Folien sind nach Hennies‘ Beobachtungen ratzekahl abgefroren. Kartoffeln unter Vlies, die beregnet wurden, seien zwar geschädigt, würden aber weiterwachsen. Doch mit einer zeitigen Frühkartoffelernte ist nicht mehr zurechnen.

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