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Gemeinde baut für Flüchtlinge

Uetze Gemeinde baut für Flüchtlinge

Die Gemeinde will sich vorerst von der Region keine Modulbau-Sammelunterkünfte aus Holz für Flüchtlinge bauen lassen, wie es in Burgdorf geplant ist. Uetze setzt auf zwei eigene Bauprojekte.

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Wohncontainer für Flüchtlinge wie hier in der Fuhsestraße in Hannover will Uetze vermeiden.

Quelle: Droese (Archiv)

Uetze. Auch wenn Uetze in diesem Jahr mindestens 144 bis etwa 200 weitere Asylbewerber erwartet, „haben wir die Situation im Griff und sind handlungsfähig“, sagt Bürgermeister Werner Backeberg. Die Gemeinde wird wahrscheinlich alle Flüchtlinge, die sie 2016 zugewiesen bekommt, unterbringen können, ohne in Turnhallen Notunterkünfte einrichten zu müssen, erklärte Backeberg den Ortsbürgermeistern bei einem gemeinsamen Arbeitsessen. „Wir haben es unseren Bürgern zu verdanken, dass wir keine Turnhallen belegen müssen“, sagte die Erste Gemeinderätin Ursula Tesch. 33 private Wohnungen in allen Uetzer Ortsteilen hat die Gemeinde für die Flüchtlinge aktuell angemietet. Zudem sind acht gemeindeeigene Wohnungen sowie sieben Zimmer in Obdachlosenunterkünften belegt.

Darüberhinaus hat Uetze zwei Bauprojekte angeschoben: Auf der Außenfläche der ehemaligen Kita Hexenhaus baut der Eigenbetrieb der Gemeinde ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten. Zudem wird die Kreissiedlungsgesellschaft auf dem Gelände des abgerissenen Obdachlosengebäudes an der Hünenburgstraße ein Mietshaus errichten. „Für beides sind die Bauanträge gestellt. Wir warten auf die Baugenehmigungen“, sagte Frank Hacke, Leiter des Eigenbetriebs: „Die zwei Häuser sollen Ende 2016 bezugsfertig sein“, kündigte er an. Zusammen mit der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Dollberger Schützenheim, „haben wir in Uetze dann die Kapazitäten, etwas mehr als 200 Menschen unterzubringen“, sagte Hacke. Hinzu komme die Erstaufnahmestelle des Landes in der Stötzner-Schule. Dort waren am vergangenen Montag 123 Menschen untergebracht - Platz bietet sie für 200. „Davon werden 100 Personen auf unsere Quote angerechnet, sodass wir bis zum Jahresende 2016 nach jetzigem Stand nur 144 Flüchtlinge zugewiesen bekommen“, erklärte Tesch.

In Dollbergen entsteht momentan die einzige Gemeinschaftsunterkunft im Gemeindegebiet. Dort sollen einmal 60 Menschen einquartiert werden. Ortsbürgermeisterin Tove Knebusch berichtete, dass bereits ein Kreis von 54 ehrenamtlichen Helfern bereitstehe, um sich um die Neuankömmlinge zu kümmern.

Uetze wird sich vorerst von der Region keine Sammelunterkunft in Modulbauweise bauen lassen. „Wir haben nichts angemeldet, weil wir die akute Situation nicht haben“, sagte Backeberg. Die Bürgermeister der Regionskommunen sind sich laut Backeberg einig, dass das neue Bauprojekt der Region, das mit etwa 100 Millionen Euro ausgestattet wird, nicht dazu führen darf, dass Leerstände produziert werden. Burgdorf lässt sich von der Region auf zwei Flächen schlüsselfertige Sammelunterkünfte für insgesamt 280 Flüchtlinge errichten.

Kaum alleinreisende Flüchtlinge

In der Gemeinde sind momentan – Stand 8. Februar – 270 Flüchtlinge (ohne Stötznerschule) untergebracht. Davon sind 51 Frauen, 92 Männer und 127 Kinder und Jugendliche. Sie kommen überwiegend aus Syrien, Afghanistan, Montenegro, Albanien, dem Kosovo, Russland, dem Irak und dem Iran. Darunter sind nur wenige Alleinreisende: 31 Männer und drei Frauen. Die Mehrzahl der Flüchtlinge sind mit ihrer Familie gekommen: Die Gemeinde hat circa 50 Familienverbände gezählt.

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